Fachbuch, 2009
34 Seiten
1 Einleitung
1.1 Einführung (insbes aus lebensnaher, ö Perspektive)
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Die Worte „Wahrscheinlichkeit“; ferner „Sicherheit“
1.3.1 Das Wort „Wahrscheinlichkeit“ in den Wirtschaftswissenschaften
1.3.2 Das Wort „Wahrscheinlichkeit“ in der Umgangssprache
1.3.3 Das Wort „Wahrscheinlichkeit“ in den Rechtswissenschaften
1.3.4 Das Wort „Sicherheit“ in der Umgangssprache
1.3.5 Das Wort „Sicherheit“ in der Wissenschaft
1.3.6 Das so genannte „Ratingsymbol“ des „Triple A“
1.3.7 Die Worte von EVERLING zum „Triple A“ auf seiner HP
1.3.8 EVERLING zum „Triple A“ auf DEUTSCHLANDRADIO
1.3.9 EVERLING in ACHLEITNER/EVERLING/NIGGEMANN
1.3.10 Die „Newsletter“-Worte von EVERLING anno 2002
1.3.11 Die Worte von EVERLING in KIENBAUM/BÖRNER
1.3.12 Die Wortfolge im „Rating“-Kontext von SCHNEIDER et al
1.3.13 Die Wortfolge im „Rating“-Kontext des [d]BVRA
1.3.14 Die Worte von TRIEU iZm dem Deutsche Post Bank AG - Rating
1.3.15 Die Worte von KNEPEL auf der HP der BANKINGCLUB GmbH
1.3.16 SCHUMANN iRd Firmenkunden-Rating iZm „Basel II“
1.3.17 Die Behauptungen der TECH DATA
1.3.18 Implikationen für die („Rating“-„Prozess“-)Praxis ?
1.4 Zusammenfassung und skeptisch-ambivalenter Ausblick
Die Arbeit analysiert kritisch den wissenschaftlich unhaltbaren Gebrauch der Wortfolge „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ im Kontext von Finanzratings, insbesondere bei der Bewertung von Staatsanleihen und Unternehmensanleihen („Triple A“).
1.3.5 Das Wort „Sicherheit“ in der Wissenschaft
Aus ernsthaft wissenschaftlicher Sicht ist festzuhalten, dass Sicherheit ein (strikter) ja/nein-Begriff ist. Und, dass es sich bei Sicherheit um einen theoretischen Begriff handelt, ähnlich den Begriffen „wahr“ oder „unendlich“: es handelt sich auch bei ihnen um theoretische Größen. Die Problematik besteht nun darin, dass dies – siehe etwa die (gegenwärtige) Umgangssprache so (oft) nicht „wahr“-genommen wird. Ergo existieren Formulierungen wie etwa „Ich bin mir relativ sicher, dass…“. In der Umgangssprache, in einer lebensnahen, praktischen „Umwelt“, wird (unglücklich, unseriös) ein Begriff aus der Welt der Theorie (zB „Sicherheit“) aufgegriffen und mit Aussagen, die einer praktischen Welt entstammen, die sich des Graduellen bedient (arg „Wahrscheinlichkeit“) in – allerdings inkorrekte, unzulässige, unwissenschaftliche – (vermeintliche!) „Verbindung“ gebracht. (Im Falle der sog „an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit“ klingt [sic!] dieser Begriff für viele Sprecher und Hörer ua noch besonders „gut“ [sic!]).
