Doktorarbeit / Dissertation, 2007
276 Seiten, Note: Sehr gut
Die Arbeit untersucht, wie in Paraguay mit der fast 35-jährigen Militärdiktatur unter Alfredo Stroessner (1954-1989) umgegangen wird. Besonders wird dabei die Rolle des sogenannten Archivo del Terror, einem Archiv der Geheimpolizei Stroessners, analysiert.
Der erste Teil der Arbeit gibt einen Überblick über die Geschichte Paraguays seit der Unabhängigkeit im 19. Jahrhundert. Es werden die Herrschaftsformen der Diktatoren Dr. Francia, Carlos Antonio López und Francisco Solano López sowie die Folgen des Tripel-Allianz-Krieges und der Chaco-Krieges für das Land beschrieben. Der zweite Teil liefert einen theoretischen Hintergrund zum Thema Geschichte und Gedächtnis. Neben Halbwachs' Konzept des kollektiven Gedächtnisses wird die Bedeutung von Erinnerungsbildern, Erinnerungsfiguren und dem "floating gap" nach Assmann erörtert. Außerdem werden die Begriffe Vergangenheitsaufarbeitung, Erinnerungsarbeit und Trauerarbeit nach Freud und Ricœur beleuchtet. Der dritte Teil widmet sich dem Archivo del Terror, wobei exemplarisch Fälle von Personen und Organisationen beschrieben werden, die von der Geheimpolizei Stroessners verfolgt wurden, wie die Pyragüés, die Operation Cóndor, die Ligas Agrarias Cristianas und die OPM. Der vierte Teil analysiert die Rolle des Archivo del Terror in der paraguayischen Vergangenheitsaufarbeitung. Es werden die öffentliche Debatte über das Archiv, die juristische Bedeutung der Dokumente, die Entschädigungszahlungen an Opfer der Diktatur, die Nutzung des Archivs als Gedenkstätte und die Arbeit der Comisión de Verdad y Justicia diskutiert.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen: Militärdiktatur, Vergangenheitsaufarbeitung, Archivo del Terror, Operation Cóndor, Ligas Agrarias Cristianas, OPM, Testimonio-Literatur, Comisión de Verdad y Justicia, Entschädigungszahlungen, Gedenkstätten.
Es handelt sich um das 1992 entdeckte Archiv der politischen Geheimpolizei des paraguayischen Diktators Alfredo Stroessner, das Menschenrechtsverbrechen dokumentiert.
Alfredo Stroessner war ein deutschstämmiger Diktator, der Paraguay von 1954 bis 1989 regierte und Gegner seines Regimes brutal unterdrückte.
Das Archiv dient als Beweismaterial in Prozessen gegen Menschenrechtsverbrecher, als Grundlage für Entschädigungszahlungen und als Gedenkstätte für die Bevölkerung.
Die Operation Cóndor war eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit südamerikanischer Militärdiktaturen zur Verfolgung und Ermordung politischer Gegner, die durch Dokumente im Archiv belegt wurde.
Dies ist die 2003 gegründete Wahrheits- und Gerechtigkeitskommission, die die Verbrechen der Stroessner-Diktatur unter Nutzung des Archivmaterials offiziell untersuchte.
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