Bachelorarbeit, 2019
123 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Rolle der Medien im pädagogischen Kontext
2.1 Begriffsbestimmung von Medien, Medienerziehung, Mediensozialisation und Medienkompetenz
2.2 Aufgaben und Funktionen der Sozialen Arbeit in der Medienpädagogik
2.3 Zwischenfazit
3. Medien und Familie
3.1 Familie in Deutschland
3.2 Nutzung (neuer) Medien in der Familie
3.3 Erziehung, Umgang und Auswirkungen von Medien
3.4 Eltern als Zielgruppe von medienpädagogischen Angeboten
3.5 Zwischenfazit
4. Mediatisierung der Gesellschaft und die Entstehung neuer Ungleichheitsformen
4.1 Digitale Ungleichheit in der Wissens- und Informationsgesellschaft
4.2 Herausforderungen digitalen Wandels im Familienleben
4.3 Zwischenfazit
5. Vorstellung von ELTERNTALK
5.1 Aktueller Stand
5.2 Ablauf einer Gesprächsrunde
5.3 Theoretischer Hintergrund und Herausforderungen
5.4 Wirkungseffekte des Projekts
5.5 Theoriegeleitete Differenzierung der Fragestellung für die Untersuchung
6. Empirische Untersuchung anhand von ELTERNTALK
6.1 Qualitative Untersuchung
6.2. Begründung der Methodenwahl
6.3 Merkmale und Durchführung der qualitativen Untersuchung
6.4 Definition der Analysetechnik
6.5 Analyse des Materials
6.6 Definierung der transferunterstützenden Faktoren
7. Medienerziehung als Ursprung Digitaler Ungleichheit
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit exploriert die Medienerziehung innerhalb von Familien und geht der kritischen Frage nach, ob diese als Ursprung für digitale Ungleichheit fungiert. Das zentrale Forschungsziel ist es, transferunterstützende Faktoren zu identifizieren, die den Übergang von pädagogischen Einstellungs- und Verhaltensänderungen in den familiären Alltag erleichtern.
2.1 Begriffsbestimmung von Medien, Medienerziehung, Mediensozialisation und Medienkompetenz
In den letzten Jahren verlief die Entwicklung der Medien rasant. Es wird mittlerweile von einer Omnipräsenz der Medien im Alltag gesprochen. Experten und Expertinnen reden von einem tiefgreifenden Wandel in unserer Gesellschaft, welcher auf ähnlicher Weise zuletzt bei der Erfindung des Buchdruckes beobachtbar war. Petko weist darauf hin, dass durch digitale Medien neue soziale Realitäten geschaffen werden (Petko,2014, S. 21). Die Funktion von Medien ist es die Realität, also die Geschehnisse unserer Lebenswelt, aufzugreifen und zu erläutern. Sie tragen dazu bei sich eine Meinung bilden zu können. Dabei sollte man sich bewusst sein, dass wir immer selektiv Medien nutzen und bewerten, abhängig von subjektiven Wertungen, Auffassungen und anderen Perspektiven.
Die Gefahr besteht darin, kein kritisches Denken zu entwickeln, welches die Wirkung der Medien hinterfragt und somit auf die Reduktion der komplexen Wirklichkeit und die scheinbar eindeutigen Lösungen von Problemen zu vertrauen (Baumann, Keller, Maurer, Quandt & Schweiger, 2011). Der Begriff der Medien ist kein eindeutig definierter und muss daher im Kontext der wissenschaftlichen Disziplin gesehen werden. In dieser Arbeit versteht sich der Begriff der Medien als „Medien der Kommunikation und des Austausches“ (Petko,2014, S.13). Laut Petko sind Medien einerseits kognitive andererseits kommunikative Werkzeuge zur Verarbeitung, Speicherung und Übermittlung von zeichenhaften Informationen. Computertechnologien erleichtern das Speichern, Verarbeiten, Verbreiten und Ordnen von Informationen und erweitern die bisherigen Medien durch Interaktivität, Adaptivität und Multimedialität (ebda.). Wenn also im Folgenden von Medien gesprochen wird, sind damit „neue Medien“ gemeint und umfasst (mobile) Endgeräte wie Smartphone, Tablet, SmartTV, sprachgesteuerte Lautsprecher und Computer, mithilfe derer man Internetzugang hat. Nach Vollbrecht zeichnen sich neue Medien durch folgende drei Aspekte aus: Konvergenz, Vernetzung und Interaktivität. Unter Konvergenz der Medien versteht man das Verschmelzen der Übertragungswege von bisher getrennten Medien.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Medienerziehung ein, benennt die Problemstellung im Kontext der digitalen Transformation und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2. Die Rolle der Medien im pädagogischen Kontext: Es werden grundlegende Definitionen zu Medien, Medienkompetenz und Mediensozialisation diskutiert sowie der Auftrag der Sozialen Arbeit in diesem Feld beschrieben.
