Diplomarbeit, 2008
151 Seiten, Note: 1,0
1 EINFÜHRUNG
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Abgrenzung der Thematik
1.3 Aufbau der Arbeit
2 BEGRIFFLICHE ABGRENZUNGEN IN DER MUSIKWIRTSCHAFT
2.1 Musikwirtschaft, Musikindustrie und Tonträgerindustrie
2.2 Die wichtigsten Akteure in der Musikwirtschaft
2.2.1 Komponisten, Künstler und Textdichter
2.2.2 Musikverlage
2.2.3 Tonträgerhersteller
2.2.3.1 Major-Labels
2.2.3.2 Independent-Labels
2.2.3.3 Konzentrationstendenzen der Tonträgerhersteller
2.2.4 Verwertungsgesellschaften
3 URHEBERRECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
3.1 Nationales Urheberrecht in Deutschland
3.1.1 Voraussetzungen für den urheberrechtlichen Schutz an Werken der Musik
3.1.2 Rechte der Werkinhaber
3.2 Harmonisierungsbestrebungen in der Europäischen Union
3.3 Internationale Abkommen
3.3.1 Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst
3.3.2 Welturheberrechtsabkommen
3.3.3 Internationales Abkommen über den Schutz der ausübenden Künstler, der Hersteller von Tonträgern und der Sendeunternehmen
3.3.4 Übereinkommen zum Schutz der Hersteller von Tonträgern gegen die unerlaubte Vervielfältigung ihrer Tonträger
3.3.5 Abkommen über handelsbezogene Aspekte geistigen Eigentums im GATT
3.3.6 WIPO-Urheberrechtsvertrag und WIPO-Vertrag über Darbietungen und Tonträger
3.3.7 Besonderheiten bei der Vereinbarung internationaler Abkommen
4 ENTWICKLUNGEN AUF DEM TONTRÄGERMARKT
4.1 Geschichte der Tonträgerindustrie
4.1.1 Die ersten Jahre
4.1.2 Die Langspielplatte und die Tonbandkassette
4.1.3 Die Compact Disc
4.1.4 Die Digital Versatile Disc
4.1.5 Illegale Downloadportale
4.2 Lebenszyklus von Künstlern
4.3 Substitutionsgüter im Bereich der Freizeitkonsumgüter
4.4 Verschiebung der Altersstrukturen von Musikkäufern
5 TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNGEN UND MODELLANNAHMEN
5.1 Die digitale Revolution
5.2 Digitalisierung von Informationsgütern
5.2.1 Eigenschaften von Informationsgütern
5.2.2 Ökonomie von Informationsgütern
5.3 Moving Picture Expert Group I Layer 3 (MP3)
5.4 P2P-Netzwerke
5.5 Medienkonvergenzen
5.6 Der „Long Tail“
5.7 Wertschöpfungskette innerhalb der Musikindustrie
5.8 Modell des Produkt- und Marktlebenszyklus
6 ZWISCHENFAZIT
7 NAPSTER UND SEINE FOLGEN
7.1 Napster
7.1.1 Entwicklung von Napster
7.1.2 Die Technik von Napster
7.1.3 Das Ende von Napster
7.1.4 Napster legal
7.2 Napsters Nachfolger
7.2.1 Musiktauschbörsen der zweiten Generation
7.2.2 Musiktauschbörsen der dritten Generation
8 REAKTIONEN AUF DIE DIGITALE REVOLUTION
8.1 Kopierschutztechnologien
8.2 Kriminalisierung der Nutzer illegaler Musiktauschbörsen
8.2.1 Verstoß von Musiktauschbörsen gegen das Urheberrecht
8.2.1.1 Rechtswidrigkeit des Uploads von Musik
8.2.1.2 Rechtswidrigkeit des Downloads von Musik
8.2.1.2.1 Alte Rechtsprechung bis 31.12.2007
8.2.1.2.2 Neue Rechtsprechung ab 01.01.2008
8.3 Legale Downloadportale
8.3.1 MusicNet und Pressplay
8.3.2 Popfile
8.3.3 iTunes Store
8.4 „Verpasste“ Entwicklungen der Musikindustrie
8.4.1 Compilations
8.4.2 Die digitale Revolution
9 ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN
9.1 Produktmodifikationen
9.2 Mobile Music
9.3 Mobile Abo-Dienste
9.4 Weiterentwicklung des Urheberrechts
10 FAZIT
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die strukturellen Umbrüche in der Musikindustrie, die durch das Internet, die zunehmende Digitalisierung und die daraus resultierenden neuen technologischen Rahmenbedingungen hervorgerufen wurden. Das primäre Ziel ist es, die Ursachen für die Umsatzrückgänge der Tonträgerindustrie zu analysieren und zu hinterfragen, ob die oft einseitige Schuldzuweisung an die Internetpiraterie wissenschaftlich haltbar ist. Aufbauend auf dieser Untersuchung werden mögliche Zukunftsperspektiven und Erlösmodelle im Zeitalter der digitalen Ökonomie entwickelt.
4.1.2 Die Langspielplatte und die Tonbandkassette
Zwei wichtige Innovationen unterstützten den Trend, der durch den Wohlstandsaufschwung ausgelöst wurde. Zum einen die 1948 vorgestellte Langspielplatte aus Polyvinylchlorid (LP, Vinyl) und zum anderen die 1963 eingeführte Tonbandkassette (MC).
