Diplomarbeit, 2007
111 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Behinderungsbegriff
3. Stigmatisierung
3.1 Entstehung
3.2 Funktion
3.3 Folgen
4. Entstigmatisierung
4.1 Teilhabe
4.2 Integration
4.3 Praktische Überlegungen
4.4 Dialogische Validierung
5. Bildung
6. Kulturelle Bildung
7. Kunst
7.1 Begriffsbestimmung
7.2 Kunst und Gesellschaft
8. Behinderte Menschen als Künstler
8.1 Historischer Überblick
8.2 Gesellschaftlicher Einfluss
8.3 Das Atelier Blaumeier
8.4 Institutionelle Umsetzungen
8.4.1 Die Kraichgauer Kunstwerkstatt
8.4.2 Das St. Josefs Stift Eisingen
8.5 Professionalität
8.5.1 Die Schlumper
8.5.2 Das Theater Thikwa
8.5.3 Sonnenuhr e. V.
8.5.3.1 Das Theater RambaZamba
8.5.3.2 Arbeitsweise und Ergebnisse
8.5.3.3 Empowerment
8.6 Rolle der Sozialpädagogik
8.7 Initiativen, Veröffentlichungen, Auszeichnungen
9. Möglichkeiten der Entstigmatisierung?
9.1 Ebene der behinderten Menschen
9.2 Ebene der nichtbehinderten Menschen
9.3 Gesellschaftliche Ebene
10. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwieweit das künstlerische Schaffen von Menschen mit Behinderung als wirksames Instrument zur Entstigmatisierung dienen kann. Dabei wird analysiert, wie durch künstlerische Ausdrucksformen die soziale Wahrnehmung verändert, Barrieren abgebaut und eine authentische Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht werden kann.
3.1 Entstehung
Kategorisierungen sind die Voraussetzung für das Zustandekommen von Stigmata bzw. Stigmatisierungen. Bei der Begegnung mit fremden Menschen werden diesen antizipierend bestimmte Eigenschaften und Attribute zugewiesen, die mit normativen Erwartungen verknüpft sind, und die sich somit in „rechtmäßig gestellte Anforderungen“ an das Gegenüber verwandeln (GOFFMAN 1967, S. 10). Diese von GOFFMAN sogenannte „virtuale soziale Identität“ der Person wird dann durch das Kennenlernen deren tatsächlicher Merkmale zur „aktualen sozialen Identität“. Stimmen nun die vorweggenommenen und erwarteten Eigenschaften nicht mit den real erkennbaren überein, und sind letztere darüber hinaus auch noch „von weniger wünschenswerter Art“, werden diese zum Stigma (S. 10). Nicht allein die Diskrepanz zwischen virtualer und aktualer Identität formt demnach das Stigma, sondern die „negative Definition des Merkmals“ (hohmeier-stigmatisierung.html).
Dabei ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass nicht alle negativen Eigenschaften pauschal stigmatisiert werden, sondern nur diejenigen, die sich nicht mit der Vorstellung davon, wie jemand sein müßte, decken: „Ein und dieselbe Eigenschaft vermag den einen Typus zu stigmatisieren, während sie die Normalität eines anderen bestätigt, und ist daher als ein Ding an sich weder kreditierend noch diskreditierend“ (GOFFMAN 1967, S. 11).
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung der Forschungsfrage aus der Auseinandersetzung mit dem Thema Behinderung und Stigmatisierung sowie die Motivation, Kunst als Interventionsmöglichkeit zu beleuchten.
2. Behinderungsbegriff: Dieses Kapitel diskutiert die Wandlung des Behinderungsbegriffs von einer defizitorientierten Perspektive hin zur ICF-basierten ressourcenorientierten Sichtweise.
3. Stigmatisierung: Das Kapitel analysiert die psychologischen und soziologischen Entstehungsprozesse, Funktionen und Folgen von Stigmatisierung für das Individuum und die Gesellschaft.
4. Entstigmatisierung: Hier werden Strategien zur Entstigmatisierung vorgestellt, die auf Teilhabe, Integration und dem Modell der dialogischen Validierung basieren.
5. Bildung: Es wird die Bedeutung von Bildung als Selbstbildung und die kritische Auseinandersetzung mit dem gegenwärtigen Bildungssystem im Hinblick auf Inklusion erörtert.
6. Kulturelle Bildung: Dieses Kapitel verknüpft ästhetische Bildung mit dem Ziel der sinnlichen Wahrnehmung und der Förderung individueller Handlungskompetenzen.
7. Kunst: Der Begriff der Kunst wird definiert, wobei der Fokus auf dem schöpferischen Prozess und der sozialen Funktion von Kunst liegt.
8. Behinderte Menschen als Künstler: Hier stehen der historische Überblick, Praxisbeispiele (wie Atelier Blaumeier, Theater Thikwa) und die Professionalisierung sowie die Rolle der Sozialpädagogik im Mittelpunkt.
9. Möglichkeiten der Entstigmatisierung?: Das Kapitel ordnet die Erkenntnisse in drei Ebenen (betroffene Menschen, nichtbehinderte Menschen, gesellschaftliche Ebene) ein und zieht erste Schlüsse.
10. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Kunst zwar kein Automatismus für soziale Integration ist, aber essenzielle Möglichkeiten der Entstigmatisierung eröffnet.
Behinderung, Stigmatisierung, Entstigmatisierung, Kunst, Kulturarbeit, Integration, Inklusion, Empowerment, Sozialpädagogik, Identitätsbildung, Theaterpädagogik, Teilhabe, Kreativität, Selbstbestimmung, Dialogische Validierung
Die Arbeit untersucht, ob und wie das künstlerische Schaffen von Menschen mit Behinderung dazu beitragen kann, gesellschaftliche Stigmatisierungsprozesse abzubauen.
Die zentralen Felder sind Stigmatisierungstheorie, Empowerment, Inklusion durch Kunst und Kulturarbeit sowie die Rolle sozialpädagogischen Handelns in diesem Kontext.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie künstlerische Ausdrucksformen behinderten Menschen helfen können, eine authentische Identität zu entwickeln und als gleichwertige Akteure in der Gesellschaft anerkannt zu werden.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die soziologische Klassiker (wie Goffman) mit aktuellen Konzepten der Heilpädagogik und Sozialarbeit (Empowerment, ICF) verknüpft und durch Praxisbeispiele illustriert.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Stigmata, die Bedeutung von Bildung und Kunst sowie konkrete Projekte wie das Atelier Blaumeier und das Theater RambaZamba.
Die wichtigsten Begriffe sind Entstigmatisierung, Empowerment, Integration, Identitätsentwicklung und künstlerisches Schaffen.
Theater ermöglicht unmittelbare Kommunikation, den Ausdruck von Persönlichkeit jenseits sprachlicher Normen und macht die Akteure als "Künstler" statt als "Behinderte" sichtbar.
Sozialpädagogen agieren hier weniger als Anleiter, sondern eher als Assistenten oder Katalysatoren, die Räume für individuellen Ausdruck und Stärkenorientierung schaffen.
Nein, die Arbeit stellt klar, dass es keinen Automatismus gibt; Kunst bietet jedoch Möglichkeiten, die von der Bereitschaft der Gesellschaft abhängen, sich auf Neues einzulassen.
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