Diplomarbeit, 2000
169 Seiten, Note: 1,3
2. Einleitung
3. Aufgabenstellung
4. Veränderungen in der freien Landschaft
4.1 Frühere Leitziele
4.1.1 Eingriffe in den Naturhaushalt
4.1.2 Der frühere Kulturwasserbau
4.2 Belastung der Fließgewässer
4.2.1 Stoffeinträge
4.2.2 Belastung durch gewässerbauliche Maßnahmen
4.2.3 Gefährdungssituation
4.3 Heutige Leitziele
4.3.1 Gesetzliche Grundlagen
4.3.2 Neue Zielsetzungen
5. Hochwasser und Hochwasserschutz
5.1 Hochwasser und Hochwasserschäden
5.2 Hochwasserschutz
5.2.1 Natürlicher Hochwasserschutz
5.2.2 Technischer Hochwasserschutz
5.3 Leitlinien für den Hochwasserschutz
6. Die „Aktion Blau“
6.1 Ziele
6.2 Informationsstruktur der Aktion Blau
6.3 Ziele des kommenden 5-Jahresprogramms
7. Die biologische Gewässergüte
7.1 Verfahrensbeschreibung
7.2 Die Entwicklung der Gewässergüte in Rheinland-Pfalz
8. Die Gewässerstrukturgüte
8.1 Verfahrensübersicht
8.2 Verfahrensbeschreibung
8.2.1 Vorgehensweise
8.2.2 Erhebung der Daten
8.2.3 Indexgestützte Bewertung
8.2.4 Bewertung anhand funktionaler Einheiten
8.2.5 Bewertungsabgleich
8.2.6 Zusammenfassende Bewertung
8.3 Indexdotierung der Einzelparameter
8.3.1 Gewässermorphologische Grundlagedaten
8.3.2 Laufentwicklung
8.3.3 Längsprofil
8.3.4 Querprofil
8.3.5 Sohlenstruktur
8.3.6 Uferstruktur
8.3.7 Gewässerumfeld
9. Gewässerpflege und Gewässerunterhaltung
9.1 Anfänge der Renaturierung
9.2 Ingenieurbiologischer Gewässerbau
9.3 Renaturierung durch naturnahen Gewässerbau
9.4 Förderung von Gewässerrandstreifen
9.5 Bodenmanagement
9.6 Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung
9.7 Gewässerpflegeplanung
10. Untersuchung der Lauter
10.1 Allgemeine Problematik
10.2 Methodik
10.3 Die Gewässergüte
10.4 Die Gewässerstrukturgüte
10.4.1 Einteilung der Kartierabschnitte
10.4.2 Durchführung der Kartierung
10.4.3 Beispiel der Auswertung eines Kartierabschnitts
10.4.4 Auswertung der indexgestützten Bewertung
10.4.5 Auswertung der Bewertung anhand funktionaler Einheiten
10.4.6 Bewertungsabgleich
10.4.7 Zusammenfassende Bewertung
10.4.8 Grafische Darstellung der Ergebnisse
10.4.9 Interpretation der Ergebnisse
10.5 Beschreibung der Referenzgewässerstrecke
10.5.1 Beschreibung des Gewässers
10.5.2 Beschreibung der Hauptparameter
10.5.3 Ergebnis der Gewässerstrukturgütekartierung
10.6 Wichtige Einzelstrukturen
10.6.1 Struktur 1: Straßenbrücke
10.6.2 Struktur 2: Straßenbrücke
10.6.3 Struktur 3: Stauwehr
10.6.4 Struktur 4: Straßenbrücke
10.6.5 Struktur 5: Straßenbrücke
10.6.6 Struktur 6: Eisenbahnbrücke
10.6.7 Struktur 7: Naturnaher Abschnitt
10.7 Gewässerpflegeplanung
10.7.1 Bisherige Gewässerpflegeplanung
10.7.2 Allgemeine Anforderungen an die Gewässerpflege
10.7.3 Aufstellen der Handlungsmatrix
10.7.4 Gewässerpflegeplan
10.7.5 Technische Ausbildung der baulichen Maßnahmen
10.8 Kostenschätzung
10.8.1 Allgemeine Vereinfachungen
10.8.2 Leistungsverzeichnis
10.8.3 Einzelkosten der Teilleistungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten, die Lauter in einen naturnahen Zustand zurückzuversetzen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie durch eine Kombination aus ökologischer Gewässerstrukturgütekartierung, baulichen Maßnahmen und einem langfristigen Gewässerpflegeplan der ökologische Zustand des Gewässers nachhaltig verbessert werden kann, während gleichzeitig Anforderungen an den Hochwasserschutz und die landwirtschaftliche Flächennutzung berücksichtigt werden.
4.1.1 Eingriffe in den Naturhaushalt
In allen Bereichen unserer Umwelt führt die intensive Nutzung der natürlichen Ressourcen durch den Menschen zu schweren Eingriffen in die unterschiedlichsten Ökosysteme. Es ist heute in Deutschland, wie in den meisten Industriestaaten, nicht mehr möglich eine Landschaft zu finden, die nicht in irgendeiner Weise vom Menschen genutzt oder beeinflusst wird. Durch die flächendeckende Nutzung werden die ehemals vorhandenen Biotope immer weiter zurückgedrängt. Besonders gravierend sind die Auswirkungen auf die aquatischen Ökosysteme. Gekennzeichnet durch eine natürliche große Artenvielfalt sind sie besonders störungsanfällig gegenüber äußeren Faktoren. Fast alle Gewässerbiotope und der Großteil ihres Artenbestands gelten als stark gefährdet und sind in roten Listen verzeichnet. Wegen der starken ökologischen Verzahnung der Gewässer mit ihrem Umfeld werden die Gewässerökosysteme bereits durch eine Beeinträchtigung der näheren Umgebung in Mitleidenschaft gezogen.
Der hohe Nutzungsgrad der Landschaft in Deutschland ist auf der nachfolgenden Grafik verdeutlicht. Allein die Nutzung als Siedlungs-, Verkehrs- und Landwirtschaftsfläche betrug im Jahr 1997 bereits über 65%.
2. Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung menschlicher Siedlungen und den zunehmenden Einfluss auf Gewässer, was zu einer ökologischen Verödung führte.
3. Aufgabenstellung: Definiert das Ziel, die Renaturierungsmöglichkeiten eines ca. 5 km langen Teilstücks der Lauter durch verschiedene Erhebungen und Planungen zu untersuchen.
4. Veränderungen in der freien Landschaft: Analysiert frühere Leitziele, anthropogene Belastungen und die heutige Notwendigkeit eines naturnahen Gewässerschutzes.
5. Hochwasser und Hochwasserschutz: Erläutert die Zusammenhänge zwischen Landschaftsstruktur, Hochwasserereignissen sowie natürlichen und technischen Schutzmaßnahmen.
6. Die „Aktion Blau“: Stellt das landesweite Projekt zur Gewässerentwicklung in Rheinland-Pfalz vor, das darauf abzielt, naturnahe Zustände wiederherzustellen.
7. Die biologische Gewässergüte: Beschreibt das Saprobiensystem als wissenschaftliche Methode zur Erfassung des biologischen Gütezustands von Fließgewässern.
8. Die Gewässerstrukturgüte: Detailliert das Analyseverfahren zur Bestimmung des morphologischen Zustands eines Gewässers basierend auf 25 Einzelparametern.
9. Gewässerpflege und Gewässerunterhaltung: Diskutiert Ansätze von der frühen Renaturierung über den ingenieurbiologischen Wasserbau bis hin zu nachhaltigen Pflegekonzepten.
10. Untersuchung der Lauter: Detaillierte Darstellung der durchgeführten Strukturgütekartierung des untersuchten 5-km-Abschnitts inklusive der daraus abgeleiteten Maßnahmen.
11. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen und betont die Notwendigkeit einer schrittweisen Umsetzung des Gewässerpflegeplans.
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Die Arbeit beschäftigt sich mit den ökologischen Auswirkungen menschlicher Eingriffe in die Fließgewässerstruktur am Beispiel der Lauter und untersucht, wie durch Renaturierungsmaßnahmen ein naturnaher Zustand wiederhergestellt werden kann.
Zu den Schwerpunkten zählen die Gewässerstrukturgütekartierung, die biologische Gewässergüte, Hochwasserschutzkonzepte sowie Methoden der naturnahen Gewässerpflege und -unterhaltung.
Das Ziel ist die Erstellung eines praxisnahen Gewässerpflegeplans für einen 5 km langen Abschnitt der Lauter, der sowohl ökologische Aspekte als auch Hochwasserretention und landwirtschaftliche Belange integriert.
Es wird das standardisierte Verfahren der Gewässerstrukturgütekartierung nach LAWA-Richtlinien angewendet, ergänzt durch biologische Güteklassenbestimmungen nach dem Saprobiensystem.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes der Lauter, die Bewertung mittels verschiedener Indizes sowie die Ableitung von Maßnahmen in einer Handlungsmatrix.
Kernbegriffe sind Renaturierung, Gewässerstrukturgüte, Hochwasserschutz, ökologische Durchgängigkeit und Gewässerpflegeplanung.
Der untersuchte Abschnitt weist durch intensiven Uferverbau, fehlende Randstreifen und Querbauwerke eine sehr geringe Strukturvielfalt auf, die eine natürliche Regeneration des Ökosystems massiv behindert.
Das Bodenmanagement ist entscheidend, um durch Flächentausch oder Ankauf die notwendigen Räume für Gewässerrandstreifen zu schaffen, ohne die landwirtschaftliche Nutzung in den Auen unmöglich zu machen.
Aktive Umgestaltungen liefern schnelle Ergebnisse, sind aber kostenintensiv und ökologisch eingreifend; passive Umgestaltungen sind kosteneffizienter und setzen auf die Eigendynamik des Gewässers, erfordern jedoch mehr Zeit.
Die Kosten werden primär durch Initialmaßnahmen minimiert, die Entwicklungen unterstützen, anstatt aufwendige künstliche Strukturen zu schaffen, wobei die langfristigen ökologischen Vorteile und der Hochwasserschutz den Nutzen rechtfertigen.
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