Masterarbeit, 2022
92 Seiten, Note: 1,0
1. Verschwörungstheorien, ihre Geschichte und ihre Verbreitung
1.1 Von heterodoxen zu orthodoxem Wissen
1.2 Was ist eine Verschwörungstheorie?
1.3 Warum glauben Menschen an Verschwörungstheorien?
1.3.1 Psychologische Faktoren
1.3.2 Wissen, Sicherheit und ein gutes Selbstwertgefühl
1.4 Beweisführung und Argumentation von Verschwörungstheorien
1.5 Impfgegnerinnen und Verschwörungstheorien
1.6 Die Wakefield-Studie
1.7 Verschwörungstheorien im World Wide Web
2. Wenn Filme lügen: Der konspirative Dokumentarfilm
2.1 Where truth lies – Der Dokumentarfilm
2.2 Michael Moore und die politische Dokumentation
2.3 Verschwörungen in Film und Fernsehen
2.4 Der konspirative Onlinedokumentarfilm
3. Fallbeispiel VaxXed - From Cover-Up to Catastrophe
3.1 Eine unsichere Welt – Der Vorspann (00:00:00-00:02:50)
3.2 The Cover up – Die Verschwörung
3.3 Von Opfern und persönlichen Katastrophen
3.3.1 Real Parents
3.3.2 Hear this Well Kampagne (00:57:05-00:59:18)
3.3.3 Wakefield – der Märtyrer
3.3.4 Good Doctors
3.3 Die Fortsetzung: VaxXed. People’s Truth und die Anti-Vaxx Community
Conclusio
Die Arbeit untersucht rhetorische und ästhetische Mittel, mit denen konspirative Dokumentarfilme ihr Publikum überzeugen. Anhand des Fallbeispiels "VaxXed: From Cover-Up to Catastrophe" wird analysiert, wie diese Filme ein manichäisches Weltbild zwischen Gut und Böse konstruieren, das Vertrauen in offizielle Institutionen untergraben und durch die Mobilisierung persönlicher Erfahrungen ein Gefühl der Gemeinschaft sowie psychologischer Ermächtigung suggerieren.
3.1 Eine unsichere Welt – Der Vorspann (00:00:00-00:02:50)
Der Zweck des Vorspanns ist, Unsicherheit, Misstrauen und Zweifel bei den Zuschauerinnen zu schüren und ein Vakuum zu schaffen in dem der Verlust dessen, was einst vertrauenswürdig und ‘wahr’ erschien, die Suche nach einer neuen ‘Wahrheit’ fördert. In dem entstandenen Macht- und Repräsentationsvakuum entfaltet VAXXED seine Argumente auf überzeugende Art und Weise. Der Vorspann vermittelt die Grundprinzipien der des Films, der Verschwörung und der ideologischen und thematischen Kernaspekte, sowie das Weltbild, das dem Film zugrunde liegt. Daher werde ich diesen im Folgenden genauer betrachtet.
VAXXED startet mit einem sogenannten Cold Opening. Ein abrupter Einstieg mit kurzen Sequenzen aus unterschiedlichen amerikanischen Nachrichtensendungen, die alle ein gemeinsames Thema haben: Der Masernausbruch in den USA, Dezember 2014. Vor dem Hintergrund schneller, aufrührender Musik berichten Nachrichtensprecherinnen emotional und mit sich überschlagenen Stimmen über den Ausbruch. Die audio-visuelle Ästhetik erinnert an die Eröffnungsszenen von apokalyptischen Blockbustern nach Manier des Zombie- oder Horrorfilms wie DAWN OF THE DEAD (1978/ Remake 2004) und WORLD WAR Z (2013). Durch die schnellen Schnitte, die sich überlagernden Audiospuren, den emotionalen und exklamatorischen Ton der Nachrichtensprecherinnen und die durchgängig laufende, dramatische Hintergrundmusik wird ein Klima von Panik und Unsicherheit begünstigt. Dies hat einerseits den Zweck in Kürze die Hintergründe des Filmes zu verdeutlichen, andererseits sorgt die Kombination an Gestaltungselementen für eine unsichere und beängstigende Grundstimmung, die sich wie ein Schleier über die filmischen Diegese legt.
1. Verschwörungstheorien, ihre Geschichte und ihre Verbreitung: Dieses Kapitel definiert Verschwörungstheorien, beleuchtet ihre psychologischen Funktionen und untersucht die Rolle von Vertrauensverlust sowie moderner digitaler Medien bei ihrer Verbreitung.
2. Wenn Filme lügen: Der konspirative Dokumentarfilm: Hier werden die rhetorischen und ästhetischen Strategien des Dokumentarfilmgenres analysiert, die von konspirativen Produktionen genutzt werden, um Glaubwürdigkeit vorzutäuschen.
3. Fallbeispiel VaxXed - From Cover-Up to Catastrophe: Das Hauptkapitel seziert den Film "VaxXed" im Detail und zeigt auf, wie durch filmische Mittel ein manichäisches Weltbild und ein Gefühl der Dringlichkeit für die impfgegnerische Community erzeugt wird.
Conclusio: Die Zusammenfassung ordnet die Erkenntnisse in den Kontext der "postfaktischen Ära" ein und warnt vor den gesellschaftlichen Folgen der Erosion von Vertrauen in wissenschaftliche Fakten.
Verschwörungstheorien, VaxXed, Dokumentarfilm, Impfgegner, Autismus, Authentizität, Rhetorik, Postfaktisch, Propaganda, Wissenschaftsskepsis, Medienanalyse, Narrativ, CDC, COVID-19, Digitale Echokammern.
Die Masterarbeit analysiert, wie konspirative Dokumentarfilme rhetorische und ästhetische Mittel einsetzen, um irrationale Narrative als Fakten darzustellen und das Vertrauen des Publikums in wissenschaftliche Institutionen zu untergraben.
Die Untersuchung deckt die Schnittbereiche von Verschwörungsideologien, Medientheorie, Dokumentarfilmgeschichte sowie die soziologische Dynamik der Impfgegner-Bewegung ab.
Das Ziel ist ein besseres Verständnis der Wirkungsmechanismen von konspirativen Filmen, insbesondere der Frage, wie diese durch die Konstruktion von Glaubwürdigkeit und Authentizität Zuschauer von einer alternativen, oft wissenschaftsfeindlichen Weltsicht überzeugen.
Die Arbeit nutzt film- und medienwissenschaftliche Analysemethoden, um die rhetorischen Strategien (Ethos, Pathos, Logos) sowie die Montage- und Bildsprache des Fallbeispiels "VaxXed" zu dekonstruieren.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Fallstudie des Films "VaxXed". Dabei werden die manipulative Verwendung von Zeugenaussagen, die Rolle von vermeintlichen Whistleblowern und die gezielte Abwertung medizinischer Expertise untersucht.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Verschwörungstheorien, VaxXed, Postfaktik, Authentizität, Impfgegner, Propaganda, digitale Echokammern und die Rhetorik des Dokumentarfilms.
Der Film zeichnet sich durch eine spezifische Kombination aus emotionalen Erfahrungsberichten von Eltern und scheinwissenschaftlicher Untermauerung aus, die ihn besonders effektiv bei der Mobilisierung einer festen Community machen.
Diese Kampagne dient im Film als Mittel der kollektiven Identitätsstiftung, indem durch die Wiederholung zahlreicher, scheinbar identischer Schicksale ein künstliches Muster erzeugt wird, das die wissenschaftliche Evidenz gegen einen Autismus-Impf-Zusammenhang in den Hintergrund drängt.
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