Bachelorarbeit, 2021
72 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Systemischer Ansatz
1.1 Systembegriff und Theorien
1.2 Systemische Betrachtung von Familien
1.3 Professionelle systemische Interventionen für Familien
2. Ambulante Erziehungshilfen
2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.2 Sozialpädagogische Familienhilfe
2.3 Stand der Forschung
3. Systemisches Handeln bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
3.1 Elternarbeit im Rahmen des systemischen Arbeitens
3.2 Kooperationen und Netzwerkarbeit
3.3 Anwendungsbeispiel bei Vernachlässigung
4. Diskussion
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Möglichkeiten des systemischen Handelns innerhalb der ambulanten Erziehungshilfe, insbesondere bei der sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH), um den Verbleib von gefährdeten Kindern in ihrer Herkunftsfamilie zu unterstützen.
3.3 Anwendungsbeispiel bei Vernachlässigung
Das hier vorgestellte Fallbeispiel ist eine Möglichkeit aus den wahrscheinlichsten Kombinationen, der in Kapitel 2.3 zusammengefassten Daten des Statistischen Bundesamt konstruiert worden.
Eine kleine Familie aus der Dortmunder Nordstadt wohnt in einem Mehrfamilienhaus im 5. Stock. Der Stadtteil ist geprägt durch eine hohe Bevölkerungszahl, einen großen Anteil an Ausländern und einer hohen Arbeitslosenquote. Die 29 Jahre alte Mutter wohnt mit ihren beiden Söhnen, vier und sechs Jahre alt in einer 2,5 Zimmer Wohnung.
Die Mutter, alleinerziehend ist momentan arbeitslos und erhält Transferleistungen. Eine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin hat sie angefangen, aber durch die erste Schwangerschaft nicht beendet und konnte anschließen keine Kraft mehr aufbringen diese fortzusetzen. Sie ist mit der Situation als Mutter überfordert und es belastet sie sehr auf fremde finanzielle Unterstützung angewiesen zu sein. Nach einigen erfolglosen Bewerbungen auf verschiedene Jobs hat sie die aktive Jobsuche aufgegeben. Dadurch leidet sie unter Schlafproblemen und kann ihren Pflichten als Mutter nicht nachkommen. Sie vernachlässigt ihre Kinder seelisch durch fehlende Aufmerksamkeit und Zuwendung sowie materiell durch falsche finanzielle Planung. Den Haushaltspflichten kann sie ebenfalls nicht nachkommen. Außerdem ist sie schnell reizbar. Deutlich wird dies durch das Anschreien der Kinder in der Öffentlichkeit.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der SPFH in der Kinder- und Jugendhilfe und formuliert die Forschungsfrage zum Verbleib von Kindern in Herkunftsfamilien durch systemische Ansätze.
1. Systemischer Ansatz: Dieses Kapitel definiert systemtheoretische Grundlagen, erläutert die systemische Betrachtung von Familien und stellt professionelle Interventionsansätze vor.
2. Ambulante Erziehungshilfen: Das Kapitel bietet eine rechtliche Einordnung der ambulanten Erziehungshilfen und analysiert den aktuellen Forschungsstand sowie Risikofaktoren bei Kindeswohlgefährdung.
3. Systemisches Handeln bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung: Hier werden Methoden der Elternarbeit und Netzwerkarbeit beschrieben sowie die praktische Umsetzung anhand eines fiktiven Fallbeispiels demonstriert.
4. Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit systemischer Handlungsweisen bei der Abwendung von Fremdunterbringungen in Zwangskontexten.
5. Fazit: Das Fazit bekräftigt, dass der systemische Ansatz durch Stärkung der Selbstwirksamkeit und elterlicher Ressourcen ein unverzichtbares Instrument für die ambulante Erziehungshilfe darstellt.
Systemischer Ansatz, Ambulante Erziehungshilfe, Sozialpädagogische Familienhilfe, SPFH, Kindeswohlgefährdung, Systemtheorie, Elternarbeit, Vernachlässigung, Lebensweltorientierung, Zwangskontext, Empowerment, Hilfe zur Selbsthilfe, Netzwerk, Fallbeispiel, Kinderschutz.
Die Arbeit analysiert die Erfolgsschancen des systemischen Handelns in der ambulanten Erziehungshilfe bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, mit besonderem Fokus auf der sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH).
Zentrale Themen sind die Systemtheorie, rechtliche Rahmenbedingungen nach SGB VIII, professionelle systemische Methoden sowie die Gestaltung von Elternarbeit und Kooperationen innerhalb von Zwangskontexten.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie systemische Denk- und Handlungsansätze in der SPFH den Verbleib eines Kindes in der Herkunftsfamilie unterstützen können.
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Recherche in der Fachliteratur sowie der Herleitung und Analyse eines exemplarischen Fallbeispiels.
Der Hauptteil behandelt die theoretische Fundierung des systemischen Arbeitens, die rechtliche Einordnung, die Auswertung aktueller Studien zur SPFH sowie praktische Interventionsmethoden im Kinderschutz.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Systemtheorie, SPFH, Kindeswohlgefährdung, Lebensweltorientierung und systemische Intervention aus.
Im Gegensatz zur reinen Problem- oder Defizitorientierung fokussiert die systemische Arbeit in der SPFH auf die Ressourcen der Familie, die zirkuläre Wahrnehmung von Zusammenhängen und die Aktivierung von Selbstwirksamkeit.
Da viele SPFH-Maßnahmen aufgrund von Kindeswohlgefährdungen durch das Jugendamt eingeleitet werden, stellt der Zwangskontext eine besondere Anforderung an die Fachkraft dar, eine tragfähige und professionelle Arbeitsbeziehung aufzubauen.
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