Masterarbeit, 2021
89 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Begriffe
2.1 „Ethnische Säuberung“
2.2 Genozid
2.3 Zusammenfassung
3. „Ethnische Säuberungen“ im 20. Jahrhundert
3.1 Die Balkankriege 1912/13
3.2 Der Erste Weltkrieg
3.3 Das Osmanische Reich
3.4 Der griechisch-türkische Krieg (1919-1922)
3.4.1 Das Lausanner Abkommen
3.5 Vom Münchener Abkommen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieg
3.5.1 Die Vertreibung der Polen
3.5.2 Ethnische Säuberungen in der Sowjetunion
3.5.3 Die Vertreibung der Deutschen aus Polen und der Tschechoslowakei
3.6 Exkurs: Der Holocaust und der Völkermord an den Armeniern
3.6.1 Völkermord an den Armeniern
3.6.2 Hitlers Holocaust
3.6.3 Der Holocaust und der Völkermord an den Armeniern
3.7 Zusammenfassung
4. Geschichte Jugoslawiens
4.1 Die Entwicklung des Vielvölkerstaates Jugoslawien (1918-1980)
4.1.1 Jugoslawien 1918-1945
4.1.2 Jugoslawien 1945 – 1980
5. Das Ende Jugoslawiens
5.1 Ökonomie Jugoslawiens: Vom Wiederaufbau bis zur finalen Krise
5.2 Der nationale Rauch der 80er Jahre
5.3 Slobodan Milošević
5.4 Die Wahlen von 1990
6. Die postjugoslawischen Kriege
6.1 „Zehn-Tage-Krieg“ in Slowenien
6.2 Kroatienkrieg
6.3 Bosnienkrieg
6.4 Kosovokrieg
7. Die Politik der ethnischen Säuberungen
7.1 Kroatien
7.2 Bosnien
7.3 Exkurs: Der Völkermord von Srebrenica
7.4 Kosovo
8. Nachkriegszeit
8.1 Folgen der ethnischen Säuberungen
8.2 Das Haager Kriegsverbrechertribunal
9. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, den Verlauf und die Folgen von „ethnischen Säuberungen“ im ehemaligen Jugoslawien sowie im historischen Kontext des 20. Jahrhunderts, mit dem Ziel, die Dynamik hinter solchen Gewaltvorgängen aufzuklären.
3.1 Die Balkankriege 1912/13
Als Auftakt moderner „ethnischer Säuberungen“ mit dem Ziel nationaler Homogenisierung gelten die beiden Balkankriege 1912 und 1913. Der Erste Balkankrieg brach im Oktober 1912 mit der Kriegserklärung Montenegros, Serbiens, Griechenlands und Bulgariens (Balkanbund) an das Osmanische Reich aus. Sowohl im ersten als auch im zweiten Balkankrieg verfolgten alle Kriegsgegner ein und dasselbe Ziel: Es ging um die Herrschaft über die letzten osmanischen Territorien in Europa. Dazu zählten Albanien, Thrakien und Makedonien.
Das Kriegsgeschehen begann mit dem Angriff der Balkanarmeen in Makedonien, im Sandschak, in Albanien und in Thrakien. Das Osmanische Reich unterlag innerhalb kurzer Zeit den Angriffen und die osmanischen Truppen wurden bis kurz vor Konstantinopel zurückgedrängt. Im Mai 1913 unterschrieben die an den Krieg beteiligten Parteien den Präliminarvertrag von London, in dem die Türkei den größten Teil ihrer europäischen Gebiete abgeben musste.
Im Juni 1913 brach der Zweite Balkankrieg zwischen den Balkanstaaten aus, weil sie sich nicht über die Verteilung der Kriegsbeute einigen konnten. Bulgarien startete einen Angriff gegen seine ehemaligen Verbündeten. Serbien, Griechenland und Montenegro hatten den Angriff erwartet und waren entsprechend vorbereitet. Zudem ergriff Rumänien die Gelegenheit und unterstützte den Krieg gegen Bulgarien. Rumänische Truppen marschierten in die Süddobrudscha ein. Die Osmanen ihrerseits gewannen Ostthrakien mit Adrianopel (Edirne) zurück. Innerhalb kurzer Zeit war Bulgarien geschlagen und der Zweite Balkankrieg beendet.
