Bachelorarbeit, 2020
44 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Zweck und Grundsätze der IFRS
3 Verbandsrechtliche Normen
3.1 Lizenzierungsverfahren der DFL und der UEFA
3.2 Die DFL-Lizenzordnung für Fußballspieler
4 Kritische Würdigung der bilanziellen Behandlung von Spielerwerten
4.1 Problemstellung: Diskrepanz zwischen Buch- und Marktwert
4.2 Ansatzkriterien
4.2.1 Anforderungen an den Lizenzspieler
4.2.2 Unterlassene Behandlung der Lizenzspieler aus dem Nachwuchs
4.3 Zugangs- und Folgebewertung von Spielerwerten
4.3.1 Mangelnde Aufrichtigkeit der Erstbewertung
4.3.2 Inverse Relation zwischen der wirtschaftlichen und der rechtlichen Betrachtungsweise
4.4 Abgänge von Spielerwerten anhand von Praxisbeispielen
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den geltenden Ansatz- und Bewertungsgrundsätzen für Lizenzspieler nach IFRS auseinander, um die Ursachen für die Diskrepanz zwischen Buch- und Marktwert des Lizenzspielerkaders von Borussia Dortmund zu analysieren. Ziel ist es, durch eine fundierte Untersuchung der bilanziellen Behandlungsvorschriften aufzuzeigen, warum die IFRS-Rechnungslegung in diesem Bereich keine entscheidungsnützlichen Informationen für Investoren liefert.
4.2.1 Anforderungen an den Lizenzspieler
Allgemein sind die Ansatz- und Bewertungsgrundsätze der Spielerwerte in IAS 38 geregelt. Ein immaterieller Vermögenswert im Sinne des IAS 38.8 ist ein identifizierbarer, nicht monetärer Vermögenswert ohne physische Substanz. Dieser weitgefassten Definition sind auch die Lizenzspieler zuzuordnen. Für den Ansatz eines immateriellen Vermögenswerts sind die Identifizierbarkeit, die Verfügungsmacht über eine Ressource und das Bestehen eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens die zu erfüllenden Kriterien. In Bezug auf das Bestehen eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens unterscheidet sich die IAS 38 von dem Conceptual Framework, jedoch sind zunächst keine materiellen Folgen zu erwarten. Nach IAS 38.12 ist ein Vermögenswert identifizierbar, wenn dieser separat veräußert werden kann und er auf einem vorliegenden Vertrag beruht. Im Profifußball wird zwischen dem Lizenzspieler und dem Profifußballverein ein Vertrag abgeschlossen, der mit einer Übertragungsmöglichkeit einhergeht. Die Veräußerbarkeit (Transferentschädigung) der rechtlichen Einsetzbarkeit des Lizenzspielers erbringt dem Profifußballverein einen wirtschaftlichen Vorteil und ist daher als identifizierbar zu betrachten.
Nach IAS 38.13 verfügt ein Unternehmen über einen Vermögenswert, wenn es einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen aus diesem Vermögenswert erzielen und einen Außenstehenden von diesem Nutzen ausschließen kann. Die Profifußballvereine sind bestrebt, einen langfristigen Vertrag mit einem Lizenzspieler abzuschließen. Somit kann der Profifußballverein die Einsetzbarkeit des Lizenzspielers rechtlich langfristig absichern und anderen Profifußballvereinen den Zugriff auf diesen Spieler verweigern. Für die Existenz des künftigen wirtschaftlichen Nutzens eines Lizenzspielers ist ein mit ihm abgeschlossener Vertrag hinreichend. Hiernach kann dieser im Spielbetrieb eingesetzt werden und bei sportlichem Erfolg zur Generierung von Zahlungsströmen beitragen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Finanzberichterstattung von Profifußballvereinen unter IFRS ein und definiert die zentralen Forschungsfragen sowie das Analyseobjekt Borussia Dortmund.
2 Zweck und Grundsätze der IFRS: Dieses Kapitel erläutert die fundamentalen Ziele der IFRS, insbesondere der Entscheidungsnützlichkeit, und die qualitativen Anforderungen an die Rechnungslegung.
3 Verbandsrechtliche Normen: Hier werden die regulatorischen Rahmenbedingungen durch die DFL und UEFA dargestellt, denen deutsche Profifußballvereine zwingend unterliegen.
4 Kritische Würdigung der bilanziellen Behandlung von Spielerwerten: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert detailliert die Ansatz-, Bewertungs- und Abgangsregeln für Spielerwerte sowie deren Auswirkungen auf die Bilanz des BVB.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und begründet, warum die IFRS-Grundsätze in ihrer aktuellen Form zu einer signifikanten Diskrepanz zwischen Buch- und Marktwerte führen.
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Die Arbeit untersucht kritisch die Finanzberichterstattung deutscher Profifußballvereine nach IFRS am Beispiel von Borussia Dortmund, mit einem Fokus auf die bilanzielle Behandlung von Spielern.
Die zentralen Themen umfassen die Anwendung von IAS 38 auf Spielerwerte, die Anforderungen der DFL-Lizenzierungsordnung sowie die Diskrepanz zwischen Buch- und Marktwerten von Spielerkadern.
Das Ziel ist es zu analysieren, warum nach IFRS erstellte Jahresabschlüsse den tatsächlichen ökonomischen Wert eines Spielerkaders oft nicht abbilden und welche Ursachen zur Diskrepanz zwischen Buch- und Marktwert führen.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung der Rechnungslegungsvorschriften in Kombination mit einer kritischen Analyse anhand praxisnaher Daten und Geschäftsberichte von Borussia Dortmund.
Der Hauptteil befasst sich sukzessive mit den Ansatzkriterien, der Erstbewertung bei Zugang, der Folgebewertung und der bilanziellen Behandlung beim Abgang von Spielern.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie IFRS-Rechnungslegung, Spielerwertbilanzierung, Buchwert, Marktwert und Finanzberichterstattung charakterisieren.
Die Arbeit erklärt, dass die Bilanzierung von selbst ausgebildeten Nachwuchsspielern aufgrund von hohen Anforderungen an die verlässliche Zurechenbarkeit von Herstellkosten und einem Ermessensspielraum bei der Aktivierung in der Praxis meist vermieden wird.
Marco Reus dient als prominentes Fallbeispiel, anhand dessen die Auswirkungen von Vertragsverlängerungen und planmäßigen Abschreibungen auf den Buchwert im direkten Vergleich zum Marktwert verdeutlicht werden.
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