Bachelorarbeit, 2021
54 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Methodik
3. Grundlegendes Wissen zum Thema Insekten
3.1 Definition Entomophagie
3.2 Entomophagie weltweit
3.2.1 Entomophagie in der westlichen Welt
3.2.2 Entomophagie in Ozeanien, Afrika, Asien und Südamerika
3.4.1. Definition Insekten
3.4.2 Nährstoffgehalt
3.4.3 Gesundheitsgefahren und Allergien
3.4.4 Rahmenbedingungen der Züchtung
3.4.5. Rahmenbedingungen der Züchtung in Deutschland
3.5. Beschreibungen ausgewählter Arten
3.5.1. Mehlwürmer
3.5.2 Heimchen
3.5.3 Europäische Wanderheuschrecke
3.5.4. Buffalowürmer
4. Rechtlicher Rahmen in der EU
4.1 Rechtlicher Rahmen vor der Novel-Food-Verordnung
4.1.1 Schweiz
4.1.2 Belgien
4.1.3 Niederlande
4.2 Die Novel-Food-Verordnung
5. Ökologischer Vergleich zu anderen tierischen Proteinquellen
5.1 Landverbrauch
5.2 Wasserverbrauch
5.3 Treibhausgasemissionen im Vergleich
6. Soziale Aspekte / Bekämpfung des Hungers
7. Fazit
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist die wissenschaftliche Untersuchung von Insekten als alternative Proteinquelle, unter besonderer Berücksichtigung der rechtlichen, ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen sowie der Akzeptanz und des Konsumverhaltens in westlichen Gesellschaften.
3.2.1 Entomophagie in der westlichen Welt
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird der Begriff westliche Welt vereinfacht genutzt, um die Kontinente Nordamerika, Europa und Australien sowie Neuseeland als einzelnen Staat zusammenzufassen. Ich folge damit der Einteilung nach Shelomi (vgl. Shelomi, 2015, S. 311).
Im westlichen Kulturkreis gelten Insekten oft als ekelig, minderwertig oder als unwichtig, bezogen auf ihre Größe (vgl. Looy, Dunkel, Wood, 2014, S. 131–132). Gerade im Umfeld von Lebensmitteln werden Insekten eher als Schädlinge oder als Indiz für eine mangelnde Hygiene angesehen. Beispiele hierfür sind Kakerlaken, Ameisen oder auch Mehlkäfer (vgl. Pospischil, R.; Sellenschlo, U.; 2004, S. 20–25). Im Gegensatz hierzu stehen Bienen, die sich in der Bevölkerung zunehmender Beliebtheit erfreuen. Dieses Insekt wird aufgrund seiner zentralen Rolle in der Landwirtschaft und der Nachhaltigkeitsbewegung geschätzt. Der Ekel, also das Gefühl des Widerwillens, gegenüber Insekten ist für Menschen ähnlich gewichtet wie der Ekel vor Pathogenen wie z.B. Schimmelpilzen (vgl. Lorenz et al 2014, S. 252, zit. n. Meixner, Mörl von Pfalzen 2018, S. 47).
Aus religiöser Sicht ist der Insektenkonsum ebenfalls problembehaftet. So werden im Levitikus, 11 Verse 20 und 23 des Alten Testaments Tiere mit vier Beinen und Flügeln als treif bezeichnet, was so viel wie unrein bedeutet. Ausnahmen bilden hier nur die Heuschrecken, da diese ihren Bauch über dem Boden halten (vgl. Levitikus 11 Verse 21–22) und somit nicht mit der Schlange im Paradies assoziiert werden können. Die Speisegesetze des Islam haben dahingehend die gleiche Auslegung, da sie auf das Alte Testament zurückgreifen. Zusätzlich werden in den Speisegesetzen kot- und fleischfressende Insekten sowie Bienen und Ameisen explizit genannt. Das Judentum hingegen toleriert nur den Verzehr von Heuschreckenarten (vgl. Sunan Ibn Magah 3314; Sunan ad- Darimi 1914; Musad)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Insekten als neuartiges Lebensmittel in der westlichen Welt ein und diskutiert die gesellschaftliche Ambivalenz zwischen Ekel und dem Potenzial als nachhaltige Proteinquelle.
