Bachelorarbeit, 2021
63 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Nachhaltigkeit
2.1.1 Ursprung und heutiges Verständnis
2.1.2 Externe Kosten
2.2 Verkehrsinfrastrukturprojekte
2.2.1 Gesellschaftliche Akzeptanz
2.2.2 Transeuropäische Verkehrsnetze
2.2.3 Das Bauvorhaben LGV Lyon-Turin
2.3 Zusammenhang Nachhaltigkeit und Logistik
3. Methodische Vorgehensweise
4. Grundlagen zur Evaluation des LGV Lyon-Turin
4.1 Modell zur Bewertung externer Kosten
4.2 Argumente von Kritikern und Befürwortern
5. Bewertung des LGV Lyon-Turin
5.1 Vergleich der Kriterien für externe Kosten mit den Argumenten der Interessensparteien
5.2 Rückschlüsse aus den Interessenkollisionen für Infrastrukturprojekte im Allgemeinen
5.3 Abschließende Beurteilung des Projekts
6. Fazit
Die Arbeit analysiert die Bewertung von großen Verkehrsinfrastrukturprojekten im Kontext der Nachhaltigkeit am Beispiel des LGV Lyon-Turin. Dabei wird untersucht, wie Interessenkollisionen zwischen Befürwortern und Kritikern entstehen und wie diese im Rahmen einer nachhaltigen Projektplanung adressiert werden können, insbesondere unter Berücksichtigung externer Kosten.
2.1.2 Externe Kosten
Häufig werden Logistik und Umweltschutz konfliktär gegenübergestellt, da mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen auch gleichzeitig ein hohes CO2-Emissionsniveau suggeriert wird. Im Zuge dieser Beeinträchtigung für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen wurde der Begriff der externen Kosten definiert. Dieser Begriff beschreibt die Kosten, die nicht durch den Verursacher, sondern durch Dritte (z.B. zukünftige Generationen, Steuerzahler) getragen werden. Dabei handelt es sich u.a. um CO2- und Lärmemissionen sowie Flächenbeanspruchungen. Berücksichtigt werden hierbei also Umweltschäden, insbesondere gesundheitliche und ökologische Schäden sowie Schäden am Eigentum von Personen.
Zur Berücksichtigung externer Kosten hat die Bundesregierung am 01.08.2006 das „Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform“ verabschiedet. Allerdings wird hier allein der Energieverzehr und nicht die Schadstoffemissionen besteuert. Um auch diese externen Kosten internalisieren zu können, kann die Einführung einer „Ökosteuer“ sinnvoll sein. Diese sollte dann möglichst 1:1 an die Geschädigten von Infrastrukturprojekten transferiert werden, um Ausgleichsmaßnahmen umsetzen zu können. Trotz der Tatsache, dass genau dieser Ansatz der Schadensregulierung auch in dem Impact Pathway Approach der EU manifestiert ist, ist dies eigentlich nicht die Zweckhaftigkeit von Steuern.
Die monetäre Bewertung der Umweltschäden ist deshalb essentiell, da diese Aspekte sonst bei politischen Entscheidungen kaum oder gar nicht berücksichtigt werden. Bei der Berechnung orientiert man sich v.a. an den Umweltschutzzielen der Gesellschaft und den damit verbundenen Risiko- oder Schadensminderungen. Zusätzlich können Grenzkosten der Zielerreichung ermittelt werden.
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der Nachhaltigkeit im Verkehrssektor und Vorstellung der Problemstellung am Beispiel des LGV Lyon-Turin.
2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Konzepte Nachhaltigkeit und externe Kosten sowie Beschreibung von Infrastrukturprojekten und des TEN-V Projekts Lyon-Turin.
3. Methodische Vorgehensweise: Darstellung des deduktiven Forschungsansatzes unter Nutzung einer Literaturarbeit und einer qualitativen Inhaltsanalyse.
4. Grundlagen zur Evaluation des LGV Lyon-Turin: Gegenüberstellung von Bewertungsmethoden für externe Kosten und Identifikation der Argumente verschiedener Interessensgruppen.
5. Bewertung des LGV Lyon-Turin: Qualitativer Vergleich der Kostenkriterien mit den Argumenten der Akteure sowie Ableitung von allgemeingültigen Rückschlüssen.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach der Rentabilität und Akzeptanz des Projekts.
Nachhaltigkeit, LGV Lyon-Turin, externe Kosten, Verkehrsinfrastruktur, TEN-V, Logistik, Interessenkollision, NIMBY-Effekt, Treibhausgasemissionen, Klimaschutz, Stakeholder Management, Schienengüterverkehr, Infrastrukturprojekt, Akzeptanz, Projektbewertung.
Die Arbeit untersucht, wie Infrastrukturprojekte im Verkehrssektor, insbesondere das LGV Lyon-Turin, unter Nachhaltigkeitsaspekten und unter Einbeziehung externer Kosten bewertet werden können.
Die Themen umfassen Begriffe und Modelle der Nachhaltigkeit, die Bewertung externer Effekte, die Dynamik zwischen Infrastrukturausbau und gesellschaftlichem Widerstand sowie die Rolle transeuropäischer Verkehrsnetze.
Ziel ist es, Interessenkollisionen zwischen Kritikern und Befürwortern eines Großprojekts zu analysieren und Empfehlungen für die Kommunikation und Gestaltung zukünftiger Infrastrukturvorhaben abzuleiten.
Es handelt sich um eine deduktive Forschung in Form einer Kombination aus Literaturarbeit und einer Inhaltsanalyse, die Argumente verschiedener Interessensparteien systematisch vergleicht.
Im Hauptteil werden methodische Ansätze zur Berechnung externer Kosten von EU und UBA vorgestellt und mit den spezifischen Argumentationslinien von Kritikern und Befürwortern des Lyon-Turin-Projekts abgeglichen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nachhaltigkeit, externe Kosten, Stakeholder, Infrastrukturplanung, Verkehrspolitik und Konfliktmanagement charakterisiert.
Sie dienen als quantifizierbare bzw. bewertbare Kriterien (z.B. Lärm, Luftverschmutzung, Lebensraumverlust), um die Nachhaltigkeitsargumente der verschiedenen Parteien auf Basis offizieller Daten zu prüfen.
Der Widerstand wurde durch die Auswertung verschiedener Zeitungsartikel und Medienberichte als zentraler Faktor für Projektverzögerungen und als Ausdruck eines generellen Vertrauensverlustes in Politik und Wirtschaft identifiziert.
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