Masterarbeit, 2019
85 Seiten, Note: 1,0
1. Das Klimawandelleugnernetzwerk als Bedrohung für den Klimaschutz
2. Forschungsvorhaben und Relevanz
3. Forschungsstand
3.1. Der anthropogene Klimawandel und seine Folgen als diskursiver Kontext
3.2. Klimapolitik und Klimawandelleugner.
3.3. Der Klimawandel und die Leugnung des Klimawandels im Diskurs
3.4. Forschungslücke
4. Klimawandelleugner in Deutschland und in den USA
4.1. Definition
4.2. Klimawandelleugner in Deutschland
4.3. Klimawandelleugner in den USA
4.4. Zusammenfassung: Vergleich der Klimawandelleugnerstrukturen in Deutschland und in den USA
4.5. Auswahl der Akteure für die akteurszentrierte Diskursanalyse
5. Theorie und Methode
5.1. Die Kritische Diskursanalyse
5.1.1 Die akteurszentrierte Ebene der Diskursanalyse
5.1.2 Die medienzentrierte Ebene der Diskursanalyse
5.1.3 Diskurspositionen
5.1.4 Die Anti-Reflexivity Theorie und dessen Grundverständnis
5.2 Die Qualitative Inhaltsanalyse
5.2.1 Operationalisierung und Vergleich der Kategorien
5.3 Der Untersuchungskorpus
5.4 Zusammenfassung vom methodischen Vorgehen
6. Ergebnisse
6.1 Die Diskurspositionen der Akteure und deren Vergleich
6.1.1 Das diskursive Feld Politik
6.1.1.1 Die Alternative für Deutschland
6.1.1.2 Grand Old Party (Republican Party)
6.1.1.3 Der Vergleich des KLD im diskursiven Feld Politik
6.1.2 Das diskursive Feld Wirtschaft
6.1.2.1 RWE
6.1.2.2 Exxon Mobil
6.1.2.3 Der Vergleich des KLD im diskursiven Feld Wirtschaft
6.1.3 Das diskursive Feld Gesellschaft
6.1.3.1 Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE)
6.1.3.2 The Heartland Institute
6.1.3.3 Der Vergleich des KLD im diskursiven Feld Gesellschaft
6.2 Der KLD in Deutschland und USA im Vergleich – eine Frage der Ideologie?
6.3 Der Klimawandel als politischer Kampfbegriff
7. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Strategien und Diskurspositionen ausgewählter Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland und den USA, um zu untersuchen, ob „Klimawandelleugnung“ primär eine Frage politischer Einstellung und ideologischer Interessen ist. Dabei wird aufgedeckt, wie durch aktives Bestreiten wissenschaftlicher Konsense Machtstrukturen beeinflusst und politische Entscheidungen sowie Klimaschutzbemühungen systematisch unterwandert werden.
1. Das Klimawandelleugnernetzwerk als Bedrohung für den Klimaschutz
Als Donald Trump 2017 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, waren seine Politikpositionen zwar bekannt – allerdings machte er diesbezüglich immer wieder widersprüchliche Aussagen. So behauptete er beispielsweise, dass die NATO ein „obsoletes“ Überbleibsel aus der Ära des Kalten Krieg sei. In einer weiteren Bemerkung widersprach er sich selbst und meinte sie sei nicht länger obsolet (Superville 2018). Deswegen wurden insbesondere seine Positionen zum Klimawandel in den Medien mit Skepsis verfolgt, da befürchtet wurde, dass er Obamas Bemühungen für den Klimaschutz revidieren könnte. Letztendlich trat genau dieser Fall ein: Der US-amerikanische Präsident bezeichnete den Klimawandel als eine Erfindung, machte zahlreiche Klimaschutzmaßnahmen rückgängig und setzte wieder auf Erdöl und Kohle als Energieträger (Portmann 2019; Der Tagesspiegel 2018). Ein potenzieller Klimawandelleugner lenkte nun die Geschicke eines der mächtigsten Länder der Welt.
Das Phänomen des „Klimaleugnens“ existiert zwar schon seit den ersten Veröffentlichungen zum menschengemachten Klimawandel, ist aber erst in den letzten Jahren durch verschiedene internationale Klimagipfel ein bedeutendes Thema im medialen Diskurs geworden. Vor allem der Rückzug Trumps aus dem wichtigen Pariser Klimaabkommen, bei dem sich erstmalig 195 Staaten auf allgemeine, rechtsverbindliche Maßnahmen für den Klimaschutz einigen konnten, kann als einen großen Erfolg der Klimawandelleugner angesehen werden (Europäische Kommission 2015).
