Bachelorarbeit, 2019
99 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Dimensionen sozialer Ungleichheit
2.1 Definition sozialer Ungleichheit
2.2 Klassen- und Schichttheorien
3 Wohlfahrtssysteme im Vergleich
3.1 Einordnung der Vergleichsländer in Typologien
3.1.1 Typologie nach Esping-Andersen
3.1.2 Das Bismarck-Modell in Deutschland
3.1.3 Das Beveridge-Modell in Großbritannien
3.2 Institutionelle und politische Rahmenbedingungen
3.2.1 Soziale Sicherung und Bildung in Deutschland
3.2.2 Besonderheiten der deutschen Sozialpolitik
3.2.3 Soziale Sicherung und Bildung in Großbritannien
3.2.4 Besonderheiten der britischen Sozialpolitik
4 Soziale Ungleichheit innerhalb Deutschlands
4.1 Gesundheit
4.2 Berufliche Integration und Erwerbsstatus
4.3 Bildung
4.4 Armut
5 Soziale Ungleichheit innerhalb Großbritanniens
5.1 Gesundheit
5.2 Berufliche Integration und Erwerbsstatus
5.3 Bildung
5.4 Armut
6 Deutsch-britischer Vergleich: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
6.1 Vergleich der sozialen Ungleichheit innerhalb und zwischen Deutschland und Großbritannien
6.1.1 Gesundheit
6.1.2 Berufliche Integration und Erwerbsstatus
6.1.3 Bildung
6.1.4 Armut
6.2 Soziale Ungleichheit zwischen den beiden Vergleichsländern im Überblick bei Betrachtung von drei Ungleichheitsmaßen
7 Zusammenfassung, Schlussfolgerungen und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der sozialen Ungleichheit im Vergleich zwischen Deutschland und Großbritannien, um die Folgen unterschiedlicher wohlfahrtsstaatlicher Systeme für die Lebensbedingungen der Bürger zu analysieren. Ziel ist es, aus einer soziologischen Makroperspektive Bereiche wie Gesundheit, Bildung, Erwerbsstatus und Armut zu vergleichen und für die Soziale Arbeit relevante Erkenntnisse abzuleiten.
2.1 Definition sozialer Ungleichheit
Nach Hradil (2001) liegt soziale Ungleichheit vor, „wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialen Beziehungsgefügen von den wertvollen Gütern einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andere erhalten“ (S. 30). Der Begriff der wertvollen Güter ist hier zentral. Je mehr dieser wertvollen Güter jemand besitzt, desto besser sind die Lebensbedingungen. Die Güter werden dadurch wertvoll, dass in jeder Gesellschaft gewisse Werte vorrangig sind. Zum Beispiel haben die meisten Menschen eine genaue Vorstellung davon, was sie persönlich unter einem guten Leben verstehen. Um dieses zu verwirklichen, ist eine gewisse Menge an Gütern nötig. Des Weiteren ist die Verteilung selbiger wertvoller Güter und die Frage, ab welchem Punkt sie ungleich verteilt sind, zentral (vgl. Hradil 2001, S. 28). So kann soziale Ungleichheit zum Beispiel Unterschiede in dem Niveau von Einkommen, Ressourcen, Macht, Status, sozialem Kapital sowie sozialer Inklusion und Exklusion beschreiben (vgl. Warwick-Booth 2019, S. 2).
Bei der Betrachtung des Begriffs der Ungleichheit ist wichtig, dass zwischen absoluter und relativer Ungleichheit unterschieden wird. Absolut ist Ungleichheit, wenn ein Gesellschaftsmitglied von den wertvollen Gütern mehr als ein anderes erhält. Dahingegen erfasst der Begriff relative Ungleichheit vielmehr die Kriterien der Verteilung. Wenn hier der Faktor Verdienst berücksichtigt wird, kann dieser in gewissen Fällen auch höher sein als die tatsächliche Leistung der Person wert ist. Im soziologischen Fachjargon ist die absolute Ungleichheit bei Betrachtung sozialer Ungleichheit gemeint. So wird hier auch von sozialer Ungleichheit gesprochen, wenn ein Handwerker weniger Lohn erhält als ein Akademiker – obschon das nicht als ungerecht angesehen werden kann.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz sozialer Ungleichheit für die Soziale Arbeit ein und begründet den Vergleich zwischen den sozialstaatlichen Modellen Deutschlands und Großbritanniens.
