Bachelorarbeit, 2018
43 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Linguistische Grundlagen
2.1 Varietätenlinguistik
2.1.1 Ein allgemeiner Überblick
2.1.2. Coserius Architektur der Sprache
2.2 Diatopische Varietäten in Frankreich
2.3 Der Accent du Midi
3 Didaktische Praxis
3.1 Der Ist-Zustand: Mangelnde Diatopik in Lehrwerken
3.2 Der Soll-Zustand
3.2.1 Eine Laudatio für den Accent du Midi…
3.2.2. …auf Basis der rezeptiven Varietätenkompetenz
3.2.2.1 Die Verortung der rezpetiven Varietätenkompetenz
3.2.2.2 Rezeptive Varietätenkompetenz vs. Orthoepische Aussprachekompetenz
4 Didaktischer Transfer
4.1 Das Forschungsprojekt PCF als authentische Materialquelle
4.2 Impulse für den Unterricht
5 Resümee und Ausblick
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, das Potenzial der Einbettung des südfranzösischen Akzents (Accent du Midi) in den Französischunterricht zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie durch die Förderung der rezeptiven Varietätenkompetenz Schülerinnen und Schüler auf eine plurale sprachliche Realität vorbereitet werden können, anstatt sich ausschließlich an einer normativen Standardsprache zu orientieren.
2.3 Der Accent du Midi
Auf Basis der in Kapitel 2.1.1 formulierten Fragenstellungen zur varietätenlinguistischen Forschung erfolgt im Folgenden ein Zugang zum Accent du Midi (oder auch Accent du Sud, Accent méridional)10. Als erster Bezugspunkt im Rahmen einer adäquaten Auseinandersetzung dient die Betrachtung der Ursächlichkeit und damit einhergehend die grundlegende Frage, warum diese Varietät von der standardsprachlichen Norm abweicht (vgl. Kap. 2.1.1). Darauf aufbauend sind eine dialektale Einordnung sowie eine tiefere Schilderung der Markiertheit zielführend.
Auf Basis des Vulgärlateins hat sich das Französische auf dem Gebiet der Galloromania entwickelt, welches sich unter römischen Einfluss und germanischer Invasionen ab dem 5. Jh. in drei sprachliche Gebiete unterteilt: das (heutige) Französische (langue d’oïl) im Norden, das Okzitanische (langue d’oc) im Süden sowie das Frankoprovenzalische im Südosten (vgl. Stein 2014: 104f.). Diesbezüglich ist das südliche Drittel des Hexagons noch bis heute okzitanischsprachig verwurzelt, seine „Hochburgen [liegen] [...] in den Pyrenäen, etwa im Béarn, sowie in der Auvergne und im Zentralmassiv. In den Städten und in den Ebenen ist es [das Okzitanische] weitgehend verschwunden“ (Bossong 2008: 131). Angesichts dieser immensen geographischen Ausdehnung (das Okzitanische wird über Frankreich hinaus zusätzlich in Italien, Monaco und Spanien gesprochen) und einer geschätzten Sprecherzahl von maximal 200.000 repräsentiert das Okzitanische die bedeutendste Minderheitensprache Frankreichs (vgl. Geckeler/Dietrich 52012: 33). Die „Lautungen, die aus [diesem] dialektalen Substrat des Sprechers [...] in die Standardsprache übernommen werden“ (Rothe 1972: 29) färben die französische Norm, die auch nach Geckeler/Dietrich (52012: 163) als „neutral im Hinblick auf diatopisch, diastratische und diaphasische Varietäten“ definiert wird, sodass der Accent du Midi seine Merkmalhaftigkeit erhält.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität sprachlicher Varietäten ein und begründet die Relevanz der Wertschätzung standardabweichender Prägungen im Fremdsprachenunterricht.
2 Linguistische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert das theoretische Fundament der Varietätenlinguistik und beschreibt die Architektur der Sprache nach Coseriu sowie die diatopische Verankerung des Accent du Midi.
3 Didaktische Praxis: Hier wird der mangelnde Ist-Zustand gängiger Lehrwerke analysiert und theoretisch auf Basis der rezeptiven Varietätenkompetenz ein Soll-Zustand für den Unterricht definiert.
4 Didaktischer Transfer: Das Kapitel bietet konkrete Anregungen zur Didaktisierung mithilfe des Forschungsprojekts PCF und entwirft verschiedene Unterrichtsimpulse zur Implementierung.
5 Resümee und Ausblick: Diese Zusammenfassung unterstreicht die Notwendigkeit einer Verzahnung von Linguistik und Didaktik und plädiert für eine stärkere Berücksichtigung varietätenorientierter Ansätze in zukünftigen Lehrwerksgenerationen.
Französischunterricht, Accent du Midi, Varietätenlinguistik, rezeptive Varietätenkompetenz, Diatopik, Orthoepie, Sprachbewusstheit, PCF, Standardsprache, Regionalfranzösisch, