Bachelorarbeit, 2020
66 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. FORSCHUNGSSTAND
3. HABSBURGER UND OSMANEN IM FRÜHEN 16. JAHRHUNDERT
4. DEFINITORISCHE GRUNDLAGEN
4.1. Türkengefahr
4.2. Türkenfurcht
4.3. Flugblätter
4.4. Wahrnehmungsmuster
5. DAS TÜRKENBILD DES 16. JAHRHUNDERTS
5.1. Bedeutung des Buchdrucks
5.2. Biblische Motive
5.3. Topoi und Stereotypen
6. ZUSAMMENFASSUNG
7. LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS
7.1. Literatur
7.2. Internetressourcen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion des Türkenbildes in frühen Flugblättern des 16. Jahrhunderts. Das primäre Ziel ist es, die transportierten Topoi und Stereotypen zu identifizieren sowie die Bedeutung der durch den Buchdruck initiierten Medienrevolution für die Verbreitung dieses spezifischen Feindbildes zu analysieren.
1. Einleitung
Die hier vorliegende Arbeit wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung Die zweite Medienrevolution unter der Leitung von Univ.-Prof. Mag. Dr. XY verfasst und dient zur Erlangung des Titels „Bachelor of Education“.
„Wohin wir auch schauen, [sehen wir,] wie der wütende Feind, der Türke, täglich und je länger, je mehr die Länder und Wohnorte des Christlichen Volkes, unserer Brüder, bekriegt, einnimmt und so viele Christenleute so jämmerlich ermordet, Jungfrauen, Frauen und Kinder erbärmlich zu ewiger Sklaverei wegschafft und wie das Vieh hält und missbraucht […] Dabei ist es klar, was wir tun müssen und wofür wir uns bereit halten müssen. Denn wenn wir uns nun jetzt dieser Christenleute, unserer Brüder, aus christlicher brüderlicher Liebe nicht erbarmen, so wird sich auch Gott der Allmächtige künftig unserer nicht erbarmen. […] Denn es ist bekannt, dass die jetzt bedrängten Christenleute vor wenigen Jahren sich auch nicht [um ihre bedrängten Brüder] sorgten, als die Tyrannei des Türken noch bei ihren Nachbarn oder viel weiter weg war.“
Diese Textpassage von Göllner, welche um 1542 entstanden ist, pointiert das Motiv der Türkengefahr für die Christenheit.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung steckt den Kontext ab, in dem das komplexe Feindbild der Türken und das „Erbfeindsyndrom“ als reaktive Konstrukte der Frühen Neuzeit eingeführt werden.
2. FORSCHUNGSSTAND: Es wird der akademische Diskurs zur okzidentalen Anthropologie und zur geschichtswissenschaftlichen Beschäftigung mit Alterität und Fremdwahrnehmungen seit den 1980er Jahren aufgearbeitet.
3. HABSBURGER UND OSMANEN IM FRÜHEN 16. JAHRHUNDERT: Dieses Kapitel beleuchtet die wechselhaften militärischen und diplomatischen Kontakte zwischen beiden Mächten im 16. Jahrhundert.
4. DEFINITORISCHE GRUNDLAGEN: Die zentralen Begriffe wie Türkengefahr, Türkenfurcht, Flugblätter und Wahrnehmungsmuster werden präzisiert, um eine methodische Basis für die Analyse zu schaffen.
5. DAS TÜRKENBILD DES 16. JAHRHUNDERTS: Dieser Hauptteil analysiert die Rolle des Buchdrucks und die Verwendung biblischer sowie eschatologischer Topoi zur Konstruktion des Feindbildes.
6. ZUSAMMENFASSUNG: Die Ergebnisse werden resümiert und der Einfluss der Medien auf die gesellschaftliche Disziplinierung und die Instrumentalisierung des Feindbildes verdeutlicht.
7. LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS: Verzeichnis der relevanten wissenschaftlichen Primär- und Sekundärquellen sowie der verwendeten Internetressourcen.
Türkengefahr, Türkenfurcht, Flugblätter, Medienrevolution, Osmanisches Reich, Habsburger, Erbfeind, Buchdruck, Alterität, Stereotypen, Topoi, Reformation, Gegenreformation, Feindbilder, Eschatologie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und Verbreitung des Feindbildes der Türken in deutschsprachigen Flugblättern und Druckerzeugnissen des 16. Jahrhunderts.
Im Zentrum stehen die Konzepte der „Türkengefahr“ und „Türkenfurcht“, die Rolle des frühen Buchdrucks als Massenmedium sowie die Verwendung von kulturellen und biblischen Stereotypen.
Die Arbeit fragt nach den transportierten Topoi und Stereotypen, die zur Konstruktion des Türkenbildes dienten, und analysiert, welche Rolle der Buchdruck bei der Etablierung dieses Bildes spielte.
Die Arbeit nutzt eine diskursgeschichtliche Analyse und kulturhistorische Untersuchung, um die topischen Schemata und Wahrnehmungsmuster in zeitgenössischen Texten zu deuten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Buchdruck-Bedeutung, die Analyse biblischer Motive und der spezifischen Topoi/Stereotypen, wie sie etwa in Texten von Hans Sachs vorkommen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Propaganda, Erbfeindsyndrom, frühmoderne Medienrevolution, interkulturelle Fremdwahrnehmung und religiöse Instrumentalisierung beschreiben.
Es dient als erklärender Begriff für die in der Gesellschaft der Frühen Neuzeit dominierende tiefsitzende Identifikation des Osmanischen Reiches als existenziellen und religiösen Gegner.
Flugblätter wurden gezielt von der Obrigkeit instrumentalisiert, um finanzielle Unterstützung (Türkensteuer) für die kriegerischen Auseinandersetzungen zu akquirieren und das Volk diszipliniert auf den Glaubenskampf einzustimmen.
Die Religion war das entscheidende Differenzmerkmal. Der Islam wurde als Antithese definiert, was es den Zeitgenossen ermöglichte, das „Erbfeind“-Narrativ theologisch und eschatologisch zu unterfüttern.
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