Bachelorarbeit, 2022
50 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Methodik
2.1 Literaturrecherche
2.2 Literaturauswahl
3 Häusliche Gewalt
3.1 Begriffsdefinition
3.2 Erscheinungsformen
3.3 Entstehungsursachen
3.4 Prävalenz
4 Kinder als Zeugen
4.1 Gewaltbetroffenheit von Kindern
4.2 Kindliches Erleben
4.3 Kindeswohlgefährdung
4.4 Folgen für die kindliche Entwicklung
4.4.1 Auswirkung auf die psychische Entwicklung
4.4.2 Auswirkung auf die sozio-emotionale Entwicklung
4.4.3 Auswirkung auf die kognitive Entwicklung
4.4.4 Bindungsverhalten
4.4.5 Parentifizierung
4.4.6 Geschlechterrollen
4.4.7 Intergenerationale Übertragung
4.4.8 Resilienz
5 Diskussion
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die negativen Auswirkungen von Partnerschaftsgewalt gegen Frauen auf Kinder, die als Zeugen dieser Gewalthandlungen indirekt betroffen sind, und analysiert die Bedeutung von Resilienzfaktoren in der sozialen Arbeit.
4.2 Kindliches Erleben
Die Meinung, dass Kinder nicht von Partnerschaftsgewalt betroffen sind, falls diese während der gewalttätigen Situationen sich nicht im selben Raum befinden oder währenddessen schlafen, ist weiterhin gegenwärtig (Dlugosch, 2010, S. 38). Im Gegensatz zu dieser weit verbreiteten Ansicht sind Kinder, ob direkt oder indirekt, immer davon betroffen. Demzufolge beschäftigt sich dieses Kapitel mit den Erlebnissen betroffenen Kindern, die in verschiedenen Studien die Möglichkeit hatten, über ihre individuelle Wahrnehmung zu berichten. Das Ziel besteht darin, einen Einblick in deren Perspektive zu verschaffen und diese oft vorkommende Meinung zu entkräften.
Zuerst wird es jedoch auf Baberowski (2015) hingewiesen, der das Erleben von Gewalt wie folgt beschreibt:
Gewalt verändert alles, und wer ihr ausgesetzt ist, wird ein Anderer sein. Das Erleben der Gewalt ist wie eine Reise in eine neue Welt, in der andere Regeln gelten und andere Menschen leben. In ihr verschieben sich die Maßstäbe für Normalität; was man für selbstverständlich halten konnte, erscheint im Licht der Gewalt seltsam fremd, und Außergewöhnliches wird zum Alltäglichen. Man betritt einen Gewaltraum und erfährt, dass nichts mehr ist, wie es war. (S. 17)
Im Jahr 2001 befragte Strasser 39 Kinder und Jugendliche ab dem 10. Lebensjahr und gab ihnen den Raum, um über ihr individuelles Erleben von häuslicher Gewalt gegen die Mutter zu berichten (Strasser, 2013, S. 47–48). Allgemein zeigte sich, dass die interviewten Kinder viele verschiedene Gefühle wie Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit beschrieben, die von folgenden körperlichen Symptome begleitet waren: Herzrasen, Zittern, Magenschmerzen und beeinträchtigte Bewegungsfähigkeit.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das gesellschaftlich relevante Phänomen häuslicher Gewalt ein und begründet die Relevanz der Untersuchung von indirekt mitbetroffenen Kindern.
2 Methodik: Hier wird das methodische Vorgehen der systematischen Literaturarbeit dargelegt, einschließlich der Literaturrecherche und der Kriterien für die Literaturauswahl.
3 Häusliche Gewalt: Dieses Kapitel definiert den Gewaltbegriff, erörtert Erscheinungsformen und Entstehungsursachen und beleuchtet die Prävalenz von Betroffenen.
4 Kinder als Zeugen: Der Hauptteil analysiert die Gewaltbetroffenheit von Kindern, ihr individuelles Erleben sowie die diversen Folgen für ihre psychische, sozio-emotionale und kognitive Entwicklung unter Berücksichtigung von Resilienz.
5 Diskussion: Die Ergebnisse der Literaturarbeit werden hier zusammengeführt, kritisch diskutiert und mit den theoretischen Grundlagen verknüpft.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert das methodische Vorgehen und gibt Empfehlungen für weiterführende soziale Arbeit und Forschung.
Häusliche Gewalt, Partnerschaftsgewalt, Zeugenschaft, Kinder, psychische Entwicklung, kindliche Entwicklung, Kindeswohlgefährdung, Resilienz, Soziale Arbeit, Prävention, Intervention, Intergenerationale Übertragung, Bindungsverhalten, Parentifizierung
Die Arbeit fokussiert sich auf das Phänomen der häuslichen Gewalt im Sinne von Partnerschaftsgewalt gegen Frauen und untersucht, wie sich die Zeugenschaft dieser Gewalt auf die kindliche Entwicklung auswirkt.
Zentrale Themen sind die Definition und Ursachen von häuslicher Gewalt, das Erleben von Kindern als Zeugen, die Auswirkungen auf verschiedene Entwicklungsbereiche sowie Konzepte der Resilienzförderung.
Ziel ist es zu klären, wie sich das Miterleben häuslicher Gewalt auf betroffene Kinder auswirkt und welche Handlungsempfehlungen sich daraus für Fachkräfte ergeben.
Es wurde eine systematische Literaturarbeit durchgeführt, bei der 40 Publikationen aus dem Zeitraum 2000 bis 2022 analysiert wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit der Gewaltbetroffenheit aus Sicht der Kinder, erörtert Folgen wie PTBS, Entwicklungsverzögerungen und Bindungsstörungen und untersucht Strategien der Bewältigung.
Wichtige Begriffe sind Häusliche Gewalt, Zeugenschaft, Kindesentwicklung, Kindeswohlgefährdung, Resilienz und Soziale Arbeit.
Kinder werden nicht als bloße Zeugen, sondern als unmittelbar betroffene Opfer wahrgenommen, da sie im familiären System direkt von den Gewalthandlungen beeinträchtigt werden.
Resilienz ist essenziell, weil sie den Fokus von einer rein defizitorientierten Sichtweise auf die vorhandenen Stärken und Schutzfaktoren der Kinder lenkt, um positive Entwicklungsprozesse trotz Gewalterfahrung zu ermöglichen.
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