Bachelorarbeit, 2022
57 Seiten, Note: 1,3
Kapitel I – EINFÜHRUNG INS THEMA
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Motivation
1.2. Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Darstellung der Methodik
Kapitel II - Kinder psychisch kranker Eltern
2. Lebensort der betroffenen Kinder
2.1. Alter und Störungsbilder betroffener Kinder
2.2. Häufigkeit psychischer Erkrankungen bei Erwachsenen
Kapitel III – Störungsbilder
3. Affektive Störungen
3.1. Definition und Klassifikation affektiver Störungen nach dem ICD-10
3.2. Symptome der manischen und der depressiven Episode
3.3 Depressive Episode (F32)
4. Bipolare affektive Störung nach dem ICD-10
4.1. Bipolare affektive Störung nach dem DSM-5
4.2 Rapid Cycling
4.3 Komorbide Erkrankungen
4.4 Gemischte Episode
4.5 Epidemiologie
4.6. Beginn der Ersterkrankung
4.7. Behandlungsmöglichkeiten der bipolaren Störungen
Kapitel IV - Zur Lebenssituation der betroffenen Kinder
5. Kinder als Angehörige bipolar erkrankter Eltern
5.1 Kinder bipolar erkrankter Eltern: Zum Stand der Forschung
5.2 Zusammenspiel von genetischen und psychosozialen Belastungsfaktoren
6. Zur Lebenssituation der Kinder bipolar erkrankter Eltern
6.1 Auswirkungen einer depressiven Erkrankung der Eltern für die Kinder
6.2. Faktoren für eine positive Entwicklung
6.3. Bindungsverhalten psychisch kranker Eltern
6.4 Unmittelbare und Folgeprobleme betroffener Kinder psychisch kranker Eltern
6.5. Risikofaktoren psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in bildungsschwachen Haushalten
7. Psychisch kranke Eltern als Risikogruppe für Kindeswohlgefährdung
Kapitel V – Hilfsangebote und sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten
8. Aufgaben und Leistungen der Psychiatrie
8.1 Ambulante Angebote
8.2 Teilstationäre Angebote
8.3 Stationäre Angebote
8.4 Die Rolle der Sozialen Arbeit in der Psychiatrie
9. Hilfsangebote für Kinder mit psychisch kranken Eltern
9.1 Leistungen der Jugendhilfe
9.2 Aufgaben Jugendhilfe
10. Einbeziehung der Kinder in die Behandlung
10.1. Ressourcen fördern
10.2 Bindungsbezogene Intervention
10.3. Die Mutter- Kind- Behandlungen
11. Netzwerkförderung und Hilfsangebote für Kinder psychisch erkrankter Eltern
Kapitel VI – Schlussbetrachtung
12. Reflexion und Auswertung
12.1 Schlusswort
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen psychosozialer Belastungsfaktoren auf die Lebenswelten von Kindern bipolar erkrankter Eltern und analysiert sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten, um Unterstützungssysteme für diese Risikogruppe zu optimieren und das Kindeswohl zu schützen.
1. Einleitung
„Durch ihre Erkrankung lebte meine Mutter in ihrer eigenen Welt. Von dieser war ich ausgeschlossen. Sie verhielt sich – für mich jedenfalls– unberechenbar, war stundenlang für mich und meinen Bruder nicht ansprechbar. Ich war ständig in „Hab acht Stellung“, unter Spannung, weil ich nicht wusste, wann „normales“ Verhalten in etwas anderes umschlagen würde. Ich lernte, ihr nicht mehr zu vertrauen. Liebe konnte von einer Minute auf die andere in Aggressionen umschlagen. Der Eindruck, dass nichts mehr planbar ist, dass nichts mehr sicher ist, dass von einem Tag auf den anderen alles umgeworfen werden kann (…). Ich konnte mich noch so sehr bemühen, irgendetwas ging dann doch schief. Ich bin heute noch erstaunt, wenn etwas wie geplant funktioniert und nicht irgendetwas dazwischen kommt. Auf meine Mutter konnte ich mich nicht verlassen “ ( Scherber 2009, S.14 f.).
