Magisterarbeit, 2002
102 Seiten, Note: 3
A) Einleitung
I. Die Wahrung des Weltfriedens als primäres Ziel der Vereinten Nationen
II. Fragestellung
III. Vorgehensweise
IV. Literaturbericht
B) Theoretische Herleitung
I. Die Realistische Schule
II. Interdependenzanalyse und Neoinstitutionalismus
C) Die strukturelle Dimension der Friedenssicherung durch die Vereinten Nationen
I. Der Sicherheitsrat: Weltregierung oder Blockadeinstrument?
1. Der Stillstand im Kalten Krieg
2. Die Neuorientierung nach dem Ende des Kalten Krieges
II. Die Generalversammlung - Parlament der Nationen
1. Der Interimsausschuss
2. Die „Uniting for Peace“-Resolution
III. Der Generalsekretär als Motor des Krisenmanagements
IV. Der Internationale Gerichtshof, Hüter des Völkerrechts
1. Das streitige Verfahren gemäß den Art. 92 Abs. 2 UN-Charta, 34 ff. IGH-Statut
2. Das Gutachtenverfahren gemäß den Art. 96 UN-Charta, 65 ff. IGH-Statut
V. Zwischenergebnis
D) Die operative Dimension der Friedenssicherung durch die Vereinten Nationen
I. Konfliktbewältigung nach dem Ende des Kalten Krieges: Die UNTAC-Mission in Kambodscha
1. Geschichtlicher Hintergrund
2. UNTAC - Peacekeeping der „Zweiten Generation“
3. Fazit
II. Friedenssicherung vor neuen Aufgaben: Die „Peace Support Operations“ der Vereinten Nationen in Somalia
1. Zur Vorgeschichte
2. Operation „Enttäuschte Hoffnung“: UNOSOM I
3. Humanitäre Intervention und „robustes“ Peacekeeping (UNITAF)
4. Das Debakel von UNOSOM II: Die Vereinten Nationen werden Konfliktpartei
5. Fazit
III. Krisenmanagement in der Gegenwart: Die UN-Missionen in Ost-Timor
1. Die Entstehung des Ost-Timor-Konflikts
2. Hilfe zur Selbstbestimmung: Die UNAMET-Mission
3. Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit (INTERFET)
4. UNTAET - „Robustes” post-conflict peacebuilding
5. UNMISET - Hilfestellung nach der Unabhängigkeit
IV. Zwischenergebnis
E) Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Friedensfunktion der Vereinten Nationen seit ihrer Gründung. Dabei wird analysiert, inwieweit die Weltorganisation unter veränderten globalen Sicherheitsbedingungen ihrem primären Ziel der Wahrung des Weltfriedens nachkommen kann, indem sowohl strukturelle als auch operative Aspekte beleuchtet werden.
I. Die Realistische Schule
Lange Zeit war die von Hans J. Morgenthau in den 1940er und 1950er Jahren entwickelte praxisorientierte Lehre der Realistischen Schule die führende Theorie der internationalen Politik. Morgenthaus Ansatz war im Grunde genommen das Resultat des Durchdenkens der Weltpolitik seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Angesichts der sich entwickelnden Bipolarität übernahmen die USA und die Sowjetunion die Verantwortung als Weltmächte. Gleichzeitig rückte der Gebrauch und Missbrauch von Macht in den Mittelpunkt des Interesses.
Die realistische Sicht der internationalen Politik geht nicht vom Konzept einer wie auch immer beschaffenen Weltgesellschaft aus, sondern vom Modell eines offenen, multipolaren, zentraler Entscheidungs- und Sanktionsmöglichkeiten entbehrenden internationalen Staatensystems, das sich in Analogie zu den Vorstellungen Thomas Hobbes’ im Naturzustand der Anarchie befindet. Alleiniger Träger der internationalen Politik ist der souveräne Nationalstaat, der keiner übergeordneten rechtssetzenden Macht unterworfen ist. Da jeder Staat sein eigenes Nationalinteresse gegen alle anderen Staaten durchzusetzen sucht, sind Konflikte, die oft genug zum Krieg führen, unausweichlich. Die internationale Politik erscheint im realistischen Verständnis als Nullsummenspiel: Was der eine Staat an Ressourcen, Territorien, Einfluss und Macht gewinnt, geht stets zu Lasten anderer. Die Gesamtmenge dieser Elemente im internationalen Staatensystem ist begrenzt und kann daher lediglich umverteilt, nicht aber, wie im idealistischen Verständnis, durch Zuwachs der verteilbaren Wirtschaftsgüter vergrößert werden.
A) Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung der Vereinten Nationen und deren primäres Ziel, die Wahrung des Weltfriedens, ein und definiert den Rahmen der Untersuchung.
B) Theoretische Herleitung: Hier werden die maßgeblichen politikwissenschaftlichen Theorien, insbesondere die Realistische Schule sowie Interdependenzanalyse und Neoinstitutionalismus, zur Erläuterung internationaler Beziehungen herangezogen.
C) Die strukturelle Dimension der Friedenssicherung durch die Vereinten Nationen: Dieses Kapitel analysiert die Aufgaben und Funktionsweisen der vier wichtigsten UN-Organe im Bereich der Friedenssicherung.
D) Die operative Dimension der Friedenssicherung durch die Vereinten Nationen: Anhand der Fallbeispiele Kambodscha, Somalia und Ost-Timor wird die praktische Umsetzung von UN-Missionen empirisch bewertet.
E) Resümee: Diese Zusammenfassung resümiert den Wandel der Friedensfunktion der UNO und diskutiert notwendige Reformen sowie künftige Herausforderungen.
Vereinte Nationen, Weltfrieden, Friedenssicherung, Sicherheitsrat, Peacekeeping, Friedenskonsolidierung, Internationale Politik, Realistische Schule, Konfliktmanagement, Reform der UNO, Kambodscha, Somalia, Ost-Timor, UN-Charta, Internationale Sicherheit
Die Arbeit analysiert den Wandel der Friedensfunktion der Vereinten Nationen vor dem Hintergrund veränderter globaler Sicherheitsbedingungen.
Die zentralen Felder sind die strukturelle Analyse der UN-Organe sowie die empirische Bewertung operativer Friedensmissionen in verschiedenen Konfliktgebieten.
Es soll geklärt werden, inwieweit die Weltorganisation ihrem Hauptziel, der Wahrung des Weltfriedens, in der Praxis gerecht wird.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Analyse (Realismus, Neoinstitutionalismus) und einer empirischen Bewertung ausgewählter Fallbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturelle Analyse der UN-Organe und eine empirische Bewertung der konkreten Missionen in Kambodscha, Somalia und Ost-Timor.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Vereinte Nationen, Friedenssicherung, Peacekeeping, Sicherheitsrat und Konfliktmanagement.
Während der Sicherheitsrat im Kalten Krieg durch das Veto der Supermächte weitgehend blockiert war, ermöglichte das Ende des Ost-West-Konflikts eine aktivere, wenngleich weiterhin von machtpolitischen Interessen geprägte Zusammenarbeit.
Der Einsatz gilt aufgrund mangelnder politischer Erfolge, der Eskalation von Gewalt durch UN-Kräfte und dem Verlust an Glaubwürdigkeit als gescheitert, da die angestrebte Befriedung nicht erreicht wurde.
Ost-Timor wird als erfolgreiches Beispiel für eine „effektive“ Form der Friedenskonsolidierung gesehen, bei der die UN eine umfassendere Verantwortung für den Aufbau staatlicher Strukturen übernahm.
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