Bachelorarbeit, 2020
104 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Motivation der Arbeit
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Stand der Technik und Begriffsklärung
2.1 Begriffsgrundlagen: Prozess, Prozesskette, Prozessnetz
2.2 Produktentstehungsprozess und Prototypen
2.2.1 Produktlebenszyklusmodelle
2.2.2 Prototypen als Instrument zur Produktoptimierung
2.3 Anforderungen und Requirements Engineering
2.4 Industrie 4.0
2.4.1 Fünf Paradigmen der Industrie 4.0
2.4.2 Potentiale und Chancen für den Prototypenbau
2.5 Fertigungsverfahren im Prototypenbau und der Produktentwicklung
2.5.1 Einteilung der Fertigungsverfahren nach DIN 8580
2.5.2 Geeignete Verfahren für den Prototypenbau
3. Analyse des Markts für Prototypenbau
3.1 Use-Case-Diagramm der Unified Modelling Language
3.2 Beobachtbare Unternehmenskonzepte
3.2.1 Produktentwicklungsdienstleister
3.2.2 Prototypenhersteller mit Unterstützung in der Produktentwicklung
3.2.3 Fertigungsdienstleister
3.2.4 Vermittler
3.2.5 Vergleich der Konzepte
4. Anforderungsentwicklung für Produkt und Prozesskette
4.1 Produktanforderungen
4.1.1 Anforderungen an die Funktion
4.1.2 Anforderungen an die Lebensdauer
4.1.3 Anforderungen an die Entsorgung und Wiederverwertbarkeit
4.2 Prozesskettenanforderungen
4.2.1 Anforderungen an die Ökonomie
4.2.2 Anforderungen an die Ökologie
4.2.3 Anforderungen an den Datenschutz
4.2.4 Anforderungen durch den Gestaltungsrahmen Industrie 4.0
5. Konzeptionierung einer Prozesskette für die Prototypenfertigung
5.1 Prozesskettendokumentation
5.1.1 Anwendbare Modellierungssprachen
5.1.2 Vergleich und Auswahl der Modellierungsoptionen
5.1.3 Erweiterung der Modellierungssprache
5.2 Prozesskettenentwicklung
5.2.1 Grundlagen
5.2.2 Element Vermittlung
5.2.3 Element Fertigungsdienstleister
5.2.4 Element Prototypenhersteller
5.2.5 Element Produktentwicklungsdienstleister
6. Bewertung der entwickelten Prozesskette
6.1 Berücksichtigung von Produktanforderungen
6.2 Umsetzung der Prozessanforderungen
6.2.1 Ökonomische Eigenschaften
6.2.2 Ökologische Eigenschaften
6.2.3 Datenschutz
6.2.4 Industrie 4.0 Paradigmen
6.3 Prägende Anforderungen für die Prozesskettenentwicklung
7. Fazit und weiterer Forschungsbedarf
8. Literatur
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die Entwicklung einer optimierten Prozesskette für die Prototypenfertigung unter Berücksichtigung moderner Industrie 4.0-Paradigmen. Forschungsleitend ist dabei die Frage, wie durch Automatisierung, Digitalisierung und eine veränderte Ablaufstruktur Medienbrüche minimiert und die Effektivität sowie Effizienz in der Prototypenentstehung gesteigert werden können, ohne die notwendige Flexibilität für individualisierte Kleinserien zu verlieren.
2.4.1 Fünf Paradigmen der Industrie 4.0
Oft findet eine Reduktion des Begriffs Industrie 4.0 auf neuartige Technologien statt. Doch intelligente Gegenstände, Radio Frequency Identification (RFID) und Breitband-Internetzugänge existieren bereits. Die Neuartigkeit besteht in der Kombination der Technologien im industriellen Umfeld zur Erzeugung einer einheitlich agierenden Lösung. [25, S. 37] Industrie 4.0 basiert auf fünf grundlegenden Elementen, die zur Umsetzung der Potenziale notwendig sind.
Paradigma 1: Vertikale und horizontale Integration
Industrie 4.0 forciert mit der vertikalen Integration die Eingliederung unternehmensinterner Systeme in Hierarchieebenen mit Schnittstellen zum Datenaustausch. So entsteht ein durchgängiges System mit Informationsflussrichtung anhand der Rangordnung der Ebenen. Diese Vernetzung von Systemen und ihren Bestandteilen kann aber nur mit Hilfe von standardisierten und einheitlichen Schnittstellen für die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation funktionieren. Sollte dies gegeben sein, so entsteht die Möglichkeit, Daten über die Produktion in Echtzeit zu sammeln, auszuwerten und zu optimieren. [25, S. 37-38]
Im Gegensatz zu den Ursprüngen der Fertigungsautomatisierung mit Computer-Integrated Manufacturing aus dem Jahr 1970, wird bei Industrie 4.0 eine Integration des Menschen über Visualisierungsmöglichkeiten wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) in das System Smart Factory als letzte Entscheidungsinstanz angestrebt. [25, S. 21]
Aufbauend auf der vertikalen strebt die horizontale Integration die Vernetzung der Lieferkette (Supply-Chain) vom Lieferanten über das unternehmensintern vertikal integrierte System hin zum Kunden an. Damit werden technische Prozesse in Echtzeit unternehmensübergreifend synchronisationsfähig und ein dynamisches Wertschöpfungsnetzwerk entsteht. [26, S. 9-10]
Daraus ergeben sich eine hohe und schnelle Anpassungsfähigkeit der Produktionslinie auf momentane Begebenheiten, eine Reduktion von Rüst- und eine Vermeidung von Leerlaufzeiten. Es entstehen neue Steuerungs- und Regelungsmöglichkeiten und bei Betrachtung der Umweltauswirkungen ein optimierter Energieverbrauch. Das Unternehmen kann zudem besser auf individuelle Kundenwünsche eingehen und so personalisierte Produkte anbieten. Mass-Customization wird damit realisierbar. [25, S. 38]
1. Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Arbeit vor dem Hintergrund der zunehmenden Marktdynamik und definiert die Zielsetzung zur Entwicklung einer prozesssicheren Kette für den Prototypenbau.
