Diplomarbeit, 2000
58 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Erwartete Kapitalmarktreaktionen auf Abwehrmaßnahmen
2.1 Zukauf mit rechtlicher Problematik
2.2 Werbemaßnahmen
2.3 Weißer Ritter
2.4 Börseneinführung von Unternehmensteilen
3 Methoden und Daten
4 Ergebnisse
4.1 Mannesmann kündigt die Übernahme der Orange Plc an (21. Oktober 1999)
4.2 Ankündigung einer groß angelegten Werbekampagne für die eigene Strategie (18. November 1999)
4.3 Presseberichten zufolge ist Vivendi S.A. der weiße Ritter (10. Januar 2000)
4.4 Mannesmann kündigt den Börsengang der Internetsparte an (14. Januar 2000)
5 Diskussion
Diese Arbeit untersucht die Reaktionen des Kapitalmarktes auf Abwehrmaßnahmen, die von Unternehmen während einer feindlichen Übernahme ergriffen werden, unter Anwendung der Agency-Theorie. Ziel ist es zu analysieren, ob das Management durch diese Maßnahmen den Unternehmenswert im Sinne der Aktionäre steigert oder primär eigene Interessen verfolgt.
2.1 Zukauf mit rechtlicher Problematik
Möglichen Schutz vor einer drohenden Übernahme bietet der Einsatz gezielter Strukturmaßnahmen, so z.B. ein sog. Zukauf mit rechtlicher Problematik. Das Zielunternehmen erwirbt dabei bewußt ein Unternehmen, das dem Übernahmeinteressenten im Falle einer Übernahme rechtliche Probleme verursacht. Das Management der Zielgesellschaft hat zwei Möglichkeiten, um derartige rechtliche Probleme hervorzurufen.
Entweder durch den Zukauf eines Unternehmens aus staatlich kontrolliertem Bereich oder durch den Zukauf eines Unternehmens, durch das dem Übernehmer kartellrechtliche Probleme entstehen.
Der Kauf eines staatlich kontrollierten Unternehmens als Abwehrmaßnahme scheidet in Deutschland aus, da diese Unternehmen strengen Bestimmungen unterliegen. Eine Verbindung auf gesellschaftlicher Ebene, die geeignet wäre, eine Übernahme zu erschweren, ist nahezu unmöglich.
Voraussetzung für das Entstehen kartellrechtlicher Probleme ist eine durchsetzungsfähige Fusionskontrolle. Können sich durch den Zusammenschluß Auswirkungen auf die Markt- und Wettbewerbsverhältnisse ergeben, finden entweder die nationalen Kartellgesetze oder die europäische Fusionskontrolle Anwendung.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Fusionen und feindlichen Übernahmen ein und definiert den theoretischen Rahmen der Agency-Theorie im Kontext von Interessenkonflikten zwischen Management und Aktionären.
2 Erwartete Kapitalmarktreaktionen auf Abwehrmaßnahmen: In diesem Kapitel werden vier spezifische Abwehrmaßnahmen theoretisch vorgestellt und deren potenzielle Wirkung auf den Aktienkurs sowie der Bezug zum Agency-Konflikt erläutert.
3 Methoden und Daten: Hier wird die Methodik der Event-Study beschrieben sowie das Marktmodell und die notwendigen Datenquellen zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen spezifiziert.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse der Untersuchung anhand von abnormalen Renditen bei spezifischen Ereignissen während der Übernahme der Mannesmann AG.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch interpretiert, mit bestehender Literatur verglichen und die Bestätigung bzw. Widerlegung der Hypothesen diskutiert.
Feindliche Übernahme, Agency-Theorie, Abwehrmaßnahmen, Kapitalmarktreaktionen, Mannesmann AG, Vodafone AirTouch, Event-Study, Abnormale Rendite, Unternehmenskontrolle, Shareholder Value, Kartellrecht, Börsengang, Investor Relations, Markt für Unternehmenskontrolle.
Die Arbeit untersucht, wie der Kapitalmarkt auf verschiedene Abwehrmaßnahmen von Unternehmen reagiert, die sich gegen feindliche Übernahmen zur Wehr setzen.
Die zentralen Themen sind Übernahmestrategien, Agency-Probleme in Aktiengesellschaften, die Rolle des Managements bei Übernahmen und die Informationseffizienz des Aktienmarktes.
Das primäre Ziel ist zu klären, ob Abwehrmaßnahmen aus Sicht der Aktionäre wertsteigernd wirken oder ob sie lediglich den Interessen des Managements dienen, die Kontrolle zu behalten.
Es wird eine Event-Study-Methodik verwendet, um die abnormalen Renditen der Mannesmann-Aktie im Zusammenhang mit spezifischen Ereignissen der Übernahme durch Vodafone AirTouch zu berechnen.
Im Hauptteil werden vier konkrete Abwehrmaßnahmen – Zukauf mit rechtlicher Problematik, Werbemaßnahmen, Weißer Ritter und Börseneinführung von Unternehmensteilen – theoretisch hergeleitet und anhand empirischer Daten analysiert.
Wichtige Schlüsselwörter sind Feindliche Übernahme, Agency-Theorie, Abwehrmaßnahmen, Kapitalmarktreaktionen und Shareholder Value.
Die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone AirTouch im Jahr 2000 gilt als prägnantes Beispiel einer feindlichen Übernahme, bei der das Management verschiedene Abwehrstrategien erprobte.
Die Agency-Theorie dient als theoretisches Gerüst, um den Interessenkonflikt zwischen dem Management, das seinen Posten sichern möchte, und den Aktionären, die an der Maximierung des Unternehmenswertes interessiert sind, zu analysieren.
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