Magisterarbeit, 2005
145 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Aufgabenstellung und Ziele
1.2. Gliederung
2. Lage des Fundortes
3. Geologie
4. Klima
5. Vegetation
6. Archäologische Grundlagen
6.1. Forschungsgeschichte
6.2. Funde und Befunde
6.3. Datierung
7. Material und Methode
8. Rezente ökologische Verbreitung der Arten und Bestimmung der Taxa
9. Kulturpflanzen
9.1. Neuer Spelzweizen
10. Sammelwirtschaft
11. Vegetation um Konstanz-Staad Hörlepark
11.1. Vorbemerkungen
11.2. Rekonstruktion der Vegetation
11.2.1. Wälder
11.2.2. Uferzone
11.2.3. Unkrautflora
11.2.4. Grünland
11.2.5. Sonstige
11.2.6. Haftdoldenverband
12. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die landwirtschaftliche Subsistenz und die Vegetationszusammensetzung der urnenfelderzeitlichen Siedlung Konstanz-Staad Hörlepark auf Basis archäobotanischer Analysen zu rekonstruieren und in einen überregionalen Kontext einzuordnen.
1. Einleitung
In der vorliegenden Arbeit werden die Ergebnisse der archäobotanischen Untersuchungen des urnenfelderzeitlichen Fundortes Konstanz-Staad Hörlepark vorgelegt.
Die Urnenfelderzeit ist von vielfältigen Veränderungen und Umbrüchen gekennzeichnet. Die materiellen Hinterlassenschaften dieser Zeit unterscheiden sich deutlich von denen der vorangegangenen neolithischen und bronzezeitlichen Kulturen. Erste Objekte aus Eisen treten in dieser Zeit auf.
Am Ende der Urnenfelderzeit wird ein Umbruch in der Siedlungstradition sichtbar. Die Erforschung der Urnenfelderzeit hat insbesondere im Bereich der Seeufersiedlungen eine besondere Bedeutung. Die Tradition, Pfahlbausiedlungen an den Seeufern zu errichten, bricht mit dem Ende der Urnenfelderzeit aus bisher ungeklärter Ursache ab.
Die Archäobotanik liefert wichtige Anstöße zur Erforschung dieser Veränderungen in der materiellen Kultur und in der Siedlungstradition. Einerseits kann sie Hinweise zur Wirtschaftsgeschichte, andererseits wichtige Informationen zu Standortfaktoren wie Vegetation und klimatischer Situation geben.
Wirtschaftsarchäologische Untersuchungen befassen sich mit der Subsistenz prähistorischer Menschen, also mit den Lebensbereichen, die für die Existenz menschlicher Gemeinschaften grundlegend sind. Diese bestimmen nicht nur große Teile des damaligen Alltags, sondern haben in mannigfacher Weise Auswirkungen auf die gesamte Vielfalt der Kultur.
1. Einleitung: Vorstellung der archäobotanischen Untersuchungen zur Subsistenz und zum Siedlungswandel in Konstanz-Staad während der Urnenfelderzeit.
2. Lage des Fundortes: Geografische Einordnung des Fundplatzes am Bodensee auf der Halbinsel Bodanrück.
3. Geologie: Beschreibung der landschaftlichen Prägung durch jungmoräne Ablagerungen des würmzeitlichen Rheingletschers.
4. Klima: Analyse der klimatischen Bedingungen am Bodensee, die durch milde Winter und mäßig warme Sommer gekennzeichnet sind.
5. Vegetation: Rekonstruktion der potenziellen natürlichen Vegetation, primär bestehend aus Buchenwäldern.
6. Archäologische Grundlagen: Übersicht über die Forschungsgeschichte, die Stratigraphie der Fundstelle sowie deren zeitliche Einordnung.
7. Material und Methode: Detaillierte Darstellung der Probenahme, Aufbereitung der Pflanzenreste und der angewandten Analysemethoden.
8. Rezente ökologische Verbreitung der Arten und Bestimmung der Taxa: Methodische Erläuterung zur Bestimmung der Pflanzenarten und Beschreibung ihrer ökologischen Ansprüche.
9. Kulturpflanzen: Auswertung der Getreide-, Ölsaaten- und Hülsenfruchtfunde und deren Bedeutung für die Ernährung.
10. Sammelwirtschaft: Untersuchung der Nutzung von Wildpflanzen als Nahrungs- oder Medizinquelle.
11. Vegetation um Konstanz-Staad Hörlepark: Ökologische Rekonstruktion der lokalen Umwelt (Wälder, Uferzone, Ackerunkräuter, Grünland).
12. Zusammenfassung: Synthese aller Untersuchungsergebnisse und Einordnung in den regionalen archäobotanischen Kontext.
Urnenfelderzeit, Archäobotanik, Konstanz-Staad, Subsistenz, Ackerbau, Kulturpflanzen, Sammelwirtschaft, Vegetation, Paläoökologie, Seeufersiedlung, Dinkel, Gerste, Rispenhirse, Schlafmohn, Umweltrekonstruktion.
Die Arbeit untersucht die archäobotanischen Befunde der urnenfelderzeitlichen Siedlung Konstanz-Staad, um Erkenntnisse über die Ernährungsgewohnheiten und die Umwelt der dort lebenden Menschen zu gewinnen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Kulturpflanzen, der Rekonstruktion der lokalen Vegetation und der Auswertung der Sammelwirtschaft in der Spätbronzezeit.
Ziel ist es, die landwirtschaftliche Subsistenz und die Umweltbedingungen am Fundort durch eine detaillierte Analyse der Pflanzenreste zu rekonstruieren und mit anderen Siedlungen der Epoche zu vergleichen.
Es wurde eine archäobotanische Untersuchung (Makrorestanalyse) durchgeführt, bei der Bodenproben nass geschlämmt und die enthaltenen Pflanzenreste bestimmt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der natürlichen Standortfaktoren (Geologie, Klima, Vegetation), die archäologische Einordnung sowie eine umfangreiche botanische Bestimmung und Auswertung des Fundmaterials.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Urnenfelderzeit, Ackerbau, Siedlungsarchäologie, Paläoökologie und Siedlungsgeschichte charakterisieren.
Die Rispenhirse tritt ab der Urnenfelderzeit massiv auf und entwickelte sich zu einem wichtigen Grundnahrungsmittel, das vermutlich auch als Spätsaat oder Zweitsaat genutzt wurde.
Da die Fundstelle über lange Zeit unbekannt war, ist die präzise Datierung der Kulturschicht in die späte Urnenfelderzeit essenziell für die wissenschaftliche Einordnung der botanischen Befunde.
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