Bachelorarbeit, 2022
32 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit
2 Umstieg auf batteriebetriebene Fahrzeuge und politische Förderung
2.1. Stand der Entwicklung
2.2. Lithium-Ionen-Batterien
2.3. Kritikalität von Rohstoffen
3 Primärressourcen für batteriebetriebene Fahrzeuge
3.1. Lithium
3.2. Kobalt
3.3. Nickel
4 Risiko- und Ressourcenmanagement deutscher Unternehmen
4.1. Risikomanagementstrategien zur Sicherung der Rohstoffversorgung
4.2. Lieferantendiversifikation
4.3. Bevorratung von Rohstoffen
4.4. Recycling
5 Bewertung der Ergebnisse
6 Kritische Reflexion
Die Arbeit bewertet die Zukunftsaussichten für batteriebetriebene Fahrzeuge unter Berücksichtigung der Kritikalität und der Versorgungsrisiken essenzieller Rohstoffe. Ziel ist es, eine Bestandsaufnahme des Marktes für die Primärressourcen Lithium, Nickel und Kobalt zu erstellen und Risikomanagementstrategien zu analysieren, um den zukünftigen Rohstoffbedarf deutscher Unternehmen im Kontext der Verkehrswende nachhaltig zu sichern.
3 Primärressourcen für batteriebetriebene Fahrzeuge
Im folgenden Kapitel werden die drei ausgewählten Rohstoffe Lithium, Kobalt und Nickel kurz vorgestellt sowie deren Länderkonzentration und das gewichtete Länderrisiko ausgewertet. Die Länderkonzentration der Produktion auf Länderebene lässt sich über den Herfindahl-Hirschmann Index (HHI) ermitteln. Errechnet man einen Indexwert von 10.000, dann erwirtschaftet man den gesamten Umsatz mit einem Kunden. Grundsätzlich sollte der HHI so klein wie möglich sein. Werte zwischen 1.500 und 2.500 werden als mäßig risikoreich bewertet, Werte größer als 2.500 gelten als bedenklich. Das gewichtete Länderrisiko (GLR) wird berechnet, indem die Förder-, Produktions- bzw. Nettoexportanteile der Länder mit einem Index oder Länderranking gewichtet werden. Die Weltbank bewertet jährlich in einem Set von sechs Indikatoren die Regierungsführung von über 200 Staaten. Dazu gehören Faktoren wie:
- Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit.
- Wahrscheinlichkeit, dass Regierungen durch gewalttätige Mittel destabilisiert werden können.
- Qualität der öffentlichen Dienste und Behörden.
- Fähigkeit der Regierung, Gesetze und Vorschriften zu erlassen.
- Qualität der Gerichte und der Polizei.
- die Korruption eines Staates.
Durch die Indikatoren ergibt sich ein Wert für das Länderrisiko, das in einem Intervall zwischen 2,5 und -2,5 liegt. Bei Werten über 0,5 wird das Risiko als niedrig eingestuft. Zwischen 0,5 und -0,5 liegt ein mäßiges Risiko vor, Werte des GLR unter -0,5 gelten als hoch.
Anschließend werden die Rohstoffe in drei verschieden Risikogruppen eingeteilt. Risikogruppe 1 gehört zu der Gruppe mit dem geringsten Risiko. Dazu gehören Rohstoffe mit einer unbedenklichen bis mittleren Länderkonzentration, also einem HHI-Wert kleiner als 2500, und einem niedrig GLR, also größer als 0,5. Oder umgekehrt mit einem unbedenklichem Indexwert unter 1500 und einem mäßigen GLR zwischen -0,5 und 0,5.
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Notwendigkeit der Elektrifizierung des Verkehrssektors zur Einhaltung von Klimazielen und Beschreibung der daraus resultierenden Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen.
2 Umstieg auf batteriebetriebene Fahrzeuge und politische Förderung: Darstellung des aktuellen Status der Elektromobilität in Deutschland, der Rolle der Lithium-Ionen-Batterien und der allgemeinen Dringlichkeit einer sicheren Rohstoffversorgung.
3 Primärressourcen für batteriebetriebene Fahrzeuge: Detaillierte Analyse der Rohstoffe Lithium, Kobalt und Nickel hinsichtlich ihrer Marktsituation, Länderkonzentration und der damit verbundenen geopolitischen Risiken.
4 Risiko- und Ressourcenmanagement deutscher Unternehmen: Untersuchung verschiedener Strategien wie Lieferantendiversifikation, Bevorratung und Recycling zur Minderung von Versorgungsrisiken in der Industrie.
5 Bewertung der Ergebnisse: Zusammenfassende Einschätzung der untersuchten Rohstoffe und Empfehlung spezifischer Strategien für Unternehmen zur Stabilisierung ihrer Lieferketten.
6 Kritische Reflexion: Kritische Würdigung der Arbeit unter Einbeziehung externer Faktoren wie Globalisierung, Protektionismus und der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeitskriterien.
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Die Arbeit untersucht die Abhängigkeit deutscher Unternehmen von kritischen Rohstoffen im Kontext der zunehmenden Elektrifizierung von Fahrzeugen und bewertet Strategien, um die damit einhergehenden Versorgungsrisiken zu minimieren.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Primärressourcen Lithium, Kobalt und Nickel, die aufgrund ihrer Bedeutung für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien als kritisch eingestuft werden.
Das primäre Ziel ist es, durch eine Analyse und Bestandsaufnahme dieser Märkte Risikomanagementstrategien zu identifizieren, die für deutsche Unternehmen notwendig sind, um eine nachhaltige Rohstoffbasis für die Verkehrswende zu sichern.
Es erfolgt eine qualitative Analyse sowie eine Bewertung der Länderkonzentration anhand des Herfindahl-Hirschmann Index (HHI) und des gewichteten Länderrisikos (GLR), ergänzt durch die Auswertung von Fachliteratur und Marktstudien.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte: Zunächst werden die Rohstoffe technisch beschrieben und ihre geopolitische Kritikalität bewertet, anschließend werden verschiedene Ressourcenmanagementstrategien analysiert, und abschließend werden die Ergebnisse bewertet.
Die zentralen Themen sind Elektromobilität, Rohstoffkritikalität, industrielles Risikomanagement, Lieferkettensicherheit und die Herausforderungen der globalen Rohstoffbeschaffung.
Kobalt unterliegt einer hohen Länderkonzentration – insbesondere durch die Dominanz der Demokratischen Republik Kongo als Förderland – und einem hohen geopolitischen Risiko, was es in die höchste Risikogruppe einstuft.
Recycling wird als strategische Möglichkeit gesehen, die Abhängigkeit von Primärimporten langfristig zu verringern, wobei beim Recycling von Nickel heute bereits signifikante Potenziale genutzt werden können, während dies bei Lithium derzeit noch wirtschaftlich weniger attraktiv ist.
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