Forschungsarbeit, 1998
24 Seiten
1 Soziale Probleme und soziologische Chancen
2 Der Forschungsstand zum Problem des Heimeintrittes
2.1 Institutionalisierungsquote und Institutionalisierungsrate
2.2 Subjektive Umzugsgründe
2.3 Objektive Umzugsgründe
3 Zusammenfassung und Lösungsansätze
Diese Arbeit analysiert den aktuellen Forschungsstand zum Heimeintritt älterer Menschen, um die komplexen Ursachen und Determinanten dieses Prozesses aus soziologischer Perspektive zu beleuchten und Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
2.2 Subjektive Umzugsgründe
Zunächst zur direkten Befragung der Heimbewohner selbst nach ihren Beweggründen für die Heimübersiedlung. Das Ergebnis besteht aus retrospektiven Angaben, bei denen mögliche Verzerrungen durch nachträgliche Rationalisierungen des oft schon Jahre zurückliegenden Entscheidungsprozesses bedacht werden müssen (Tews 1979: 332). Abbildung 2 (im Anhang) liefert eine Übersicht zu Erhebungen, in denen Heimbewohner ex post nach den Gründen für den zurückliegenden Umzug befragt wurden. Dabei fällt zunächst auf, daß zu subjektiven Heimeintrittsgründen bis auf eine Ausnahme bislang überhaupt keine für die Gesamt-BRD repräsentativen Angaben existieren. Die aktuellste und umfangreichste Erhebung ist in diesem Zusammenhang eine bundesweite Repräsentativbefragung von über 1560 Heimbewohnern (Gesamtstichprobenumfang N = 3.144) in insgesamt 101 stationären Alteneinrichtungen im Rahmen der Erhebung des Altenheimsurveys aus dem Jahre 1996 (Klein/Gabler 1996).
In der Synopse fallen gesundheitliche Beeinträchtigungen als die wichtigsten Umzugsgründe auf (Abbildung 2). Über die Hälfte der Heimbewohner geben ex post akute Erkrankungen oder daraus resultierenden Hilfe- und Pflegebedarf als Eintrittsgrund an (Beske 1960, Blume 1962, Falk 1978, Schmitz-Scherzer et al. 1978, Hirschfeld 1994, Schneider 1998a). Die bei Schneider (1998a) am häufigsten genannten gesundheitlichen Gründe waren Unfallfolgen, die Folgen eines Sturzes oder Behinderungen. Bei letzteren wurden am häufigsten Geh-, am zweithäufigsten Sehbehinderungen genannt. Ebenfalls häufig wurde ein Schlaganfall oder eine psychische Erkrankung (v. a. Alkoholismus) als Grund genannt. Bei vier von fünf Bewohnern, die gesundheitliche Gründe angaben, trat kurz vor dem Heimeintritt eine gesundheitliche Verschlechterung ein.
1 Soziale Probleme und soziologische Chancen: Dieses Kapitel erläutert den wachsenden Bedarf an wissenschaftlicher Forschung im Kontext der demographischen Alterung und definiert die soziologische Relevanz des Umzugs in Alten- und Pflegeheime.
2 Der Forschungsstand zum Problem des Heimeintrittes: Hier werden die Institutionalisierungsraten sowie sowohl subjektive als auch objektive Beweggründe für den Heimeintritt detailliert auf Basis aktueller empirischer Studien analysiert.
3 Zusammenfassung und Lösungsansätze: Das Kapitel bündelt die zentralen Erkenntnisse zu den Determinanten des Heimeintritts und diskutiert Möglichkeiten der präventiven Wohnraumgestaltung sowie der Unterstützung von Remigrationsbewegungen.
Heimeintritt, Alter, Institutionalisierung, Pflegewissenschaft, Soziologie, Gesundheitszustand, Wohnsituation, soziale Netzwerke, Altenhilfe, empirische Forschung, Remigration, Lebensqualität, Demographie, Multivariate Analyse, Lebensumstände
Die Arbeit untersucht den aktuellen Forschungsstand zur Frage, warum ältere Menschen in ein Heim ziehen, und beleuchtet die soziologischen Hintergründe dieses Prozesses.
Die Arbeit deckt die demographische Alterung, die Auswirkungen des Gesundheitszustands, die Rolle des sozialen Netzwerks und die Bedeutung der Wohnsituation auf die Entscheidung für eine Heimeinrichtung ab.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen und Determinanten des Heimeintritts zu schaffen, um so fundierte Ansätze für präventive Maßnahmen und eine bessere Versorgungsplanung zu entwickeln.
Der Autor stützt sich auf eine umfassende Analyse vorliegender Studien und vergleicht dabei sowohl retrospektive Befragungen als auch multivariate statistische Analysen der Heimeintrittsrisiken.
Im Hauptteil werden methodische Ansätze (subjektiv vs. objektiv) gegenübergestellt und spezifische Faktoren wie Geschlecht, Familienstand, körperliche Beeinträchtigungen und das soziale Umfeld detailliert bewertet.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Institutionalisierung, Heimeintrittsgründe, demographischer Wandel und soziale Unterstützungsnetzwerke charakterisiert.
Statistische Analysen zeigen, dass verheiratete Personen eher in der Lage sind, zu Hause zu verbleiben, da ihnen ein familiäres Unterstützungspotenzial zur Verfügung steht, das bei Alleinstehenden oder Verwitweten oft fehlt.
Obwohl bauliche Mängel oft eine untergeordnete Rolle bei den subjektiven Gründen spielen, können kleine technische Anpassungen wie die Installation eines Telefons oder die Beseitigung von Stolperfallen die Verbleibdauer im eigenen Haushalt signifikant verlängern.
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