Doch nicht nur in den USA sind diese Protagonisten häufig im Medienalltag zu finden. In Deutschland verbreitet vor allem die AfD Skepsis bezüglich des Klimawandels. So behauptet der AfD-Parteichef Alexander Gauland, dass es nicht irgendetwas gäbe, was Menschen gegen den Klimawandel machen könnten, da es auch früher Heiß- und Kaltzeiten gegeben habe. Eine Klimapolitik könne deshalb nichts bewirken (Zeit Online 2018).
1. Das Klimawandelleugnernetzwerk als Bedrohung für den Klimaschutz: Einführung in die Thematik der organisierten Klimawandelleugnung durch einflussreiche Akteure und deren direkte politische Auswirkungen.
2. Forschungsvorhaben und Relevanz: Darlegung der Intention, Machtstrukturen und sozioökonomische Kontexte der Klimawandelleugner mittels Kritischer Diskursanalyse aufzudecken.
3. Forschungsstand: Einordnung des wissenschaftlichen Kenntnisstandes zu Klimapolitik, Klimaskeptizismus sowie Identifizierung der bestehenden Forschungslücken.
4. Klimawandelleugner in Deutschland und in den USA: Definition der Akteure und grundlegende Gegenüberstellung der Strukturen sowie Begründung der Auswahl für die Diskursanalyse.
5. Theorie und Methode: Erläuterung der theoretischen Basis (Foucault/Jäger) und der methodischen Vorgehensweise durch qualitative Inhaltsanalyse und Fallvergleich.
6. Ergebnisse: Detaillierte Analyse und Vergleich der Diskurspositionen der Akteure in den Feldern Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie allgemeine Einordnung in die Diskurstheorie.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse sowie Reflexion der Unterschiede und Gemeinsamkeiten im internationalen Vergleich und Anregungen für zukünftige Forschung.
Klimawandelleugner, Klimaskeptizismus, Kritische Diskursanalyse, Klimapolitik, Energiewende, fossile Brennstoffe, Anti-Reflexivity Theorie, Think Tanks, AfD, Republikaner, Lobbyismus, Klimadiskurs, mediale Konstruktion, RWE, Exxon Mobil
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Leugnung des anthropogenen Klimawandels und analysiert die Diskurspositionen und Interessen von Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland und den USA.
Die zentralen Felder umfassen die Klimapolitik, die Einflüsse konventioneller Energiekonzerne, die Rolle konservativer Ideologien sowie die medialen Darstellungen des Klimawandels.
Das primäre Ziel ist es, aufzudecken, wieso Akteure den menschengemachten Klimawandel leugnen, wie sie ihre Positionen im Diskurs etablieren und ob dabei Gemeinsamkeiten zwischen deutschen und US-amerikanischen Akteuren bestehen.
Die Arbeit nutzt die Kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger in Verbindung mit einer induktiven qualitativen Inhaltsanalyse, um Akteurspositionen und mediale Diskurse systematisch zu vergleichen.
Der Hauptteil analysiert spezifische Akteure (AfD, Republikaner, RWE, Exxon Mobil, EIKE, Heartland Institute) in ihren jeweiligen diskursiven Feldern und ordnet deren Aussagen in eine theoretische Ideologiekritik ein.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Klimawandelleugnung, Diskursanalyse, Anti-Reflexivität, konservative Ideologie, Lobbyismus und Klimaschutz charakterisieren.
Das Pariser Abkommen dient als zentrales diskursives Ereignis, das die Argumentationslinien der Akteure schärft und ihre Haltung zu Internationalisierung und nationaler Souveränität verdeutlicht.
Diese Theorie erklärt, warum konservative Akteure wissenschaftliche Erkenntnisse untergraben: um das kapitalistische Wirtschaftssystem gegen regulierende Umweltreformen zu verteidigen.
In den USA ist die Debatte laut Analyse durch institutionalisierte, gut finanzierte Think Tanks und eine ausgeprägte marktradikale Ideologie deutlich polarisierter als in Deutschland.
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