Masterarbeit, 2022
75 Seiten, Note: 2,7
I. Einleitung
II. Analyse: Die Bildwelt im Amosbuch im Kontext seiner Sozialkritik
2.1 Überblick zum Amosbuch
2.1.1 Gliederung
2.1.2 Datierung
2.1.3 Die Figur Amos
2.2 Zeitgeschichte: Israel im 8. Jh. v. Chr.
2.2.1 Politisch-militärischer Überblick
2.2.2 Wirtschaftlicher Überblick
2.2.3 Gesellschaftlicher Überblick
2.3 Die Bildwelt im Amosbuch
2.3.1 Am 2,6-8: Die Vergehen Israels
2.3.1.1 Am 2,6: Ein Paar Schuhe
2.3.1.2 Am 2,7: Köpfe in Staub und Entheiligung des heiligen Namen
2.3.1.3 Am 2,8: Wein vom Gelde der Bestraften
2.3.1.4 Am 2,6-8: Zusammenschau
2.3.2 Am 4,1: Die Kühe des Baschan
2.3.2.1 Am 4,1: Zusammenschau
2.3.3 Am 5,7.10-12: Gegen die Unterdrücker
2.3.3.1 Am 5,7: Recht und Wermut
2.3.3.2 Am 5,10.12: Der im Tor Recht spricht
2.3.3.3 Am 5,11: Quadersteine und Weinberge
2.3.3.4 Am 5,7.10-12: Zusammenschau
2.3.4 Am 6,4-6: Gegen Schwelgerei und Selbstsicherheit
2.3.4.1 Am 6,4: Lager aus Elfenbein
2.3.4.2 Am 6,5.6: David, Öl und Josef
2.3.4.3 Am 6,4-6: Zusammenschau
2.3.5 Am 8,4-6: Menschenhandel und Handelsbetrug
2.3.5.1 Am 8,4: Arme und Elende
2.3.5.2 Am 8,5: Efa und Schekel
2.3.5.3 Am 8,6: Abfall von Korn
2.3.5.4 Am 8,4-6: Zusammenschau
III. Auswertung: Die Bildwelt im Amosbuch im Kontext seiner Sozialkritik
3.1 Auswertung der Gegenüberstellung der sozialkritischen Textpassagen im Amosbuch
3.2 Ergebnisse der Gegenüberstellung der sozialkritischen Textpassagen im Amosbuch
3.3 Zusammenfassung: Die Bildwelt im Amosbuch im Kontext seiner Sozialkritik
IV. Religionspädagogische Anknüpfung: Amos im schulischen Kontext
4.1 Curriculare Einordnung
4.2 Unterrichtsvorhaben
4.2.1 Umsetzung I
4.2.2 Umsetzung II
4.3 Lebensweltbezug und Zukunftsbedeutung für Schüler:innen
Die vorliegende Arbeit untersucht die reiche Bildwelt des Amosbuches im Kontext seiner Sozialkritik, um zu verstehen, wie soziale Missstände im 8. Jahrhundert v. Chr. sprachlich artikuliert wurden und welcher Beitrag zur Schließung der Forschungslücke hierbei geleistet werden kann. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie die Sozialkritik anhand von Bildern ausgedrückt wird, welche spezifischen Bilder dabei zum Einsatz kommen und wie diese sprachlich umgesetzt wurden.
2.3.1.1 Am 2,6: Ein Paar Schuhe
Das erste Bild in Am 2,6 wird mit den Worten „So spricht der HERR“ eingeleitet, sodass eindeutig Gottesrede vorliegt. Dies zeigt sich auch im folgenden Satz, wenn es heißt, dass „ich“ die Frevel derer von Israel nicht zurücknehmen will. In Am 2,6 steht außerdem der wahrscheinlich härteste Vorwurf dieser Bilderreihe: In diesem Vers wird auf die Schuldsklaverei und den damit zusammenhängenden Menschenverkauf angespielt, der bereits in Kapitel 2.2.3 Gesellschaftlicher Überblick erläutert wurde. Diese Institution hatte sich ursprünglich dazu bewährt, dass überschuldete Bauernfamilien, die ihre selbständige Existenz verloren hatten, diese wieder aufbauen konnten. Amos kritisiert an dieser Stelle aber nicht die Institution der Schuldsklaverei an sich, sondern deren Missbrauch.81 Wie genau dieser Missbrauch aussah, wird im Folgenden erklärt.
