Masterarbeit, 2021
199 Seiten, Note: 1,35
0. KAPITEL: DIE EINFÜHRUNG
0.1. Motivationen
0.2. Themavorstellung
0.3. Problem- und Fragestellungen
0.4. Hypothesen
0.5. Forschungsstand
0.6. Zielsetzung der Arbeit
0.7. Theoretische und methodische Vorgehensweisen
0.8. Aufbau der Arbeit
1. KAPITEL: BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
1.1. Textlinguistik
1.2. Der Text
1.3. Textgrammatik: Kohäsion, Kohärenz und thematische Progression
2. KAPITEL: DIE ANAPHORIK
2.1. Begriffliche Erörterung
2.2. Anfänge der Forschungen zu Verweisphänomenen in der Textlinguistik
2.3. Direkte Anaphern
2.3.1. Direkte pronominale Anaphern
2.3.2. Die Adverbialanaphern
2.3.3. Die Nullanapher
2.3.4. Direkte Nominalphrasenanaphern
2.3.5. Pluralanaphern
2.3.6. Komplexe Anaphern
2.4. Indirekte Anaphern
3. KAPITEL: THEORIEN ZUR ANAPHERNRESOLUTION
3.1. Die klassische Centering-Theorie (CT)
3.2. Die Diskursrepräsentations-Theorie (DRT)
3.2.1. Diskursrepräsentationsstrukturen (DRSen) und die Auflösung von direkten Anaphern
3.3. Die Rhetorische Strukturtheorie (RST)
3.3.1. Allgemeines über die RST
3.3.2. Die RST und die Auflösung indirekter Anaphorik
4. KAPITEL: Quantitative Inhaltsanalyse, Untersuchungsrahmen und Datenerhebung
4.1. Zur quantitativen Inhaltsanalyse von Texten
4.1.1. Begriffliche Annährung
4.1.2. Die Schritte einer Inhaltsanalyse
4.2. Die methodische Vorgehensweise und der Untersuchungsrahmen
4.3. Datenerhebung, –Klassifizierung und -Analyse
4.3.1. Von Literaturstudierenden aufgebaute Anaphora
4.3.1.1. Direkte Anaphora
4.3.1.2. Indirekte Anaphora
4.3.1.2.1. Nominalphrasenanaphern
4.3.1.2.2. Pronominalanaphern
5. KAPITEL: Datenanalyse; –Auswertung und Hypothesenprüfung
5.1. Von Landeskundestudierenden aufgebaute Anaphora
5.1.1. Direkte Anaphora
5.1.2. Indirekte Anaphora
5.1.2.1. Nominalphrasenanapher
5.1.2.2. Pronominalanaphern
5.2. Von Linguistikstudierenden aufgebaute Anaphora
5.2.1. Direkte Anaphora
5.2.2. Indirekte Anaphora
5.2.2.1. Nominalphrasenanapher
5.3. Untersuchungsergebnisse und Hypothesenprüfung
6. KAPIITEL: SCHLUSSBEMERKUNGEN UND AUSBLICKE FÜR DIE AUSLANDGERMANISTIK
6.1. Schlussbetrachtung
6.2. Ausblicke für die Auslandgermanistik
Die Arbeit untersucht die Strukturierung anaphorischer Verweise in Prüfungsarbeiten von Master-2-Studierenden der Deutschabteilung an der Universität von Jaunde 1. Ziel ist es, die syntaktischen und pragmatischen Kompetenzen der Studierenden im Hinblick auf den korrekten Gebrauch und die Auflösung von Anaphern zu analysieren sowie die zugrundeliegenden Schwierigkeiten zu identifizieren.
Die Diskursrepräsentations-Theorie (DRT)
Die Diskursrepräsentationstheorie (DRT) ist eine Theorie der formalen Semantik, die als Basis für eine der bekanntesten linguistischen Grammatikmodelle ist, nämlich die Phrasenstrukturgrammatik (PSG), noch unter dem Namen Konstituentenstrukturgrammatik (KSG) nach Chomsky bekannt. Die DRT wurde in Anlehnung an Arbeiten Irene Heims (1982) über File Change Semantics von Hans Kamp und Uwe Reyle entwickelt. Sie ist daher eine Erweiterung der klassischen Satz-Semantik und verweist somit auch auf eine graphische Sprache, die zwischen den sprachlichen Ausdrücken und deren Deutung (semantische Interpretation) vermittelt. Jedoch ist sie im Gegensatz zur satzsemantischen Theorien satzübergreifend und kümmert sie sich somit um semantische Interpretation von Texten, wobei der Schwerpunkt, je nach der DRT-Variante, auf die anaphorischen Bezüge innerhalb der Texte gesetzt wird. (Del Negro 2020: 18-20).
