Diplomarbeit, 2009
91 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Musiktherapeutische Studien im Vergleich
2.1 Forschungsmotivation
2.2 Zeitrahmen
2.3 Studiendesign
2.4 Forschungsziele
2.5 Klientel
2.6 Behandlungsansatz
2.7 Rahmenbedingungen
2.8 Musiktherapeutisches Konzept
2.8.1 Erstkontakte
2.8.2 Setting
2.8.3 Therapieziele
2.8.4 Handlungsspektrum
2.8.5 Spezifische musiktherapeutische Wirkfaktoren
2.9 Messinstrumente und Datenanalyseverfahren
2.10 Forschungsergebnisse
2.11 Direkte Auswirkungen auf die musiktherapeutische Praxis
2.12 Weiterführende Forschungsansätze
2.13 Publikation der Studie
2.14 Zusammenfassung
3 Hintergrundmodelle psychotherapeutischer Forschung nach B. E. Wampold
3.1 Medical Model
3.2 Contextual Model
3.2.1 Generelle Wirkfaktoren der Psychotherapie
3.3 Bedeutung des Modellvergleiches für Psychotherapie und psychotherapeutische Forschung
4 Werte psychotherapeutischer Forschungsmethoden
4.1 Der „Goldstandard“ der Forschungsmethoden und seine Bedeutung für die vorgestellten musiktherapeutischen Studien
5 Musiktherapie im Spannungsfeld zwischen Wissenschaftlichkeit und therapeutischer Praxis
5.1 Musiktherapie – eine Berufsfeldbeschreibung
5.2 Musiktherapeutische Forschungsmethoden
5.2.1 Folgen der Forschung zur wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Legitimation von Musiktherapie
6 Plädoyer
6.1 Subjektivität
6.2 Netzwerk
6.2.1 Netzwerkbildung - Möglichkeiten und Blockaden beispielhaft dargestellt
7 Schluss
7.1 Ausblick
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichen Anforderungen und musiktherapeutischer Praxis. Ziel ist es, durch den Vergleich zweier unterschiedlicher musiktherapeutischer Studien Wege aufzuzeigen, wie das Berufsfeld Musiktherapie sowohl den Anforderungen an die wissenschaftliche Evidenz gerecht werden als auch die notwendige Praxisnähe und Berücksichtigung subjektiver Faktoren wahren kann.
Subjektivität
In der Psychotherapie und gerade auch in der Musiktherapie spielt die Subjektivität der TherapeutInnen und der KlientInnen eine große Rolle.
Die persönlichen Lebenserfahrungen prägen die Denkstrukturen und das aktuelle subjektive Empfinden der Welt. Jede(r) KlientIn hat durch eigene Erfahrungen eine eigene Sicht, die subjektive Sicht auf die Welt, auf sich selbst und die Beziehung zwischen diesen beiden, entwickelt. Dies beeinflusst selbstverständlich auch die Entstehung der aktuellen Belastungen und das Empfinden dazu.
Dies erahnen, nachvollziehen und reflektieren zu können, ist eine der grundlegenden Voraussetzungen, die ein(e) TherapeutIn einbringen muss (Empathie) - wie in Kapitel 4 bereits dargelegt wurde. Erst wenn eine empathische Haltung eingenommen wird, kann eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung aufgebaut werden, in der die belastenden Probleme der KlientInnen zum Ausdruck kommen und (musik-) therapeutisch bearbeitet werden können.
Hier muss sich der Therapeut oder die Therapeutin auf sein/ihr subjektives Empfinden stützen. Was der/die KlientIn aktuell brauchen oder erwarten und was der Hintergrund für sein/ihr Leiden sein könnte, sind Fragen, die nur subjektiv eingeschätzt werden können, die aber den Kern einer Therapie ausmachen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die grundlegende Problematik der Messbarkeit therapeutischer Wirkungen und führt in die Fragestellung ein, wie Musiktherapie trotz wissenschaftlicher Anforderungen ihre Identität wahren kann.
2 Musiktherapeutische Studien im Vergleich: Dieses Kapitel stellt zwei Forschungsstudien (Migräne vs. sexueller Missbrauch) gegenüber und vergleicht methodische Aspekte sowie Forschungsergebnisse.
3 Hintergrundmodelle psychotherapeutischer Forschung nach B. E. Wampold: Hier werden das "Medical Model" und das "Contextual Model" als theoretische Basis für das Verständnis psychotherapeutischer Forschung eingeführt.
4 Werte psychotherapeutischer Forschungsmethoden: Das Kapitel diskutiert die Standards der Evidenzbasierung (EBM) und den Stellenwert verschiedener Evidenzklassen in der aktuellen Forschung.
5 Musiktherapie im Spannungsfeld zwischen Wissenschaftlichkeit und therapeutischer Praxis: Es wird erörtert, wie das Berufsfeld Musiktherapie mit den Forderungen nach Legitimationsforschung umgehen kann.
6 Plädoyer: Ein Plädoyer für die Anerkennung der Subjektivität als Forschungsinstrument und für den Aufbau eines Netzwerks, das verschiedene musiktherapeutische Schulen integriert.
7 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen im Bereich der musiktherapeutischen Forschung und Ausbildung.
Musiktherapie, Psychotherapieforschung, Evidenzbasierung, Medical Model, Contextual Model, Einzelfallforschung, Legitimationsforschung, Subjektivität, therapeutische Beziehung, Wirkfaktoren, Wissenschaftlichkeit, Berufsfeld, klinische Praxis, Qualitätssicherung, Kohärenz.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, vor denen die Musiktherapie steht, wenn sie versucht, den modernen wissenschaftlichen Anforderungen an Evidenzbasierung zu entsprechen, ohne dabei ihre praxisorientierten und subjektiven Wurzeln zu verlieren.
Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen quantitativer (manualisierter) und qualitativer (reflektierender) Forschung, der Gegensatz zwischen "Medical Model" und "Contextual Model" sowie die Frage nach der beruflichen Identität von Musiktherapeuten.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Musiktherapie in einem interdisziplinären Umfeld anerkannt werden kann, ohne ihre fachspezifische Identität und die Bedeutung der therapeutischen Beziehung aufzugeben.
Die Autorin verwendet eine komparative Methode, indem sie zwei spezifische musiktherapeutische Studien detailliert vergleicht und diese Ergebnisse vor dem Hintergrund theoretischer Modelle (Wampold) reflektiert.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die konkreten Rahmenbedingungen, Ziele und Ergebnisse der beiden Studien sowie die Folgen der modernen Legitimationsforschung für das Berufsfeld diskutiert.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Musiktherapie, Evidenzbasierung, Subjektivität, Forschungsmethoden und der Spannung zwischen Wissenschaft und Praxis beschreiben.
Laut der Autorin führt das Medical Model dazu, dass die Therapie auf standardisierte Techniken reduziert wird, wodurch die therapeutische Beziehung und die individuelle Subjektivität – die für den Therapieerfolg entscheidend sind – vernachlässigt werden könnten.
Die Autorin schlägt vor, dass Vertreter verschiedener musiktherapeutischer Richtungen gegenseitige Akzeptanz üben und sich stärker auf die gemeinsame Basis – die Musik als therapeutisches Mittel – besinnen, statt in einen Methodenwettstreit zu treten.
Die Einzelfallforschung wird als essenziell erachtet, da sie einen vertieften Einblick in die Subjektivität und den therapeutischen Prozess bietet, der durch rein quantitative Studien nicht abgebildet werden kann.
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