2. Stand der Technik und Begriffsklärung: Hier werden zentrale Begriffe wie Prozess, Prozesskette und Industrie 4.0 eingeführt sowie der Nutzwert von Prototypen in der Produktentwicklung erläutert.
3. Analyse des Markts für Prototypenbau: Es folgt eine Untersuchung verschiedener Unternehmenskonzepte (z.B. Dienstleister, Vermittler), um Best Practices und Schwachstellen in den aktuellen Abläufen zu identifizieren.
4. Anforderungsentwicklung für Produkt und Prozesskette: In diesem Teil werden spezifische Produktanforderungen und Prozesskettenanforderungen abgeleitet, die als Bewertungsmaßstab für das neue Konzept dienen.
5. Konzeptionierung einer Prozesskette für die Prototypenfertigung: Dieses Kapitel dokumentiert die methodische Entwicklung der Prozesskette unter Einsatz der BPMN-Notation und der Integration cloudbasierter Datenmodelle.
6. Bewertung der entwickelten Prozesskette: Abschließend wird die neue Prozesskette anhand der zuvor definierten Kriterien auf ihre Praxistauglichkeit und die Erfüllung der Industrie 4.0-Paradigmen geprüft.
7. Fazit und weiterer Forschungsbedarf: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Herausforderungen und Forschungsfelder.
Industrie 4.0, Prototypenbau, Prozesskette, BPMN, Anforderungsentwicklung, Digitale Fabrik, Cyber-physische Systeme, Additive Fertigung, Virtuelle Produktentstehung, Prozessmodellierung, Wirtschaftsinformatik, Innovationsmanagement, Requirements Engineering, Datenintegrität, Wertschöpfungsnetzwerk
Die Arbeit fokussiert sich auf die Herausforderung, Fertigungsprozesse im Prototypenbau durch moderne Ansätze der Industrie 4.0 effizienter, transparenter und flexibler zu gestalten.
Die Arbeit behandelt die Schnittstelle zwischen Produktentwicklung und Prototypenfertigung unter besonderer Einbeziehung von Digitalisierungstrends, Prozessoptimierung und modernen Modellierungsmethoden.
Ziel ist die Entwicklung einer durchgängigen, automatisierten Prozesskette, die durch den Einsatz von Paradigmen der Industrie 4.0 die bisherigen, oft manuellen und medienbruchbehafteten Prozesse im Prototypenbau verbessert.
Zur Modellierung der Prozessketten wird die "Business Process Model and Notation" (BPMN 2.0) eingesetzt, um eine präzise und ausführbare Darstellung von Informations- und Materialflüssen zu erreichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Marktanalyse existierender Dienstleister, die Ableitung eines Anforderungskatalogs für Prozessketten und die dedizierte Konzeption einer neuen, IT-unterstützten Prozesskette.
Zentrale Begriffe sind der "Digitale Zwilling", die vertikale und horizontale Integration, "Rapid Prototyping", "Anforderungsmanagement" und "Smart Services".
Im Gegensatz zu isolierten oder medienbruchbehafteten manuellen Abläufen integriert dieser Ansatz den Kunden und die gesamte Wertschöpfungskette durch cloudbasierte Datenhaltung und einen "Digitalen Zwilling".
Der digitale Zwilling dient als zentrales, konsistentes Abbild des Produkts über den gesamten Lebenszyklus hinweg, wodurch eine automatisierte Fertigung und kontinuierliche Optimierung erst ermöglicht werden.
Es beschreibt ein Geschäftsmodell, bei dem der Kunde leistungsgerecht nur für die tatsächlich genutzten Ressourcen oder erbrachten Dienstleistungen bezahlt, was die finanzielle Hemmschwelle für Innovationen senkt.
Der Autor stellt fest, dass kreative Phasen wie die initiale Anforderungsanalyse und Konzeptfindung aufgrund ihrer hohen Komplexität und notwendigen Individualität nur schwer vollständig maschinell automatisierbar sind.
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