3. Medien und Familie: Dieser Abschnitt analysiert die Mediensituation in deutschen Familien, den elterlichen Erziehungsstil und die Rolle von Eltern als Zielgruppe für medienpädagogische Angebote.
4. Mediatisierung der Gesellschaft und die Entstehung neuer Ungleichheitsformen: Hier wird der theoretische Rahmen digitaler Ungleichheit entfaltet und der Zusammenhang zwischen digitalen Medien und bestehenden sozialen Ungleichheitsstrukturen untersucht.
5. Vorstellung von ELTERNTALK: Das Kapitel stellt das Projekt ELTERNTALK vor, inklusive seiner Ziele, theoretischen Hintergründe und bisheriger Wirkungseffekte.
6. Empirische Untersuchung anhand von ELTERNTALK: Die qualitative Studie, ihr methodisches Vorgehen, die Datenauswertung und die Ableitung der transferunterstützenden Faktoren bilden den Kern dieses Kapitels.
7. Medienerziehung als Ursprung Digitaler Ungleichheit: Die Ergebnisse der Forschungsfrage werden hier diskutiert und in den Gesamtzusammenhang der digitalen Kluft eingeordnet.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion und Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit in der mediatisierten Gesellschaft.
Mediennutzung, Medienerziehung, Familie, Digitale Ungleichheit, Medienpädagogik, Medienkompetenz, Elternbildung, ELTERNTALK, Sozialisation, Bildungsungleichheit, Mediatisierung, Transferfaktoren, Medienrituale, Wissenskluft, Soziale Arbeit
Die Arbeit untersucht, wie digitale Medien in Familien zur Erziehung genutzt werden und inwieweit diese Prozesse zur Entstehung oder Verstärkung von digitaler Ungleichheit beitragen können.
Die Untersuchung spannt einen Bogen von der theoretischen Fundierung der Mediensozialisation über die Bedeutung des digitalen Wandels für Familienleben bis hin zur praktischen Elternbildung.
Es soll ermittelt werden, welche spezifischen Faktoren den erfolgreichen Transfer von Einstellungs- und Verhaltensänderungen, die Eltern durch medienpädagogische Angebote gewinnen, in ihren alltäglichen Erziehungsalltag unterstützen.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Ansatz und führt leitfadengestützte Interviews mit Teilnehmenden des Projekts ELTERNTALK durch, die mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Medienbegriffs und der Digitalen Ungleichheit sowie in den empirischen Teil, in dem das ELTERNTALK-Projekt als Interventionsinstrument analysiert wird.
Neben dem zentralen Fokus auf die Medienerziehung und Familie stehen Begriffe wie Medienkompetenz, Digitale Ungleichheit, soziale Ungleichheitsstrukturen und Transferfaktoren im Fokus.
Das Projekt zeichnet sich durch einen lebensweltorientierten, niederschwelligen Ansatz und den bewussten Verzicht auf externe Experten aus, um einen Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe zu ermöglichen.
Die Arbeit schlussfolgert, dass Medienerziehung zwar nicht die alleinige Ursache für digitale Ungleichheit ist, aber als Katalysator wirken kann, indem sie bereits bestehende bildungsbedingte Ungleichheiten reproduziert.
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