2 Dimensionen sozialer Ungleichheit: Dieses Kapitel definiert soziale Ungleichheit und erläutert theoretische Klassen- und Schichtmodelle als Grundlage für die soziologische Betrachtung.
3 Wohlfahrtssysteme im Vergleich: Es erfolgt eine theoretische Einordnung von Deutschland und Großbritannien in das Bismarck- und Beveridge-Modell sowie die Darstellung ihrer institutionellen Rahmenbedingungen.
4 Soziale Ungleichheit innerhalb Deutschlands: Hier werden die Bereiche Gesundheit, berufliche Integration, Bildung und Armut basierend auf der aktuellen Lage in Deutschland analysiert.
5 Soziale Ungleichheit innerhalb Großbritanniens: Analog zu Kapitel 4 wird die Situation in Großbritannien hinsichtlich Gesundheit, Erwerbsstatus, Bildung und Armut untersucht.
6 Deutsch-britischer Vergleich: Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Dieses Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und vergleicht die Länder mittels Indikatoren wie dem Social Justice Index und dem Gini-Koeffizienten.
7 Zusammenfassung, Schlussfolgerungen und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Ergebnisse, methodischen Reflexionen und einem Ausblick auf zukünftige Herausforderungen.
Soziale Ungleichheit, Wohlfahrtsstaat, Deutschland, Großbritannien, Bismarck-Modell, Beveridge-Modell, Armut, Gesundheit, Bildung, soziale Schichtung, Klassentheorie, Soziale Arbeit, Arbeitsmarkt, soziale Mobilität, Humankapital.
Die Arbeit vergleicht die Strukturen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit in Deutschland und Großbritannien, um zu verstehen, wie unterschiedliche Wohlfahrtssysteme die individuellen Lebenschancen beeinflussen.
Die Studie fokussiert sich auf vier Hauptdimensionen: Gesundheit, berufliche Integration/Erwerbsstatus, Bildung und Armut.
Ziel ist es, die spezifischen Ausprägungen sozialer Ungleichheit in beiden Ländern herauszuarbeiten und die Relevanz dieser Ergebnisse für die Praxis der Sozialen Arbeit zu reflektieren.
Es handelt sich um eine literaturbasierte Arbeit, die soziologische Theorien, aktuelle Reporte und Studien kontrastierend vergleicht, um zentrale Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die getrennte Darstellung der Wohlfahrtssysteme und sozialen Ungleichheiten der beiden Länder sowie einen anschließenden direkten Vergleich der Ergebnisse.
Die Arbeit charakterisiert sich durch Begriffe wie Soziale Ungleichheit, Bismarck-Modell, das britische Pendant (Beveridge-System), Bildungs- und Gesundheitsgerechtigkeit sowie Armutsprävention.
Während das deutsche System auf dem beitragsfinanzierten Bismarck-Modell aufbaut (Pflichtversicherung), basiert der britische National Health Service (NHS) auf einer steuerfinanzierten, universellen Versorgung.
Die Studie zeigt, dass der sozio-ökonomische Hintergrund in Deutschland einen sehr starken Einfluss auf den Bildungserfolg hat, was die soziale Durchlässigkeit hemmt – ein Problem, das auch in Großbritannien aufgrund regionaler Disparitäten und privater Bildungsangebote besteht.
Trotz in unterschiedlichen Bereichen besserer Ergebnisse stellen beide Länder eine wachsende Einkommensungleichheit fest; insbesondere im Bereich der Kinderarmut weist Großbritannien signifikante Defizite auf, während Deutschland bei der Altersarmut spezifischen Handlungsbedarf signalisiert.
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