Bachelorarbeit, 2020
69 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Zielgruppenkonstruktionen nach Ingram und Schneider
2.1 Konzeptionalisierung von Zielgruppen
2.2 Policy-Designs und politische Rationalitäten
2.2.1 Policy-Designs
2.2.2 Politische Rationalitäten
2.3 Kritik und Forschungsstand
2.4 Begriffstheoretische Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes
2.5 Annahmen
3 Forschungsdesign
3. 1 Die Inhaltsanalyse
3.2 Umsetzung der Methode
3.3 Datengrundlage und Untersuchungszeitraum
3.4 Besonderheiten arabisch/-türkeistämmiger Großfamilienclans
3.4.1 Strukturen
3.4.2 Besondere aufenthaltsrechtliche Situation
4 Datenerhebung und Ergebnisse
5 Bestimmung der Zielgruppenkonstruktion
5.1 Bestimmung der sozialen Konstruktion
5.2 Bestimmung der politischen Macht
5.3 Bestimmung der Zielgruppenkonstruktion und Überprüfung anhand der inhaltlichen Kategorie der Z-Achse
5.4 Überprüfung der Annahmen
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Theorie sozialer Konstruktion von Zielgruppen nach Ingram und Schneider, wie arabisch-/türkeistämmige Großfamilienclans in deutschen Leitmedien konstruiert werden und welche politischen Konsequenzen (Policies) mit dieser Konstruktion einhergehen.
Die soziale Konstruktion einer Zielpopulation
Die soziale Konstruktion einer Zielpopulation bezieht sich zum einen auf die Anerkennung des gemeinsamen Merkmals, welches eine Zielpopulation als sozial bedeutsam auszeichnet und zum anderen auf die Zuweisung spezifischer, valenzorientierter Werte, Symbole und Bilder mit Bezug auf diese Merkmale. Sozialkonstruktionen sind Stereotypen über bestimmte Personengruppen, die durch Politik, Kultur, Sozialisation, Geschichte, Medien, Literatur, Religion etc. geschaffen wurden. Zu den positiven Konstruktionen gehören Bilder wie „verdienstvoll“, „intelligent“, „ehrlich“, „gemeinwohlorientiert“ und ähnliche. Negative Konstruktionen umfassen Bilder wie „unverdient“, „dumm“, „unehrlich“ und „egoistisch“. Es gibt eine Vielzahl von bewertenden Dimensionen, sowohl positive als auch negative, die zur Darstellung von Gruppen verwendet werden können (Ingram und Schneider 1993, S. 335; eigene Übersetzung).
Soziale Konstruktionen sind oft widersprüchlich und umstritten. Eine Policy, die sich an Personen richtet, deren Einkommen sich unterhalb der offiziellen Armutsgrenze bewegt, identifiziert eine bestimmte Gruppe von Personen. Eine mögliche soziale Konstruktion könnte sie als benachteiligte Menschen darstellen, welche unverschuldet in ihre Situation geraten sind, während gleichzeitig eine andere sie als faule Personen, die auf Kosten der harten Arbeit anderer Menschen leben, identifizieren kann. Jedoch haben nicht alle Zielbevölkerungen eine klar definierte soziale Konstruktion. Beispielsweise werden Autofahrer von der Verkehrspolitik als Zielbevölkerung identifiziert, jedoch verfügte diese Gruppe zu dem Zeitpunkt, an dem Ingram und Schneider ihr Konzept veröffentlichten, über keine besondere soziale Konstruktion (Ingram und Schneider 1993, S. 335).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der arabisch-/türkeistämmigen Großfamilienclans ein und begründet die Relevanz der Forschungsfrage im Kontext aktueller medialer Debatten.
2 Zielgruppenkonstruktionen nach Ingram und Schneider: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Basis des Zielgruppenmodells und definiert zentrale Konzepte wie Policy-Designs und politische Rationalitäten.
3 Forschungsdesign: Hier wird der methodische Ansatz der Inhaltsanalyse beschrieben, das Kategoriensystem dargelegt und die Auswahl der Datengrundlage sowie der zeitliche Rahmen begründet.
4 Datenerhebung und Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die deskriptiven Ergebnisse der Artikelanalyse, unterteilt in verschiedene Kategorien wie Themen und Valenzen, präsentiert.
5 Bestimmung der Zielgruppenkonstruktion: Dieser Teil wertet die erhobenen Daten aus, um die Zielgruppenkonstruktion der untersuchten Bevölkerungsgruppe empirisch zu bestimmen und die aufgestellten Annahmen zu überprüfen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und diskutiert die Anwendbarkeit des US-basierten Theorierahmens auf den deutschen Kontext.
Zielgruppenkonstruktion, Großfamilienclans, Clankriminalität, Policy-Design, Medienanalyse, Soziale Konstruktion, Politische Macht, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Inhaltsanalyse, Politische Steuerung, Deutschland, Integration, Diskursanalyse, Kriminologie.
Die Arbeit untersucht, wie arabisch-/türkeistämmige Großfamilienclans medial konstruiert werden und welche Rolle diese Konstruktion bei der Gestaltung politischer Maßnahmen (Policies) spielt.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Schnittstellen von Medienberichterstattung, öffentlicher Sicherheit, politischer Macht und der Konstruktion von Zielgruppen im Kontext von Migration und Kriminalitätsdiskursen.
Das Ziel ist es, die aktuelle Zielgruppenkonstruktion dieser spezifischen Bevölkerungsgruppe in Deutschland zu bestimmen und zu verstehen, welche Policies mit dieser Konstruktion korrespondieren.
Die Autorin nutzt eine theoriegestützte, quantitative Inhaltsanalyse, um 166 Artikel aus der FAZ und der SZ im Zeitraum vom 15.03.2019 bis zum 15.03.2020 zu untersuchen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Theorie von Ingram und Schneider, dem Forschungsdesign, der empirischen Datenerhebung durch Diagramme sowie der anschließenden Bestimmung der Zielgruppenkonstruktion.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zielgruppenkonstruktion, Clankriminalität, Medienanalyse, soziale Konstruktion und politische Macht charakterisieren.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die untersuchte Gruppe der Zielgruppenkonstruktion der "Deviants" (Abweichler) zuzuordnen ist.
Die besondere aufenthaltsrechtliche Situation, etwa der Status der "Duldung", wird als ein wesentlicher Faktor für strukturelle Integrationsprobleme und die politische Machtlosigkeit der Gruppe identifiziert.
Obwohl beide Blätter mehrheitlich negativ berichten, veröffentlicht die FAZ eine deutlich höhere Anzahl an Artikeln zu diesem Thema, was im Kontext ihrer politischen Ausrichtung diskutiert wird.
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