Bei der Vinyl-LP ermöglichte das neue Material PVC das Schneiden von Mikrorillen, sowie eine geringere Drehzahl, wodurch die Spieldauer im Gegensatz zu den alten Schellackplatten verlängert wurde. Dies sorgte für eine rasche Ablösung der Schellackplatte ab 1951. Jede Seite der LP lief ca. 20 Minuten. Die ab 1953 erhältliche Vinyl Single transportierte einzelne Hits, als Vorgeschmack auf das Album, zum Hörer. 1957 hielt dann auch die neue Stereotechnik bei den Platten Einzug.
Die verbesserte Technik führte nach einem Absatztiefstand im Jahr 1949 mit vier Mio. verkauften Tonträgern alsbald wieder zu Absatzsteigerungen und gipfelte zum bis dahin höchsten Stand im Jahr 1955 mit 31 Mio. verkauften Tonträgern. Das Radio wirkte auch hier wieder unterstützend. In den 1950er Jahren kam gerade eine neue Musikform auf: der Rock ’n’ Roll, welcher seinen Durchbruch v. a. dem Rundfunk zu verdanken hatte, der den Jugendlichen einen ungehinderten Zugang zu dieser neuen Musikform verschaffen konnte.
Die ersten Magnetbänder in Kassettenform wurden von der Firma Philips Electrical wie, bereits oben erwähnt, 1963 auf den Markt gebracht. Das Prinzip der MC beruht auf einem mit magnetisierbarem Material beschichteten Kunststoffband zur Speicherung von Schall. Anfänglich noch mit technischen Problemen behaftet, konnte die Qualität rasch verbessert werden und fand einen ersten technischen Höhepunkt 1965 mit der Einführung des Rauschunterdrückungsverfahrens des Amerikaners Ray Dolby. Weitere Vorteile der MC waren ihre kleinen Abmessungen, die Möglichkeit der mobilen Verwendung, die lange Abspielzeit des Bandes und die einfache Bedienung.
1 EINFÜHRUNG: Einleitung in die Problematik der Musikindustrie durch die Digitalisierung und Zielsetzung der Arbeit.
2 BEGRIFFLICHE ABGRENZUNGEN IN DER MUSIKWIRTSCHAFT: Definition der Akteure und Sektoren, von Komponisten über Tonträgerhersteller bis hin zu Verwertungsgesellschaften.
3 URHEBERRECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN: Erläuterung nationaler und internationaler rechtlicher Grundlagen des Urheberrechts im Kontext der Musik.
4 ENTWICKLUNGEN AUF DEM TONTRÄGERMARKT: Historischer Rückblick auf Tonträgerformate, Künstlerlebenszyklen und Substitutionsgüter.
5 TECHNOLOGISCHE ENTWICKLUNGEN UND MODELLANNAHMEN: Analyse der Auswirkungen von Digitalisierung, MP3, P2P-Netzwerken und Medienkonvergenz auf die Musikwirtschaft.
6 ZWISCHENFAZIT: Zusammenfassung der Phasen der deutschen Marktentwicklung und der Gründe für den Markteinbruch.
7 NAPSTER UND SEINE FOLGEN: Detaillierte Darstellung der Geschichte, Technik und rechtlichen Konsequenzen von Napster und dessen Nachfolgern.
8 REAKTIONEN AUF DIE DIGITALE REVOLUTION: Untersuchung der Maßnahmen der Industrie wie DRM, Kriminalisierung der Nutzer und Aufbau legaler Downloadportale.
9 ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN: Aufzeigen von Szenarien für künftige Geschäftsmodelle wie Mobile Music, Abo-Dienste und die Anpassung des Urheberrechts.
10 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Veränderungsprozesse und Ausblick auf die Zukunft der Musikindustrie.
Musikindustrie, Tonträgerindustrie, Digitalisierung, Urheberrecht, Filesharing, Napster, P2P-Netzwerke, Musikpiraterie, Online-Distribution, Wertschöpfungskette, Mobile Music, DRM, Musikwirtschaft, Geschäftsmodelle, Produktlebenszyklus.
Die Diplomarbeit befasst sich mit den tiefgreifenden Wandelungsprozessen der Musikindustrie durch die Digitalisierung und das Internet ab Ende der 1990er Jahre.
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Einordnung des Urheberrechts, der historischen und technischen Entwicklung von Tonträgern sowie ökonomischen Analysen der Geschäftsmodelle im digitalen Zeitalter.
Das Ziel ist die Untersuchung der Ursachen für die Umsatzverluste der Tonträgerindustrie und die Identifikation von Zukunftsperspektiven durch moderne, konsumentengerechte Erlösmodelle.
Es handelt sich um eine fundierte Marktanalyse und historische Bestandsaufnahme, ergänzt durch die Anwendung betriebswirtschaftlicher Theorien wie des Produktlebenszyklus und des Transaktionskostenansatzes.
Der Hauptteil analysiert die technologische Entwicklung von Tonträgern, die Bedeutung von Internettauschbörsen wie Napster, die rechtlichen Reaktionen der Industrie sowie Strategien zur Anpassung an verändertes Konsumverhalten.
Wichtige Begriffe sind Musikwirtschaft, Digitalisierung, Urheberrecht, Filesharing, P2P-Netzwerke und Geschäftsmodelle wie Mobile Music oder Abo-Dienste.
Die Kampagne stellt eine historische Parallele dar; die Musikindustrie versuchte bereits in den 1980ern, das Kopieren durch Kampagnen und pauschale Abgaben zu unterbinden, was später auf die Diskussion um digitale Piraterie übertragen wurde.
Es dient als Fallbeispiel für einen erfolgreichen Markteintritt branchenfremder Unternehmen, die es schafften, durch einfache Bedienung und konsumentenorientierte Preisgestaltung das Problem der mangelnden Akzeptanz legaler Downloadportale zu lösen.
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