Masterarbeit, 2022
89 Seiten, Note: 2,0
1. Heftroman und New Adult-Roman: Definitionen und Genrekonfigurationen
1.1. Begriffsbestimmung: Trivial- und Unterhaltungsliteratur
1.2. Die Entwicklung des Heftromans
1.3. Die Anti-Schund-Bewegung
1.4. Der Heftroman als Teil der Trivialliteratur
1.5. New Adult-Romane als Teil der Unterhaltungsliteratur
2. Genrekonventionen in Heft- und New Adult-Romanen
2.1. Themen und thematische Restriktionen
2.2. Gruppen-, Rollen- und Geschlechterbilder
2.3. Serialität und Reihenzugehörigkeit
2.4. Narratives Storytelling
3. Analyse der Genrekonventionen von New Adult-Romanen und Heftromanen anhand der Beispiele Someone to Stay von Laura Kneidl und Ein Mann wie ein Erdbeben von Karen Sanders aus der Reihe Silvia-Schicksal
3.1. Die psychophysische Konstruktion der Heldin
3.2. Die psychophysische Konstruktion des Helden
3.3. Themen, Konflikte und Lösungsstrategien
3.4. Liebe, Sexualität und sexualisierte Gewalt
3.5. Diversität
3.6. Erzählstruktur und Sprache
Die Arbeit untersucht die Genrekonventionen von Heftromanen und New Adult-Romanen, um deren Ähnlichkeiten und Unterschiede aufzuzeigen sowie deren systematische Einordnung in die Unterhaltungsliteratur zu analysieren. Dabei steht insbesondere die Frage im Fokus, wie diese Romane trotz ihrer Trivialität Identifikationsflächen für junge Frauen schaffen und welche Rolle dabei moderne Einflüsse wie Soziale Medien oder filmische Dramaturgien spielen.
3.1. Die psychophysische Konstruktion der Heldin
Das Äußere der Liebesromanheldin ist strengen Regeln unterworfen.309 Die Protagonistin des vorliegenden Heftromans bildet hier keine Ausnahme. Ganz im Sinne der normativen Genrekonventionen ist Christina außergewöhnlich schön. Sie hat ein „schönes Gesicht“ (Silvia 33) und ist von kleiner, zarter Gestalt mit voller Oberweiter, einer schlanken Taille und sanft geschwungenen Hüften (vgl. Silvia 5). Ihre „unschuldigen Augen“ (Silvia 33) sind „so tief und blau“, dass Jack glaubte „in den Himmel zu sehen“ (Silvia 15). Ihre langen, blonden Haare (vgl. Silvia 5) und „zart gebräunten Arme“ (Silvia 3) runden ihre „aparte Erscheinung“ (Silvia 3) ab. Auch olfaktorisch sticht Christina hervor und duftet „nach Wind und Blüten“ (Silvia 52).
Grundsätzlich geht aus den Beschreibungen deutlich hervor, dass es sich bei der Protagonistin um keinen gewöhnlichen Menschen handelt, und sie sich – zumindest durch ihr Äußeres – von ihrer Umgebung abhebt.310 Wenn die oder der Autor:in auf eine exakte Beschreibung des Äußeren verzichtet, werden jedoch andere Mittel gewählt, die äußeren Attribute der Heldin hervorzuheben und zu beschreiben. So wird z.B. durch die Reaktion anderer Romanfiguren oder deren Äußerungen deutlich, wie übermäßig schön die Heldin ist.311 So stellt Christinas Tante Roswitha fest, dass sich Christina „zu einer wahren Schönheit gemausert“ (Silvia 14) hat. Und auch Jack erkennt, dass „alles an ihr zart und erlesen“ (Silvia 14) wirkt. Dabei legen die Heldinnen – zumindest im Heftroman – traditionell großen Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild, was zwei Attribute besonders hervorheben soll: Reichtum und Schönheit. 312
1. Heftroman und New Adult-Roman: Definitionen und Genrekonfigurationen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Begriffsbestimmung der untersuchten Literaturformen und beleuchtet deren historische Entwicklung sowie die Debatte um ihre Einordnung als Trivialliteratur.
2. Genrekonventionen in Heft- und New Adult-Romanen: Hier werden die wiederkehrenden strukturellen Merkmale, thematischen Vorgaben und Erzählformen, wie Serialität und Dramaturgie, analysiert, die beide Genres charakterisieren.
3. Analyse der Genrekonventionen von New Adult-Romanen und Heftromanen anhand der Beispiele Someone to Stay von Laura Kneidl und Ein Mann wie ein Erdbeben von Karen Sanders aus der Reihe Silvia-Schicksal: Im praktischen Teil werden die zuvor erarbeiteten theoretischen Konventionen an zwei konkreten Primärtexten detailliert auf ihre Anwendung und Ausgestaltung hin untersucht.
Heftroman, New Adult, Trivialliteratur, Unterhaltungsliteratur, Genrekonventionen, Serialität, Drehbuchtheorie, Liebesroman, Frauenbild, Heldenreise, Psychophysische Konstruktion, Identifikation, Klischees, Narrative Struktur, Konsumentenerwartung
Die Arbeit analysiert die inhaltlichen und strukturellen Konventionen von Heftromanen sowie New Adult-Romanen und untersucht deren Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Unterhaltungsliteratur.
Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Unterhaltungsliteratur, die Bedeutung von Genrekonventionen, Geschlechterrollen, die Nutzung von filmischen Dramaturgien und das Bedürfnis nach Eskapismus sowie Identifikation bei der Leserschaft.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass sich beide Genres trotz unterschiedlicher Wahrnehmung derselben genretypischen Konventionen bedienen, um das Bedürfnis der Leserschaft nach einer "heilen Welt" und Unterhaltung zu befriedigen.
Die Autorin nutzt eine vergleichende Literaturanalyse, kombiniert mit theoretischen Ansätzen aus der Medienwissenschaft, Filmtheorie (insbesondere Drehbuchtheorien) und der Trivialliteraturforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in einer theoretische Abhandlung zu Definitionen und Konventionen sowie in eine konkrete Analyse der zwei ausgewählten Romane "Someone to Stay" und "Ein Mann wie ein Erdbeben".
Sie dienen als empirische Analyseobjekte, um Merkmale wie die psychophysische Charakterzeichnung, den Umgang mit Konflikten, die Sexualisierung und das Familienbild direkt am Text zu belegen und zu vergleichen.
Die Arbeit legt dar, dass sowohl Heft- als auch New Adult-Romane häufig klassischen Hollywood-Dramaturgien folgen, was die Übertragbarkeit in filmische Formate erleichtert und die Leserschaft durch bekannte Schemata an die Texte bindet.
Während in New Adult-Romanen zunehmend berufliche Ambitionen und eine gewisse Unabhängigkeit thematisiert werden, bleibt das Frauenbild im klassischen Heftroman deutlich traditioneller, passiver und stark auf die Partnerschaft fokussiert.
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