Masterarbeit, 2022
84 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Erkenntnisinteresse und Relevanz
1.2 Zielsetzung und Forschungsfragen
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Kitasozialarbeit: Versuch einer rechtlichen Verortung im System der Kinder- und Jugendhilfe
2.1.1 Frühe Hilfen und die Zielgruppenproblematik
2.1.2 Kitasozialarbeit als „kleine Familienhilfe“?
2.1.3 Kitasozialarbeit als „Lückenschließerin?“
2.2 Kitasozialarbeit als präventives Angebot in der Kinder- und Jugendhilfe
2.3 Gegenüberstellung des Handlungsfeldes Kindertageseinrichtung und der Profession Soziale Arbeit
2.3.1 Kindertageseinrichtung
2.3.1.1 Gesetzliche Grundlage
2.3.1.2 Zielgruppe und Aufgaben
2.3.1.3 Kritik an der Umsetzung der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft
2.3.2 Soziale Arbeit
2.3.2.1 Gesetzliche Grundlage
2.3.2.2 Begriffsklärung und Definition
2.3.2.3 Zielgruppe und Aufgaben
2.3.2.4 Charakteristik und Arbeitsprinzipien der Sozialen Arbeit
2.3.3 Zwischenfazit
2.4 Ansätze und Varianten von Kitasozialarbeit
2.5 Notwendigkeit von Sozialer Arbeit in Kindertageseinrichtungen
3 Methodik der empirischen Untersuchung
3.1 Stand der Forschung
3.2 Forschungsdesign
3.3 Erhebungsmethoden
3.2.1 Selektive Internetrecherche
3.2.2 Dokumentenanalyse
3.4 Datenerhebung und Auswertung
3.4.1 Selektive Internetrecherche
3.4.2 Dokumentenanalyse
4 Ergebnisse - Interpretation der Ergebnisse
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und das Profil von Kitasozialarbeit als präventives, niedrigschwelliges und sozialraumorientiertes Angebot in Kindertageseinrichtungen, um Familien frühzeitig zu unterstützen und Teilhabegerechtigkeit zu fördern.
2.1 Kitasozialarbeit: Versuch einer rechtlichen Verortung im System der Kinder- und Jugendhilfe
In dem nachfolgenden Abschnitt soll zunächst der Versuch unternommen werden, Kitasozialarbeit im System der Kinder- und Jugendhilfe und des SGB VIII rechtlich einzuordnen. Ausgehend von den Frühen Hilfen als häufig erste Form der Unterstützung, die Eltern mit Kindern in Anspruch nehmen, soll aufgezeigt werden, wo eine Lücke im System besteht, die durch Kitasozialarbeit geschlossen werden könnte.
Die Frühen Hilfen umfassen verschiedene niedrigschwellige, freiwillige und kostenlose Unterstützungsangebote für Eltern ab der Schwangerschaft und Familien mit Kindern bis drei Jahre (vgl. Nationales Zentrum Frühe Hilfen 2022). Dazu bildeten sich lokale und regionale Unterstützungssysteme mit „möglichst frühzeitigen, koordinierten und multiprofessionellen Hilfsangeboten“ (§ 1 Abs 4 KKG). Sie sind regional unterschiedlich ausgeprägt und umfassen beispielsweise Familienlots*innen, Eltern-Kind-Treffs oder Schwangerschaftsberatungsstellen.
