Masterarbeit, 2022
99 Seiten, Note: 1, 2
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Relevanz
1.2 Zielsetzungen
1.3 Forschungsfragen
1.4 Methodologie, Erhebungs- und Auswertungsmethoden
1.5 Aufbau der Arbeit
2 Begriffe und Definitionen
2.1 Wasserfahrzeug
2.2 Schiffsführer, Nautiker, Schiffsführungspersonal
2.3 Bahnführung
2.4 Anforderungen
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Persönlichkeits- und personalpsychologische Betrachtung
3.2 Berufliche Handlungskompetenz
3.3 Tätigkeitstheorie und Arbeitstätigkeiten
3.4 Handlungsregulation
3.5 Motivation und Antriebsregulation
3.6 Beantwortung der theoretischen Forschungsfragen
4 Empirische Erhebung und Auswertung
4.1 Darstellung und Begründung des Forschungsdesigns
4.2 Entwicklung des Interviewleitfadens
4.3 Durchführung der Interviews
4.4 Auswertung der Stichproben
4.5 Festlegung und Definition des Kategoriensystems
4.6 Ergebnisdarstellung
4.7 Beantwortung der empirischen Subforschungsfragen
5 Conclusio
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der HFF
5.2 Diskussion und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, die wesentlichen Arbeitsanforderungen an Schiffsführer im Kontext der Bahnführung von Wasserfahrzeugen zu identifizieren, zu systematisieren und daraus Leistungsvoraussetzungen in Form von Kompetenzen abzuleiten, um menschliche Fehler in sicherheitsrelevanten Situationen zu minimieren.
Operative Abbildsysteme als mentale Repräsentationen
Hacker nutzt im Zusammenhang mit den VVR-Einheiten den Begriff des operativen Abbildsystems. „Operative Abbildsysteme sind Gedächtnisrepräsentationen. Sie sind operativ, weil sie nicht den gesamten Gedächtnisinhalt umfassen, sondern sich nur auf das Wissen beziehen, welches für die aktuelle Tätigkeit gebraucht wird. Es sind innere Repräsentationen, weil sie Vorstellungen und Wissen des Individuums über sich selbst und seine Umwelt enthalten. Je vollständiger und differenzierter das operative Abbildsystem, desto effektiver die durch OAS regulierte Handlung“ (Leins, 2019, S. 5). „Solche kognitiven Repräsentationen bestimmter Umweltbereiche werden als mentale Modelle bezeichnet. Tätigkeitstheoretisch betrachtet sind mentale Modelle „beständige, tätigkeitsregulierende psychische Repräsentationen“ (Hacker, 2005, S. 190), die auch als »Operative Abbildsysteme« (OAS) bezeichnet werden“ (Saifoulline & Hemberger, 2011, S. 33). „OAS als längerfristige Regulationsgrundlagen sind antizipative tätigkeitsleitende Gedächtnisrepräsentationen (Inhalte des Langzeitgedächtnisses), in denen Ziele und Aktionsprogramme und ggf. die zu berücksichtigenden Bedingungen der Handlung gespeichert sind. Diese Speicherung kann durch multiple Kodierungen gestützt sein; so können analog-bildliche neben abstrakt-begrifflichen Kodierungen existieren“ (Goyk, 2000, S. 57). „Bestandteile von OAS können sein: das Wissen um ablaufende Prozesse einer Anlage, die Verknüpfung technologischer Parameter, Signale - die eingriffsrelevante Zustände anzeigen, erforderliche Maßnahmen und mögliche Folgezustände“ (Goyk, 2000, S. 57). Im OAS fließt damit das für eine Handlung relevante Wissen zusammen. Dies schließt das reflektive Wissen über sich selbst ebenso ein wie die Antizipation von Zielzuständen (SOLL), die vorhandenen Diskrepanzen (IST-SOLL) sowie Wissen über Ressourcen, Störungen und Lösungswege. Das OAS kann daher als internes Modell der Situation angesehen werden auf dessen Basis Zustandsänderung mental „simuliert“ und prognostiziert werden können, denn: „Die adäquate Repräsentation technologischer Prozesse und Verfahrensschritte im OAS ist die Grundlage für das gedankliche Erproben von Handlungen und somit für die Minimierung des Risikos von Fehlhandlungen“ (Goyk, 2000, S. 58).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der nautischen Leistungsanforderungen ein und definiert die zentralen Forschungsziele sowie das methodische Vorgehen.
2 Begriffe und Definitionen: Hier werden grundlegende Termini wie Wasserfahrzeug, Schiffsführungspersonal und Bahnführung im nautischen Kontext definiert und abgegrenzt.
3 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Theorien zur Handlungskompetenz, Tätigkeitstheorie und Handlungsregulation, die als Basis für die empirische Analyse dienen.
4 Empirische Erhebung und Auswertung: Beschreibung der qualitativen Experteninterviews sowie der systematischen Analyse des Datenmaterials mittels Mayrings Methode zur Ableitung der Anforderungskategorien.
5 Conclusio: Zusammenführung der theoretischen und empirischen Ergebnisse in einem Kompetenzmodell sowie Diskussion der Limitationen und Implikationen für die nautische Praxis.
Bahnnführung, Schiffsführung, Handlungskompetenz, Arbeitsanalyse, Anforderungsanalyse, Operative Abbildsysteme, Human Factors, Qualitative Inhaltsanalyse, Nautische Ausbildung, Arbeitspsychologie, Sicherheit, Handlungsregulation, Motivation, Risikomanagement, Expertise.
Die Arbeit untersucht die beruflichen Anforderungen und Aufgaben von Schiffsführern bei der Bahnführung von Wasserfahrzeugen aus einer arbeits- und personalpsychologischen Perspektive.
Die Studie verknüpft Konzepte der Tätigkeitstheorie, Handlungsregulation und Motivationspsychologie mit den spezifischen Anforderungen des nautischen Berufsalltags.
Das Ziel ist die Systematisierung der Arbeitsanforderungen, um ein Kompetenzmodell zu entwickeln, das bei der Auswahl und Ausbildung von Personal zur Vermeidung menschlicher Fehler (human error) beitragen kann.
Es wurde ein qualitativ-empirischer Ansatz gewählt, bestehend aus einer fundierten Literaturrecherche und der Durchführung leitfadengestützter Experteninterviews mit erfahrenen Nautikern.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen der Psychologie dargelegt und mit den empirisch ermittelten Anforderungen aus der nautischen Praxis abgeglichen, um Kernelemente beruflicher Kompetenz zu identifizieren.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bahnführung, Handlungskompetenz, Operative Abbildsysteme, Anforderungsanalyse und Nautische Ausbildung.
Es handelt sich um ein Spannungsfeld: Sicherheit fokussiert auf die Vermeidung von Unfällen und Schäden, während Leichtigkeit die effiziente Ressourcen- und Zeitnutzung bei der Auftragserfüllung beschreibt.
Das OAS dient als mentales Modell der Situation, das es Schiffsführern ermöglicht, Handlungen zu simulieren und Risiken abzuwägen, bevor sie operativ eingreifen.
Fehlhandlungen resultieren oft aus einer unzureichenden internen Repräsentation der nautischen Situation, was zu Fehlentscheidungen führt, die durch hohe psychische oder technische Überbeanspruchung begünstigt werden.
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