Im Friedensvertrag von Bukarest (13. August 1913) wurden die im Londoner Vertrag (unterzeichnet am 30. Mai 1913 zwischen Griechenland, Bulgarien, Serbien, Montenegro und dem Osmanischen Reich) gefassten Beschlüsse nochmals bestätigt. Bulgarien musste beträchtliche Teile Makedoniens aufgeben. Makedonien wurde zwischen Griechenland und Serbien aufgeteilt. Darüber hinaus bekam Serbien Kosovo und einen Teil des Sandschaks. Griechenland bekam einige Ägäis-Inseln, den Berg Athos und Thessaloniki. Rumänien bekam die Süddobrudscha. Montenegro erhielt die andere Hälfte des Sandschaks und wurde an der Nordostgrenze ausgebaut. Bulgarien, das kurz danach mit der Türkei eine Einigung über die Aufteilung Thrakiens erreichte, konnte somit ihr Territorium genauso wie Serbien, Griechenland und Montenegro verdoppeln.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, belegt die Aktualität durch Fallberichte und legt die Forschungsfrage sowie das Vorgehen dar.
2. Begriffe: Dieses Kapitel widmet sich der Begriffsbestimmung von „ethnischer Säuberung“ und Völkermord, um die jeweiligen Charakteristika voneinander abzugrenzen.
3. „Ethnische Säuberungen“ im 20. Jahrhundert: Hier werden historische Entwicklungen und Fallbeispiele wie die Balkankriege oder der Holocaust analysiert, um die Praxisethnischer Gewaltpolitik zu erhellen.
4. Geschichte Jugoslawiens: Das Kapitel bietet einen komprimierten historischen Überblick über die Entwicklung Jugoslawiens vom Kaiserreich bis in die 1980er Jahre.
5. Das Ende Jugoslawiens: Es wird die ökonomische und politische Krise des Landes dargelegt, die als entscheidender Wegbereiter für den Staatszerfall und Nationalismus gilt.
6. Die postjugoslawischen Kriege: Hier erfolgt eine kurze Darstellung der einzelnen Konflikte – vom Zehn-Tage-Krieg bis zum Kosovokrieg – im Zuge des Zerfalls des Gesamtstaates.
7. Die Politik der ethnischen Säuberungen: Dieser Teil untersucht die konkrete Umsetzung und Durchführung ethnischer Gewalt in Kroatien, Bosnien und im Kosovo.
8. Nachkriegszeit: Behandelt werden die Folgen der Konflikte sowie die Rolle des Haager Kriegsverbrechertribunals zur juristischen Aufarbeitung.
9. Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse bezüglich des Scheiterns und der Gewalteskalation des Vielvölkerstaates.
Ethnische Säuberung, Völkermord, Zerfall Jugoslawiens, Nationalismus, Balkankriege, Zweiter Weltkrieg, Genozid, Vertreibung, Srebrenica, Slobodan Milošević, Vielvölkerstaat, Kriegsverbrechen, Deportation, Bosnienkrieg, Kosovokrieg.
Die Arbeit analysiert Ursachen, Verlauf und Folgen von ethnischen Säuberungen im ehemaligen Jugoslawien innerhalb des breiteren historischen Rahmens des 20. Jahrhunderts.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Begriffsdefinition von Gewaltverbrechen, historische Fallbeispiele des 20. Jahrhunderts, die sozioökonomische Krise Jugoslawiens sowie die Analyse der postjugoslawischen Kriege.
Das Ziel ist es, aufzuklären, warum es zu den ethnischen Säuberungen kam, wie diese systematisch durchgeführt wurden und welche langfristigen Folgen sie für das Land hatten.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Sekundärliteratur, historischen Quellen, Berichten und einschlägigen Lexika basiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Geschichte des Vielvölkerstaates Jugoslawien, der ökonomischen Krise, dem Verlauf der postjugoslawischen Kriege und der politischen Ausprägung ethnischer Säuberungen in spezifischen Regionen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Abgrenzung von „ethnischer Säuberung“ zu Genozid, der Staatszerfall sowie die Rolle nationalistischer Identitätspolitik.
Die Arbeit vertritt die These, dass die Verschärfung der wirtschaftlichen Lage ab den späten 1970er Jahren einen fruchtbaren Nährboden für separierte nationalistische Politik bot und somit maßgeblich zum Zerfall beitrug.
Die Autorin argumentiert, dass ethnische Säuberungen primär auf die Vertreibung von Bevölkerungsgruppen zur Etablierung nationaler Homogenität zielen, während Völkermord – wie etwa der Holocaust – auf die physische Vernichtung einer Gruppe ausgerichtet ist.
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