Mein Interesse für dieses Thema wurde insbesondere durch meine jahrelange Arbeit als systemischer Familientherapeut im ambulanten Dienst geweckt. Dort habe ich immer wieder erlebt, wie sehr die Kinder unter einer psychischen Erkrankung der Eltern leiden, aber oft übersehen werden, bzw. dass die Verhaltensweisen der betroffenen Kinder nicht in einem Zusammenhang der psychischen Erkrankung des Elternteiles gebracht werden. Die Arbeit mit Kindern psychisch kranker Eltern findet besonders an der Schnittstelle von Erwachsenenpsychiatrie und Jugendhilfe statt (vgl. Wagenblass / Schone 2001, S. 583). Da stellt sich die Frage, welche Hilfemöglichkeiten gibt es für betroffenen Familien und wie kann eine Frühprävention1 entwickelt werden, damit nicht in das Recht der Eltern aufgrund einer Kindeswohlgefährdung eingegriffen werden muss, infolgedessen das Kind aus der Familie genommen wird.
Kapitel I – EINFÜHRUNG INS THEMA: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Forschungsarbeit, definiert die zentrale Fragestellung und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie den Aufbau der Thesis.
Kapitel II - Kinder psychisch kranker Eltern: Dieses Kapitel analysiert die Lebensumstände betroffener Kinder, die Häufigkeit psychischer Erkrankungen bei Erwachsenen und die daraus resultierenden spezifischen Risiken für die kindliche Entwicklung.
Kapitel III – Störungsbilder: Hier erfolgt eine medizinische und psychologische Einordnung affektiver Störungen, insbesondere der bipolaren affektiven Störung, inklusive Erläuterungen zu Episoden, Symptomen und behandelnden Diagnosen nach ICD-10.
Kapitel IV - Zur Lebenssituation der betroffenen Kinder: Das Kapitel untersucht die psychosozialen Belastungsfaktoren für Kinder bipolar erkrankter Eltern und beleuchtet Ansätze der Risiko-, Resilienz- und Copingforschung zur Bewältigung der familiären Situation.
Kapitel V – Hilfsangebote und sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten: Hier werden psychiatrische und jugendhilferelevante Unterstützungsangebote erörtert, die die Einbeziehung der Kinder in die Behandlung und die Netzwerkförderung fokussieren.
Kapitel VI – Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit, fasst die Auswirkungen auf die Lebenswelt der Kinder zusammen und bietet ein Fazit zu den notwendigen sozialpädagogischen Interventionen.
Bipolare Störung, Psychische Erkrankung, Elternschaft, Kinder psychisch kranker Eltern, Kindeswohl, Jugendhilfe, Resilienz, Coping, affektive Störungen, psychosoziale Belastungsfaktoren, Interventionsmöglichkeiten, Systemische Familientherapie, Sozialpädagogik, Psychiatrie, Bindungsverhalten
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern, die mit bipolar erkrankten Elternteilen zusammenleben, und analysiert die Auswirkungen dieser elterlichen Störung auf die Lebenswelt der Kinder.
Zentrale Themen sind die klinische Beschreibung affektiver Störungen, die Belastungs- und Risikofaktoren für Kinder, Konzepte aus der Resilienzforschung sowie die verschiedenen Unterstützungssysteme der Jugendhilfe und Psychiatrie.
Das primäre Ziel ist es, sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, die betroffene Kinder stabilisieren und ihre Lebensbedingungen durch verbesserte Hilfeangebote innerhalb der Familie nachhaltig positiv beeinflussen können.
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturarbeit, bei der vorhandene Fachliteratur, aktuelle Studien und relevante Leitlinien analysiert wurden, um Antworten auf die Forschungsfrage zu generieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung klinischer Krankheitsbilder, die Analyse der kindlichen Lebenswelten unter Berücksichtigung von Coping-Strategien sowie die Erörterung konkreter Unterstützungsmöglichkeiten der ambulanten und stationären Soziotherapie.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Bipolare Störung“, „Kindeswohl“, „Resilienz“, „Sozialpädagogik“ und „Jugendhilfe“ definiert.
Die Erkrankung führt oft zu einer Über- oder Unterstimulation des Kindes durch die Eltern, was eine unsichere Bindung sowie Parentifizierungsprozesse begünstigt, da die Eltern krisenabhängig keine konstante emotionale Verfügbarkeit bieten können.
Sie ermöglicht die Aufrechterhaltung der Beziehungskontinuität durch eine gemeinsame Aufnahme in der stationären Psychiatrie, reduziert Schuldgefühle bei den Patienten und stärkt die elterliche Kompetenz im Umgang mit dem Kind unter Aufsicht.
Frühprävention wird als entscheidend erachtet, um das Kind vor der Entwicklung eigener psychischer Störungen zu schützen und das Recht der Eltern auf Sorgepflicht so weit wie möglich zu erhalten, ohne intervenieren oder fremdunterbringen zu müssen.
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