Die folgenden Formulierungen (ua von EVERLING) zeichnen ein – mehr als bloß „erschütterndes“ Bild – um statistische Grundaussagen. Statistische Grundaussagen, mit den in der Jurisprudenz – sub titulo – „impression management“ im „sozialen“ Moment des Prozessablaufs beeindruckt werden kann (arg „Totschlag-Argument“), die aber – strictu sensu – einerseits nicht das versprechen, was sie – (sprach-)bildhaft „gedacht“ – versprechen zu sein (Stichwort: Schein-Genauigkeit, Suggerierung einer Quanti-[sic!]- fizierbarkeit der Wortfolge „mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit“) und andererseits überdies aufdecken, wie – hochgradig – subjektiv Beurteilungen sind. Nochmals gesagt: die Wortfolge „mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit“ ist a) (sprach-)bildlich falsch (Verknüpfung von „Äpfeln“ mit „Birnen“) sowie b) einer quantitativen Aussage (arg zB „das meint 99%“, „das meint „99,9%“) – entgegen dem vom (Sprach-)Bild „vorgezeichneten“ Wortlaut – in keinster (!) Weise zugänglich.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Kontroverse um die Wirtschafts-Krise und das CEE-Exposure, wobei die zentrale Rolle der Rating-Symbolik kritisch beleuchtet wird.
1.1 Einführung (insbes aus lebensnaher, ö Perspektive): Dieser Abschnitt führt in die mediale und fachliche Diskussion um das „Ost(europa)risiko“ und die Pleitethese Österreichs ein.
1.2 Gang der Untersuchung: Hier wird der methodische Ansatz dargelegt, der die stochastische Kernproblematik und den Missbrauch der Rating-Terminologie untersucht.
1.3 Die Worte „Wahrscheinlichkeit“; ferner „Sicherheit“: Dieses umfangreiche Kapitel widmet sich der wissenschaftlichen und umgangssprachlichen Definition sowie Abgrenzung der Begriffe Wahrscheinlichkeit und Sicherheit.
1.4 Zusammenfassung und skeptisch-ambivalenter Ausblick: Das Fazit fasst die Kritik an der unzulässigen Vermengung der Begriffe zusammen und mahnt zu einem wissenschaftlich korrekten Umgang mit Rating-Formulierungen.
Finanzkrise, Rating, Triple A, Wahrscheinlichkeit, Sicherheit, Stochastik, Bonität, Staatsanleihen, Risikoanalyse, Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, quantitative Analyse, qualitative Aussage, Sprachtheorie, Finanzmärkte.
Die Arbeit untersucht kritisch den in der Finanzwelt und Jurisprudenz inflationär genutzten Begriff „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ im Kontext von Ratings.
Die zentralen Felder sind die stochastische Theorie, der Finanzmarkt-Diskurs (besonders in Bezug auf Staatsbankrott-Debatten) sowie die sprachliche Präzision in der wissenschaftlichen Kommunikation.
Ziel ist es, den Missbrauch stochastischer Begriffe als „Schein-Genauigkeit“ in Rating-Urteilen aufzudecken und eine wissenschaftlich fundierte Abgrenzung der Begriffe Wahrscheinlichkeit und Sicherheit zu fordern.
Der Autor nutzt eine interdisziplinäre Analyse, die Erkenntnisse aus der Statistik, der Betriebswirtschaftslehre, der Rechtswissenschaft und der Sprachtheorie kombiniert.
Der Hauptteil analysiert zahlreiche Zitate von Experten und Rating-Agenturen, die die unzulässige Verknüpfung von Wahrscheinlichkeit und Sicherheit in Rating-Symbolen wie „Triple A“ dokumentieren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rating, Triple A, Wahrscheinlichkeit, Sicherheit und wissenschaftliche Redlichkeit charakterisiert.
Der Autor betrachtet „Triple A“ lediglich als ein symbolisches Ideogramm für eine Güteklasse und lehnt die statistische Quantifizierung durch Begriffe wie „an Sicherheit grenzend“ ab.
Weil Sicherheit eine absolute Ja/Nein-Aussage ist, während Wahrscheinlichkeit eine graduelle Größe darstellt. Die Verbindung ist nach Auffassung des Autors eine inhaltliche Vermengung, die nur durch statistische Unkenntnis existiert.
Die Arbeit fordert Gutachter und Rating-Experten dazu auf, ihre Ausdrucksweise zu präzisieren und von der suggestiven Nutzung pseudowissenschaftlicher Sprachbilder Abstand zu nehmen.
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