Durch das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz (BKischG) wurden „Frühe Hilfen“ als Instrument der präventiven Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitswesen erstmals gesetzlich verankert. Kritik gab es von Beginn an, an der begrenzten Zielgruppe der Hilfen auf Familien mit Kindern von null bis drei Jahren, obwohl § 1 Abs. 4 KKG versucht durch die Formulierung „vor allem“ den Kreis der Adressaten durchlässig zu gestalten. In der „Arbeitshilfe zum Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen“ des Landesjugendamtes Rheinland-Pfalz (2012, S. 9) heißt es deshalb:
„Da sich das Verständnis von Frühen Hilfen auch auf eine „rechtzeitige“ Hilfe beziehen kann, ist eine sehr enge Begrenzung der Altersgruppe von null bis drei Jahren nicht ganz nachvollziehbar, wenngleich Kleinkinder in den ersten drei Lebensjahren besonders gefährdet sind. Auch Familien mit Kleinkindern ab dem dritten Lebensjahr benötigen rechtzeitige Unterstützung und Hilfe. Eltern können in Überforderungssituationen an ihre Grenzen (der Erziehungsfähigkeit) geraten, wenn ihr Kind das dritte Lebensjahr bereits überschritten hat. Auch in diesen Fällen können Angebote zur Stärkung der Erziehungs- und Beziehungskompetenz angemessen sein, ohne dass ein Antrag auf Hilfe zur Erziehung gestellt werden muss.“
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Kitasozialarbeit als präventives Instrument zur Unterstützung von Familien in belasteten Lebenslagen.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel verortet Kitasozialarbeit rechtlich im System der Kinder- und Jugendhilfe und grenzt sie von anderen Professionen sowie Angeboten wie den Frühen Hilfen ab.
3 Methodik der empirischen Untersuchung: Hier wird das explorative Forschungsdesign erläutert, welches auf der Kombination von selektiver Internetrecherche und Dokumentenanalyse basiert.
4 Ergebnisse - Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen die unterschiedlichen Ausprägungen und Finanzierungsmodelle von Kitasozialarbeit in verschiedenen Bundesländern und leiten ein grundlegendes Profil ab.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit unterstreicht die Relevanz der Kitasozialarbeit für die Förderung von Chancengerechtigkeit und formuliert Hypothesen für weiterführende empirische Studien.
Kitasozialarbeit, Kindertageseinrichtung, Prävention, Soziale Arbeit, Familienhilfe, Niedrigschwelligkeit, Sozialraumorientierung, Jugendhilfe, Frühe Hilfen, Chancengerechtigkeit, Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, System der Kinder- und Jugendhilfe, Dokumentenanalyse, Projektarbeit, Kommunale Bildungsplanung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Etablierung des Konzepts der Kitasozialarbeit als präventives und unterstützendes Angebot in Kindertageseinrichtungen.
Zentrale Themen sind die Unterstützung von Familien in sozialen Notlagen, die Vernetzung im Sozialraum sowie die rechtliche und strukturelle Einordnung von Soziale Arbeit im Kontext von Kitas.
Das Ziel ist es, ein Profil für Kitasozialarbeit zu entwickeln, die Notwendigkeit dieses Angebots zu begründen und zu untersuchen, welche Ausprägungen es bereits in Deutschland gibt.
Die Arbeit nutzt ein exploratives Forschungsdesign, bestehend aus einer selektiven Internetrecherche und einer qualitativen Dokumentenanalyse verschiedener Konzepte aus unterschiedlichen Kommunen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, wie die historische und rechtliche Verortung, und den empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Internetrecherche und Dokumentenanalyse präsentiert und interpretiert werden.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kitasozialarbeit, Prävention, Niedrigschwelligkeit, Sozialraumorientierung und Chancengerechtigkeit.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Kitasozialarbeit aufgrund des altersunabhängigen Zugangs (über das dritte Lebensjahr hinaus) eine wichtige Lücke im präventiven System schließt, da die klassischen Frühen Hilfen oft auf null bis dreijährige Kinder fokussiert sind.
Die Finanzierung ist sehr heterogen und basiert oft auf projektbezogenen oder freiwilligen kommunalen Leistungen, was zu einer hohen Planungssicherheitsproblematik führt, wie die Analyse der Praxismodelle zeigt.
Das Trippelmandat ergänzt das klassische Mandat (Hilfe und Kontrolle) um die professionelle Ebene, um so den Anforderungen der Ökonomisierung und den ethischen Ansprüchen der Profession Soziale Arbeit gerecht zu werden.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass Kitasozialarbeit zwar ein junges, aber fachlich hoch relevantes Handlungsfeld ist, das dringend eine verbindlichere Verankerung und eine stärkere konzeptionelle Profilbildung benötigt.
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