Masterarbeit, 2022
62 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mit türkischem Migrationshintergrund
2.1 Definition von häuslicher Gewalt
2.2 Erscheinungsformen von häuslicher Gewalt
2.2.1 Psychische Gewalt
2.2.2 Physische Gewalt
2.2.3 Sexuelle Gewalt
2.2.4 Ökonomische Gewalt
2.3 Lebenssituation türkischer Migrantinnen in Deutschland
2.4 Ausmaß und Charakteristika von häuslicher Gewalt an Frauen in türkischen Herkunftsfamilien
2.4.1 Physische und sexuelle Gewalt an türkischen Frauen
2.4.2 Psychische Gewalt an türkischen Frauen
2.5 Folgewirkungen der häuslichen Gewalt an Frauen in türkischen Herkunftsfamilien
2.6 Hintergründe und Erklärungsansätze für die spezifische häusliche Gewalt an türkischen Migrantinnen
2.6.1 Stellung von Frauen in der türkischen Kultur
2.6.2 Häusliche Gewalt an Frauen in der Türkei
2.6.3 Ehrverletzungen als Gewaltmotiv
2.6.4 Wirkung von Integrationsschwierigkeiten auf die Praktizierung von häuslicher Gewalt
3. Allgemeine Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt
3.1 Überblick über das Spektrum an relevanten Institutionen
3.2 Beratungsstellen und Frauennotrufe der Sozialen Arbeit
3.3 Hilfsangebote von Frauenhäuser
3.4 Zufluchtswohnungen
3.5 Namensänderung bzw. langfristige Anonymisierung
3.6 Täterarbeit
3.7 Methodentrias der Sozialen Arbeit im Kontext des Arbeitsfelds der häuslichen Gewalt
4. Besonderheiten der Hilfsangebote für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mit türkischem Migrationshintergrund
4.1 Ausrichtung auf Frauen mit türkischem Migrationshintergrund durch Beratungsstellen
4.1.1 Anpassung des Beratungsangebots
4.1.2 Beispiele für interkulturelle Beratungsstellen
4.1.3 Einbezug der Öffentlichkeit durch Beratungsstellen
4.2 Ausrichtung auf Frauen mit türkischem Migrationshintergrund durch Frauenhäuser
4.3 Täterarbeit mit Männern mit türkischem Migrationshintergrund
5. Zusammenfassung und Fazit
5.1 Implikationen für die wissenschaftliche Auseinandersetzung
5.2 Implikationen für die Praxis
Die Arbeit untersucht, welche spezifischen Besonderheiten Hilfsangebote der Sozialen Arbeit aufweisen sollten, um von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mit türkischem Migrationshintergrund effektiv zu unterstützen und zu erreichen.
2.6.3 Ehrverletzungen als Gewaltmotiv
Die türkische Kultur kann als eine Kultur angesehen werden, in der der Ehrbegriff eine große Bedeutung einnimmt. Die türkischen Begriffe ‚Namus‘ und ‚Seref‘, die mit ‚Ehre‘ ins Deutsche übersetzt werden können, enthalten viele positive Werte wie Zugendhaftigkeit, Zuverlässigkeit, Treue, Gastfreundschaft oder Aufrichtigkeit. Wenn sich der türkische Ehrbegriff auf die Rolle der Frau bezieht, kommt häufig eine konservative, patriarchalische Sichtweise zum Ausdruck. Diese Sichtweise kann die Entstehung von häuslicher Gewalt gegen Frauen begünstigen. Es ist hervorzuheben, dass es in der türkischen Kultur auch viele Menschen gibt, die den geschlechtsbezogenen Ehrbegriff nicht streng, sondern vielmehr liberal auslegen. Auch ist zu betonen, dass ein problematischer, patriarchalischer Ehrbegriff kein spezifisch türkisches Phänomen ist. So kann es in jeder Kultur Menschen geben, die den Ehrbegriff damit verknüpfen, dass Frauen einem konservativen Geschlechtsstereotyp entsprechen sollen (Cakil 2018: 75-78).