Wie gerade oben schon eingeführt, wurde die DRT erstmals von Kamp (1981) entworfen und später durch Kamp und Reyle (1984) breiter veröffentlicht. Daraus ergibt sich, die DRT ist eine Theorie, die zur Theorien der dynamischen Semantik angehört. Semantische Theorien dynamischer Art sind solche Theorien, die darauf abzielen Informationen und Wahrheitsgehalt, die sich jeweils aus der Bedeutung einer Aussage und der entsprechenden Sprechsituation gewinnen lassen, miteinander zu verbinden. Davon ausgehend lässt sich feststellen, dass die DRT auch die wechselseitigen Beziehungen, die zwischen Semantik und Pragmatik bestehen, untersucht (Ebd.: 18). Grob betrachtet, zielen dynamische semantische Theorien darauf ab, diese Gegenseitige Abhängigkeit zwischen Bedeutung einer Äußerung (sprachliche Bedeutung) und dem entsprechenden Äußerungskontext (Wahrheitsbedingungen) anhand formaler Sprache zu modellieren.(C. Unger 2006: 3).
0. KAPITEL: DIE EINFÜHRUNG: Dieses Kapitel motiviert die Untersuchung, erläutert das Thema der Anaphorik in Prüfungsarbeiten und formuliert die zentralen Forschungsfragen und Hypothesen.
1. KAPITEL: BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Hier werden grundlegende fachwissenschaftliche Konzepte wie Textlinguistik, der Textbegriff und die Textgrammatik im Hinblick auf ihre Relevanz für die Anaphorik definiert.
2. KAPITEL: DIE ANAPHORIK: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über Verweisphänomene und klassifiziert verschiedene Arten direkter und indirekter Anaphern systematisch.
3. KAPITEL: THEORIEN ZUR ANAPHERNRESOLUTION: Die theoretischen Ansätze der Centering-Theorie, der Diskursrepräsentationstheorie sowie der Rhetorischen Strukturtheorie werden zur Analyse anaphorischer Ketten vorgestellt.
4. KAPITEL: Quantitative Inhaltsanalyse, Untersuchungsrahmen und Datenerhebung: Das Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Auswahl des Korpus aus Prüfungsarbeiten und die Datenerhebung der anaphorischen Strukturen.
5. KAPITEL: Datenanalyse; –Auswertung und Hypothesenprüfung: Hier werden die erhobenen Daten analysiert, ausgewertet und die im Vorfeld aufgestellten Hypothesen überprüft und diskutiert.
6. KAPIITEL: SCHLUSSBEMERKUNGEN UND AUSBLICKE FÜR DIE AUSLANDGERMANISTIK: Das Kapitel fasst die Untersuchung zusammen und gibt didaktische Empfehlungen für das Studium der Germanistik als Fremdsprache.
Anaphorik, Textlinguistik, Koreferenz, Indirekte Anaphern, Centering-Theorie, Diskursrepräsentations-Theorie, Rhetorische Strukturtheorie, Inhaltsanalyse, Kohäsion, Kohärenz, Sprachbeherrschung, Fremdsprachunterricht, Textproduktion, Diskursreferenten, Referenz.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von anaphorischen Verweisstrukturen in deutschen Texten, die von Studierenden kamerunischer Herkunft im Rahmen von Master-Prüfungen verfasst wurden.
Die Schwerpunkte sind die Textlinguistik, insbesondere die Mechanismen der Textkohäsion und Kohärenz, sowie die Frage, wie anaphorische Referenzen im Deutschen korrekt aufgebaut und aufgelöst werden.
Das Hauptziel ist zu überprüfen, ob auslandgermanistische Studierende die in der Literatur beschriebenen Parameter für einen korrekten Anapherngebrauch in ihrer Textproduktion berücksichtigen und welche Schwierigkeiten dabei auftreten.
Es wird eine quantitative Inhaltsanalyse angewandt, unterstützt durch die theoretischen Analysewerkzeuge der Centering-Theorie (CT), der Diskursrepräsentationstheorie (DRT) und der Rhetorischen Strukturtheorie (RST).
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block zur Anaphorik und den damit verknüpften Theorien sowie einen empirischen Teil, in dem konkrete Prüfungsarbeiten von Studierenden ausgewertet werden.
Wichtige Fachbegriffe sind Anaphorik, Koreferenz, Diskursreferenten, Textproduktionsfähigkeit sowie die Konzepte von Kohäsion und Kohärenz innerhalb der germanistischen Sprachwissenschaft.
Prüfungsarbeiten stellen eine spezifische Textsorte dar, in der die Kommunikativfähigkeit und das Sprachniveau unter Zeitdruck nachgewiesen werden müssen, was den Anapherngebrauch besonders herausfordernd macht.
Die Ergebnisse zeigen, dass Studierende teilweise Schwierigkeiten bei der Wahl des korrekten Referenzmittels (z.B. Pronomen vs. Nominalphrase) haben, wenn die Distanz zum Antezedenten zunimmt.
Der Autor schlägt vor, die Vermittlung expliziter sprachwissenschaftlicher Kenntnisse über Anaphorik stärker in das Lehrcurriculum zu integrieren, um die kommunikative Kompetenz der Studierenden langfristig zu verbessern.
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