Bachelorarbeit, 2022
67 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Der Begriffskomplex Macht
2.1 Vom Alltagsverständnis zur wissenschaftsbasierten Betrachtung
2.2 Max Weber – Soziologie
2.3 Hannah Arendt – Politik & Philosophie
2.4 Heinrich Popitz – Soziologie & Anthropologie
2.5 Vergleich und Nutzen der Perspektiven
3 Relevante Grundlagen einer Perspektive Sozialer Arbeit
3.1 Handlungswissenschaft und Menschenrechtsprofession
3.2 Vom Doppel- zum Tripelmandat
3.3 (Macht-)kritische Soziale Arbeit
4 Macht im Theoriekontext Sozialer Arbeit
4.1 Entstehung von Machtstrukturen
4.2 Legitime und illegitime Machtverteilung
4.3 Machtquellen und deren machthaltige Eigenschaften
4.4 Machtquellen in der Heimerziehung
5 Normative Grundlagen der Heimerziehung
5.1 Geschichte der Macht in der Heimerziehung
5.2 Gesetze als Grundlage legalen Handelns
5.3 Ethik als Grundlage legitimen Handelns
6 Macht in der Praxis der Heimerziehung
6.1 Fallbeispiel
6.2 Machtanalyse mittels W-Fragen-Modell und Systemischer Denkfigur
6.3 Empowerment – Konzept, Prozess, Methode
7 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie Soziale Arbeit in der stationären Kinder- und Jugendhilfe machtsensibel agieren kann, um behindernde Machtstrukturen abzubauen und Adressaten in ihrer Selbstbestimmung zu fördern. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie kann Soziale Arbeit in der Heimerziehung machtsensibel handeln und behindernde Machtstrukturen abbauen?“
2.1 Vom Alltagsverständnis zur wissenschaftsbasierten Betrachtung
Macht stammt etymologisch betrachtet vom althochdeutschen Wort maht ab, welches für Vermögen, Körperkraft, Anstrengung und Gewalt steht (vgl. Pfeifer, 1993). Hier lassen sich bereits Begrifflichkeiten erkennen, die im heutigen alltäglichen Sprachgebrauch oft in direkte Verbindung gesetzt werden. So erscheint Macht im Alltagsverständnis als etwas Negatives und wird über Wortverbindungen wie Machtbesessenheit oder Machthunger noch weiter dämonisiert (vgl. Imbusch, 2006, S. 162). Es entsteht dadurch eine emotional negativ beladene Kombination von Begriffen. Diese begriffliche Verbindung hat sich auch in der Literatur des vergangenen Jahrhunderts niedergeschlagen. So war der Begriff Macht in der sozialarbeiterischen Literatur der 1970er-Jahre konnotiert mit negativen Gefühlen wie Ungerechtigkeit, Boshaftigkeit oder Arglist und galt als etwas Abzulehnendes. Wer demnach Macht besaß, nutzte diese als Mittel, seine Mitmenschen zu manipulieren oder zu bevormunden. Sie galt als Instrument, um soziale Ungleichheit zu schaffen sowie zu erhalten und lag in der Hand der Privilegierten, die sie durch glückliche Umstände erhielten (vgl. Kraus & Krieger, 2021b, S. 8–9). Auch heute noch werden mit Macht gemeinhin negative Handlungen assoziiert, z. B. Menschen in ihrer Persönlichkeitsentfaltung behindern, bestimmte Personengruppen unterdrücken und die eigenen Interessen rücksichtslos durchsetzen (vgl. Kraus & Krieger, 2021b, S. 8).
Im Politiklexikon der Bundeszentrale für politische Bildung wird Macht als politisch-soziologischer Grundbegriff benannt, der für Abhängigkeits- oder Überlegenheitsverhältnisse verwendet wird (vgl. Schubert & Klein, 2011, S. 166). Aus dieser Erklärung geht hervor, dass eine soziale Unterscheidung beider an diesem Verhältnis beteiligten Parteien stattfindet. Dies scheint die vorher beschriebenen, negativen Assoziationen zu bestätigen. In Anbetracht der komplexen Thematik wäre das jedoch eine grob vereinfachte Lesart, heruntergebrochen auf einen Dualismus von Macht gegen Ohnmacht. Denn dies würde bedeuten, dass es lediglich die Position des Einflussnehmenden und die des Unterworfenen gäbe (vgl. Kessl, 2021, S. 26–27).
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema Macht im Kontext der stationären Kinder- und Jugendhilfe und stellt die zentrale Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit vor.
2 Der Begriffskomplex Macht: Dieses Kapitel vergleicht soziologische und philosophische Machtbegriffe von Weber, Arendt und Popitz, um eine reflektierte wissenschaftliche Basis zu schaffen.
3 Relevante Grundlagen einer Perspektive Sozialer Arbeit: Hier wird Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession begründet und das Tripelmandat zur Professionalisierung eingeführt.
4 Macht im Theoriekontext Sozialer Arbeit: Es wird die Entstehung von Machtstrukturen und deren Legitimität analysiert sowie eine Systematik von Machtquellen entwickelt.
5 Normative Grundlagen der Heimerziehung: Ein historischer Rückblick verdeutlicht die Entwicklung der Machtausübung und etabliert Recht und Ethik als normative Richtlinien.
6 Macht in der Praxis der Heimerziehung: Anhand eines fiktiven Fallbeispiels werden Empowerment-Methoden zur Analyse und Bearbeitung von Machtfragen demonstriert.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf den Bedarf an weiterer Auseinandersetzung mit machtkritischen Ansätzen.
Macht, Soziale Arbeit, Heimerziehung, Menschenrechtsprofession, Machtstrukturen, Empowerment, Tripelmandat, Machtquellen, legitime Macht, Sozialpädagogik, Gefährdung, Bedürfnis, Sanktionierung, professionelle Haltung, Partizipation
Die Bachelorarbeit setzt sich mit Machtverhältnissen im Feld der stationären Kinder- und Jugendhilfe auseinander und analysiert, wie Fachkräfte machtsensibel handeln können.
Zentrale Themen sind Machttheorien, fachliche Grundlagen der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession, die Geschichte der Heimerziehung und Methoden zur Machtanalyse in der Praxis.
Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für subtile Machtprozesse zu schaffen und Sozialarbeitern Methoden an die Hand zu geben, um Machtstrukturen zugunsten der Adressaten positiv zu beeinflussen.
Es werden Literaturanalysen soziologischer Machtperspektiven sowie das W-Fragen-Modell und die systemische Denkfigur zur Fallanalyse genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine historische Analyse der Macht in der Heimerziehung, gesetzliche Rahmenbedingungen und eine praktische Fallanalyse mittels Empowerment-Methodik.
Die Arbeit fokussiert auf Macht, Empowerment, Jugendhilfe, Menschenrechte und professionelle Ethik.
Es hilft Fachkräften, zwischen den Erwartungen des Staates, den Ansprüchen der Adressaten und den fachlichen/ethischen Standards der Profession zu vermitteln.
Empowerment unterstützt den jungen Menschen im Fallbeispiel dabei, eigene Machtdefizite zu erkennen und legitime Forderungen gegenüber Fachkräften zu formulieren.
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