Magisterarbeit, 2008
83 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Einleitung
Willensfreiheit und Handlungsfreiheit
Zielsetzung und Vorgehensweise
1 Determinismus
1.1 Universaler Determinismus
1.2 Neuronaler Determinismus
1.2.1 Die neuronale Grundlage mentaler Phänomene
1.2.2 Das Gehirn als deterministisches System
1.2.3 Die Freiheitsillusion
1.2.4 Fazit
2 Problembestimmung
2.1 Das Prinzip der alternativen Handlungsmöglichkeiten
2.2 Das Problem der mentalen Verursachung
3 Kompatibilistische Lösungen
3.1 Lebensweltliche Erfahrung der Willensfreiheit
3.2 Die konditionale Analyse des Könnens
3.3 Die Bedingtheit des Willens
3.3.1 Freiheit und Bedingtheit
3.3.2 Freiheit als Selbstbestimmung
3.4 Fazit und Kritik am Kompatibilismus
4 Determinismuskritik
4.1 Das Wesen der Naturgesetze
4.1.1 Vergänglichkeit von Naturgesetzen
4.1.2 Verlaufsgesetze vs. Koexistenzgesetze
4.1.3 Störungen und Dynamiken
4.2 Der universale Determinismus als metaphysische These
4.3 Determinismus als naturwissenschaftliches Denkmodell
4.3.1 Mathematik und Theoriebildung in den Naturwissenschaften
4.3.2 Wahrheit und Erklärungswert deterministischer Theorien
4.3.3 Die Unzulänglichkeit deterministischer Denkmodelle
4.4 Der neurophysiologische Determinismus
4.5 Determiniertheit vs. Zufall
4.6 Fazit
5 Emergenz in komplexen Systemen
5.1 Emergenz - Begriffsbestimmung
5.1.1 Ziele emergentistischer Theorien
5.1.2 Allgemeine Merkmale emergentistischer Theorien
5.1.3 Synchroner Emergentismus
5.1.4 Diachroner Emergentismus
5.2 Emergenz und Determinismus
5.3 Abwärts gerichtete Verursachung
5.3.1 Starke und schwache Makrodeterminierung
5.3.2 Kausale Relevanz der Struktur
5.3.3 Kausale Relevanz der Kultur
5.4 Fazit
Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von menschlicher Willensfreiheit mit einer naturalistischen Weltsicht, wobei der Fokus insbesondere auf der Herausforderung durch deterministische Weltbilder und der Problematik der mentalen Verursachung liegt. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob ein anspruchsvolles Verständnis von Willensfreiheit in einer Welt bestehen kann, die maßgeblich durch naturwissenschaftliche Beschreibungsmodelle erklärt wird.
Willensfreiheit und Handlungsfreiheit
Um sich mit diesen spektakulären Thesen der Neurowissenschaftler auseinanderzusetzen, bedarf es vorab einer Bestimmung dessen, was als freier Willensakt überhaupt in Frage kommt. Jeder, der sich dem Problem der Willensfreiheit nähert, hat wahrscheinlich eine intuitive Vorstellung davon, was es heißt, über einen freien Willen zu verfügen. Sobald man jedoch beginnt, sich eingehender damit zu beschäftigen, ergeben sich zwangsläufig Fragen nach dem Gegenstand des Problems. Ist Willensfreiheit die Freiheit zu tun und zu lassen was man will, oder ist es die Freiheit zu wollen, was man will? Was ist überhaupt ein Wille und wovon sollte dieser frei sein? Um diese Fragen zumindest ansatzweise zu beantworten, ist es zunächst wichtig, sich den Unterschied zwischen Handlungs- und Willensfreiheit klar zu machen.