Kennzeichnend für Gesellschaften, in denen das Ehrkonzept vorherrschend ist, sind die elementare Bedeutung der Großfamilie als Lebens- und Wirtschaftseinheit, eine vorindustriell-agrarische Wirtschaftsstruktur sowie eine ausgeprägte patriarchalische Kultur. Die Lebensbereiche und Rolle der beiden Geschlechter sind streng voneinander getrennt, wobei die Frauen gegenüber den Männern als untergeordnet angesehen werden (Oberwittler / Kasselt 2011: 15-16). Mit patriarchalischen Gesellschafts- bzw. Familienstrukturen ist typischerweise verbunden, dass sich die weiblichen gegenüber den männlichen Familienmitgliedern unterwürfig zeigen müssen (Duman 2015: 23). Frauen nehmen in diesen Gesellschaften kaum am öffentlichen Leben teil, sondern sind auf den Bereich des Haushalts und der Kindererziehung beschränkt (Oberwittler / Kasselt 2011: 15-16). In diesen traditionellen Gesellschaften werden die Frauen häufig nicht als eine eigenständige Persönlichkeit betrachtet, sondern stellen gewissermaßen das Eigentum des Mannes dar. Der Hintergrund dieser sozialen Norm kann darin gesehen werden, die Selbstbestimmung und Sexualität der Frauen zu kontrollieren (Vera – Fachstelle gegen Frauenhandel und Zwangsverheiratung in Sachsen-Anhalt 2014: 5).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von häuslicher Gewalt als Menschenrechtsverletzung und definiert die Zielgruppe sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
2. Von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mit türkischem Migrationshintergrund: Dieses Kapitel erläutert Definitionen, Erscheinungsformen sowie spezifische kulturelle und soziale Hintergründe der häuslichen Gewalt in diesem Kontext.
3. Allgemeine Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt: Es folgt ein Überblick über das institutionelle Hilfesystem, inklusive Beratungsstellen, Frauenhäusern und Täterarbeit, sowie deren methodische Ansätze.
4. Besonderheiten der Hilfsangebote für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mit türkischem Migrationshintergrund: Hier werden spezifische Anpassungen in der Beratung und Betreuung sowie Herausforderungen der interkulturellen Arbeit analysiert.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet Implikationen für die künftige wissenschaftliche Forschung und die sozialpädagogische Praxis ab.
Häusliche Gewalt, Soziale Arbeit, türkischer Migrationshintergrund, Frauenhäuser, Beratungsstellen, Ehrbegriff, Patriarchat, kultursensible Beratung, Täterarbeit, Gewaltprävention, Interventionskonzepte, Integration, Frauenrechte, Zwangsheirat, Empowerment.
Die Publikation befasst sich mit der Situation von Frauen mit türkischem Migrationshintergrund, die in Deutschland von häuslicher Gewalt betroffen sind, und analysiert die Rolle der Sozialen Arbeit.
Zentral sind die Erscheinungsformen von Gewalt, die soziale und kulturelle Lebenssituation betroffener Frauen sowie die Wirksamkeit und Ausrichtung existierender Hilfsangebote.
Ziel ist es, Besonderheiten und Handlungsbedarfe zu identifizieren, damit Hilfsangebote (Beratung, Frauenhäuser) besser auf die Bedürfnisse von türkischen Migrantinnen zugeschnitten werden können.
Es handelt sich um eine Auswertung theoretischer und praxisbezogener Literatur, die soziologische, kulturspezifische sowie sozialarbeiterische Fachbeiträge umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Gewaltformen und ihrer Ursachen im Kontext der türkischen Kultur sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem institutionellen Hilfesystem.
Wesentliche Schlagworte sind häusliche Gewalt, Migrationshintergrund, kultursensible Beratung, patriarchalische Strukturen, Täterarbeit und Interventionsmethodik.
Das Ehrkonzept fungiert oft als soziale Norm, die zur Kontrolle über Frauen eingesetzt wird; bei einem tatsächlichen oder vermeintlichen Ehrverlust drohen Sanktionen, die in Extremfällen bis zu Gewalt führen können.
Die Arbeit betont, dass ohne eine direkte Einbeziehung der Täter, die zudem kultursensibel erfolgt, keine nachhaltige Gewaltprävention stattfinden kann, da Täter oft veraltete Geschlechterrollen internalisiert haben.
Häufige Gründe sind fehlendes Wissen über das Hilfesystem, Sprachbarrieren, die soziale Isolation innerhalb des familiären Umfelds sowie die Angst vor Stigmatisierung.
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