2. Methodik: Der Autor beschreibt das Vorgehen bei der Literaturrecherche sowie die direkte Kontaktaufnahme mit Veterinärämtern und Experten zur Klärung rechtlicher Anforderungen an die Insektenzucht.
3. Grundlegendes Wissen zum Thema Insekten: Dieses Kapitel erläutert die Definition der Entomophagie, deren weltweite Verbreitung sowie kulturelle Hintergründe, und gibt einen detaillierten Überblick über Biologie, Nährstoffgehalt und Gesundheitsfaktoren spezifischer Insektenarten.
4. Rechtlicher Rahmen in der EU: Der Abschnitt analysiert die historische Entwicklung der Rechtslage vor der europäischen Novel-Food-Verordnung und erläutert die neuen regulatorischen Anforderungen für Insekten als Lebensmittel.
5. Ökologischer Vergleich zu anderen tierischen Proteinquellen: Hier wird die ökologische Bilanz von Insektenlösungen anhand von Landverbrauch, Wasserbedarf und Treibhausgasemissionen direkt mit traditionellen Quellen wie Rind- und Schweinefleisch verglichen.
6. Soziale Aspekte / Bekämpfung des Hungers: Das Kapitel beleuchtet das Potenzial der Entomophagie als Strategie zur Sicherung der Proteinaufnahme in Schwellenländern und die Auswirkungen westlicher Einflüsse.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer positiven Bewertung der Insekten als Nahrungsmittel und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung für eine breitere gesellschaftliche Etablierung.
Entomophagie, Insekten als Lebensmittel, Novel-Food-Verordnung, Insektenzucht, Proteinquelle, Nachhaltigkeit, Lebensmittelsicherheit, Mehlwurm, Heimchen, Wanderheuschrecke, Ernährungssicherung, Ökobilanz, Futtermittelverwertung, Konsumverhalten, EU-Recht
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Insekten als zukunftsfähige und nachhaltige Proteinquelle für den menschlichen Verzehr unter Berücksichtigung wissenschaftlicher, rechtlicher und ökologischer Kriterien.
Die zentralen Felder umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU-weiten Zulassung, die ökologische Vergleichsanalyse mit konventioneller Fleischproduktion sowie die Bedeutung der Insektenzucht für die globale Ernährungssicherung.
Das Hauptziel ist es, wissenschaftlich zu prüfen, ob Insekten eine tragfähige und umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen tierischen Proteinquellen darstellen und unter welchen rechtlichen Bedingungen ihre Zucht und Vermarktung möglich sind.
Der Autor führt eine umfassende Literaturrecherche durch und ergänzt diese durch primäre Datenerhebungen via E-Mail-Korrespondenz mit verschiedenen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern.
Der Hauptteil gliedert sich in grundlegende biologische und ernährungsphysiologische Aspekte von Insekten, eine detaillierte Aufarbeitung der EU-Gesetzgebung für neuartige Lebensmittel sowie einen ökologischen Vergleich basierend auf Ressourcenverbrauch und Emissionen.
Wichtige Begriffe sind Entomophagie, Novel-Food-Verordnung, Insektenzucht, ökologische Nachhaltigkeit, Proteinquellen und Lebensmittelsicherheit.
Vor der Verordnung (EU) 2015/2283 gab es in der EU keine einheitliche Regelung, was zu nationalen Alleingängen führte. Durch die Verordnung wurde ein zentralisierter, wissenschaftlich gestützter Zulassungsprozess durch die EFSA etabliert.
Insekten weisen im Vergleich zu Rind- und Schweinefleisch eine effizientere Futterverwertung auf und benötigen bei einer korrekten Zuchtstrategie deutlich weniger Ressourcen wie Land und Wasser, wobei die Treibhausgasemissionen variieren können.
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