Unter Handlungsfreiheit wird gemeinhin das Vermögen verstanden, zu tun oder zu lassen, was man will. Man besitzt daher Handlungsfreiheit, „wenn man nicht durch äußeren Zwang daran gehindert wird, seine Absichten in die Tat umzusetzen.“ Einem Gefängnisinsassen fehlt in diesem Sinne Handlungsfreiheit, da er es durch seine Inhaftierung nicht vermag, seinen Wunsch nach einem unbeaufsichtigten Freigang in die Tat umzusetzen. Seine Willensfreiheit ist jedoch durch diesen Umstand nicht berührt. Wir würden nie auf die Idee kommen, ihm seine Willensfreiheit abzusprechen, nur weil er hinter Schloss und Riegel sitzt. Was also genau ist Willensfreiheit? Zunächst könnte man auf die Idee kommen, dass Willensfreiheit analog zur Handlungsfreiheit die Fähigkeit beinhaltet, zu wollen, was man will.
Einleitung: Es wird die Problemstellung der Willensfreiheit im Kontext neurowissenschaftlicher Thesen eingeführt und die zentrale Leitfrage nach der Naturalisierung der Freiheit skizziert.
1 Determinismus: Das Kapitel erläutert den Begriff des Determinismus in seiner universalen und neuronalen Ausprägung als Herausforderung für den freien Willen.
2 Problembestimmung: Die Schwierigkeiten, die ein deterministisches Weltbild für autonomes Handeln und das Prinzip alternativer Handlungsmöglichkeiten schafft, werden analysiert.
3 Kompatibilistische Lösungen: Es werden Ansätze beschrieben, die versuchen, Determinismus und Willensfreiheit miteinander in Einklang zu bringen, ohne den naturwissenschaftlichen Determinismus grundsätzlich zu verneinen.
4 Determinismuskritik: Dieser Abschnitt hinterfragt die Geltung und den ontologischen Status von Naturgesetzen und untersucht den Determinismus als bloßes wissenschaftliches Denkmodell.
5 Emergenz in komplexen Systemen: Es wird untersucht, ob Emergenztheorien erklären können, wie mentale Zustände eine kausale Rolle in einer physischen Welt spielen, insbesondere durch abwärts gerichtete Verursachung.
Schlussbemerkungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine naturalistische Theorie des Geistes, die Willensfreiheit integriert, weiterhin eine Herausforderung bleibt, deren Lösung primär in der künftigen Neurowissenschaft liegt.
Willensfreiheit, Determinismus, Neurowissenschaften, Mentale Verursachung, Naturalisierung, Emergenz, Kausalität, Handlungsfreiheit, Kompatibilismus, Naturgesetze, Epiphänomenalismus, Neuronale Plastizität, Systemtheorie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Frage, ob menschliche Willensfreiheit in einer Welt, die durch deterministische Naturgesetze und neurowissenschaftliche Erkenntnisse beschrieben wird, naturalisiert werden kann.
Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit dem universellen und neuronalen Determinismus, die Grenzen kompatibilistischer Lösungsansätze sowie die theoretischen Möglichkeiten der Emergenz und mentalen Verursachung.
Ziel der Arbeit ist es zu klären, ob einer anspruchsvollen Auffassung von menschlicher Willensfreiheit unüberwindbare Hindernisse seitens der naturwissenschaftlichen Forschung im Weg stehen.
Es handelt sich um eine philosophische Untersuchung, die systematisch Konzepte wie Determinismus und Emergenz analysiert und dabei wissenschaftstheoretische Einsichten und neurowissenschaftliche Forschungsergebnisse kritisch reflektiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Kritik am Determinismus, die Untersuchung kompatibilistischer Freiheitskonzepte sowie die Erforschung von Emergenztheorien als möglichem Weg zur Erklärung mentaler Verursachung.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Freiheit, Determinismus, Naturalisierung, Emergenz, neuronale Verschaltung und das Prinzip der alternativen Handlungsmöglichkeiten.
Der Autor argumentiert, dass der Determinismus eher als ein nützliches, methodisches Denkmodell zur Beschreibung bestimmter Systemzusammenhänge verstanden werden sollte, anstatt als eine bewiesene, universale metaphysische Wahrheit.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Emergenztheorien zwar einen vielversprechenden Rahmen bieten, aber das Problem, wie genau mentale Zustände direkt physische Ereignisse verursachen können, derzeit nicht vollständig und empirisch befriedigend lösen können.
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