Magisterarbeit, 2007
149 Seiten, Note: 1,3
1. Wandel der Arbeitslandschaft und Entwicklung der beruflichen Selbstständigkeit
1.1. Sektoraler Wandel
1.2. Globalisierung der Arbeitslandschaft
1.3. Wandel der Unternehmensstrukturen
1.4. Spezifische Probleme des deutschen Arbeitsmarktes
1.5. Wandel der Beschäftigungsformen
1.6. Wandel der Normalbiografie
1.7. Geistes- und Sozialwissenschaftler im Kontext einer „Neuen Kultur der Selbstständigkeit“?
2. Stand der Gründungsforschung
2.1. Forschungsansätze und Interdisziplinarität
2.2. Gründungsphasen, Gründungstypen und Gründungsmotivationen
2.3. Zentrale Begriffe und deren Verwendung im Kontext der vorliegenden Arbeit
2.4. Problem der statistischen Erfassung des Gründungsgeschehens
2.5. Forschungsdefizit bei geistes- und sozialwissenschaftlichen Gründungen
2.6. Geistes- und Sozialwissenschaftler als Gründer
2.7. »Gründungserfolg«
3. Leitbegriffe und Konzepte: Kompetenz, Erfahrung und Fähigkeiten
3.1. Kompetenz
3.2. Handlungskompetenz
3.3. Kompetenzkonzept von Erpenbeck und Heyse
3.4. Kritik am Kompetenzbegriff
3.5. Verwendung der Begriffe und Konzepte im Kontext der empirischen Untersuchung
4. Fragestellung und Erläuterung des Untersuchungsvorhabens
4.1. Methodenbegründung
4.2. Vorgehen bei der Datenerhebung
4.3. Vorgehen bei der Datenauswertung
4.4. Kurzportraits der interviewten Gründer
4.4.1. Ferdinand
4.4.2. Karen
4.4.3. Karsten
4.4.4. Maren
4.4.5. Marc
4.4.6. Sven
5. Auswertung der Interviews: Ergebnisdarstellung
5.1. Ferdinand
5.2. Karen
5.3. Karsten
5.4. Maren
5.5. Marc
5.6. Sven
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
6.1. Erfahrungen und biografische Besonderheiten
6.2. Werte und Einstellungen
6.3. Fähigkeiten
6.4. Wissen und Kenntnisse
6.5. Kompetenzen
6.5.1. Unterstützungsnetzwerke
6.5.2. Soziales Kapital
6.5.3. Selbstständigkeit als Disposition
6.6. Defizite
6.7. Gründungserfolg
6.8. Hochschulen und Gründungsvorbereitung
7. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern Studierende und Absolventen geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer für eine berufliche Selbstständigkeit geeignet sind. Sie analysiert die spezifischen Kompetenzen, Fähigkeiten, Erfahrungen und Werthaltungen dieser Gruppe im Gründungsprozess, identifiziert auftretende Defizite und hinterfragt kritisch die Rolle der akademischen Ausbildung bei der Vorbereitung auf eine unternehmerische Tätigkeit.
2. Stand der Gründungsforschung
Die Gründungsforschung ist eine junge, dynamische, interdisziplinäre und in Deutschland bisher noch wenig fundierte Forschungsrichtung, die eine Schnittstelle zwischen verschiedenen Fachrichtungen bildet (vgl. Kuss, 2003, 8). Am weitesten reichen dabei die ökonomischen sowie die sozialwissenschaftlichen Forschungsansätze (vgl. Brüderl/Preisendörfer/Ziegler, 1996, 41f).
Soziologisch ist dieses Feld dennoch bisher sehr wenig erschlossen, wovon die geringe Anzahl soziologischer Lehrstühle in Deutschland zeugt, die sich explizit mit dem Thema Existenzgründung befassen (vgl. Schmude, 1999, 21; Klandt/Knaup, 2003; Klandt/Koch/Knaup, 2005). Insgesamt wird in der Gründungsforschung ein Theoriedefizit beklagt, das sich über die verschiedenen Fachgebiete dieses interdisziplinären Forschungsfeldes erstreckt (vgl. Frank, 2003, 91).
1. Wandel der Arbeitslandschaft und Entwicklung der beruflichen Selbstständigkeit: Beschreibt den Strukturwandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft und die daraus resultierenden neuen Erwerbsformen für Akademiker.
2. Stand der Gründungsforschung: Beleuchtet den aktuellen Forschungsstand, identifiziert Forschungslücken hinsichtlich geisteswissenschaftlicher Gründungen und definiert zentrale Begriffe.
3. Leitbegriffe und Konzepte: Kompetenz, Erfahrung und Fähigkeiten: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Kompetenzentwicklung und stellt das Modell von Erpenbeck und Heyse vor.
4. Fragestellung und Erläuterung des Untersuchungsvorhabens: Begründet das methodische Vorgehen mittels qualitativer Leitfadeninterviews nach der Grounded Theory und stellt die Probanden vor.
5. Auswertung der Interviews: Ergebnisdarstellung: Präsentiert detaillierte Kurzportraits und die personenbezogene Analyse der befragten Gründer.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Führt die Einzelergebnisse zu übergreifenden Erkenntnissen über Erfahrungen, Werte, Fähigkeiten und Kompetenzen der Gründenden zusammen.
7. Fazit und Ausblick: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt Anregungen für zukünftige Forschung sowie die akademische Ausbildung.
Existenzgründung, Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Selbstständigkeit, Kompetenz, Gründungserfolg, Erpenbeck, Grounded Theory, berufliche Selbstbestimmung, Wissensgesellschaft, unternehmerische Fähigkeiten, Arbeitsmarkt, Gründungsforschung, Qualifikation, Freiberuflichkeit.
Die Arbeit befasst sich mit der beruflichen Selbstständigkeit von Absolventen geistes- und sozialwissenschaftlicher Studiengänge und analysiert deren Eignung und Vorgehensweise bei Existenzgründungen.
Die zentralen Felder umfassen den Strukturwandel der Arbeitswelt, die wissenschaftliche Gründungsforschung, Kompetenzmodelle sowie die praktische Umsetzung von Gründungsvorhaben durch Geistes- und Sozialwissenschaftler.
Das Ziel ist es, spezifische Stärken, Schwächen und Anforderungen dieser speziellen Gründergruppe zu identifizieren und die subjektiven Erfahrungen der Gründer wissenschaftlich einzuordnen.
Die Autorin/Der Autor nutzt eine qualitativ-empirische Untersuchung, die sich methodisch an der Grounded Theory orientiert, um sechs Einzelfälle narrativ auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Kompetenzforschung und einen empirischen Teil, der die Interviews auswertet und vergleichende Analysen zu Erfahrungen, Werten und Fähigkeiten durchführt.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Existenzgründung, Kompetenz, Selbstständigkeit und Geisteswissenschaften sowie das spezifische Erpenbeck-Kompetenzmodell geprägt.
Die Arbeit kritisiert, dass Hochschulen oft zu wenig auf die berufliche Realität außerhalb des öffentlichen Dienstes vorbereiten und eine gezielte Förderung der für die Selbstständigkeit nötigen Kompetenzen vernachlässigen.
Netzwerke werden als zentraler Erfolgsfaktor identifiziert, die helfen, Wissens- und Kompetenzdefizite zu kompensieren und emotionale Stabilität bei den oft herausfordernden Gründungsprozessen zu gewährleisten.
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