In Vers 6α werden die Unschuldigen für Geld verkauft, was das Handeln an sich in den Vordergrund stellt. Die Unschuldigen werden unabhängig davon, ob sie ihre Notlage selbst zu verschulden hatten oder nicht, verkauft. Vers 6β hingegen stellt den Anlass in den Vordergrund: Die Armen werden für ein Paar Schuhe verkauft.82 An dieser Stelle wird die Bagatellschuld deutlich, für die ein Mensch bereits verkauft wurde: Gläubiger schritten schon bei einer geringen Schuld wie dem Wert eines Paares Schuhe ein, um den Schuldner zu verkaufen.83 R. Kessler folgend können Schuhe aber auch einen symbolischen Wert gehabt haben, der auch in Am 2,6 von Bedeutung sein könnte. In Rut 4,7 heißt es beispielsweise bei einer Grundstückstransaktion zur Bekräftigung des Geschäfts: „Und dies machte man früher in Israel immer beim Lösen oder beim Tauschen, um eine Angelegenheit zu bekräftigen: Der eine zog seine Sandale aus und gab sie dem anderen. Und das war die Bestätigung in Israel.“ Ein weiteres Beispiel findet sich in Ps 60,10; 108,10: Gott wirft hier seinen Schuh auf Edom, was symbolisch für die Besitzergreifung des Gebiets stehen könnte. Das Paar Schuhe in Am 2,6 könnte also auch symbolisch für einen Grundbesitz stehen, sodass der Wert deutlich höher wäre als der reine Materialwert der Schuhe.
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Sozialkritik des Propheten Amos im heutigen Kontext und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Bedeutung der Bildwelt im Amosbuch.
II. Analyse: Die Bildwelt im Amosbuch im Kontext seiner Sozialkritik: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über das Amosbuch, die Zeitgeschichte sowie eine detaillierte Analyse spezifischer Textpassagen mit Fokus auf soziale Unterdrückung.
III. Auswertung: Die Bildwelt im Amosbuch im Kontext seiner Sozialkritik: Der Auswertungsteil synthetisiert die Ergebnisse der vorangegangenen Textanalysen, um Entwicklungen und Muster innerhalb der Bildwelt des Propheten Amos aufzuzeigen.
IV. Religionspädagogische Anknüpfung: Amos im schulischen Kontext: Dieser Abschnitt erörtert die didaktischen Möglichkeiten, die prophetische Sozialkritik im evangelischen Religionsunterricht zu behandeln und Schüler für soziale Gerechtigkeit zu sensibilisieren.
Amosbuch, Sozialkritik, Bildwelt, Gerechtigkeit, Unterdrückung, Oberschicht, Armut, Schuldsklaverei, Religionspädagogik, Propheten, Altes Testament, Samaria, Rechtsprechung, Solidarität, soziale Ungerechtigkeit.
Die Arbeit analysiert die Bildwelt im Amosbuch und deren enge Verknüpfung mit der darin geäußerten starken Sozialkritik des Propheten.
Zu den Schwerpunkten zählen die sozialkritischen Passagen, die Darstellung von Arm und Reich, der Luxus der Oberschicht sowie die Instrumentalisierung des Rechtswesens.
Das Hauptziel besteht darin zu klären, wie die Sozialkritik durch bildhafte Sprache ausgedrückt wird und welche sozio-ökonomischen Hintergründe dabei eine Rolle spielen.
Die Arbeit folgt einer exegetisch-analytischen Methode, wobei einschlägige Kommentare und sozialgeschichtliche Studien zum Alten Testament herangezogen werden.
Im Hauptteil werden zentrale Bildreihen (wie die "Kühe des Baschan" oder der Betrug im Handel) exegetisch untersucht und in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext interpretiert.
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialkritik, Bildsprache, Unterdrückung, Gerechtigkeit und die Aktualisierung biblischer Texte charakterisiert.
Die Arbeit betont, dass Gott sich mit den Schutzlosen identifiziert, wodurch der Missbrauch durch die Mächtigen eine Entheiligung des heiligen Namens darstellt.
Das soziale Gefälle wird als direkter Indikator für das Zerbrechen der gesellschaftlichen Solidarität und als Ursache für die massive Ausbeutung der Armen identifiziert.
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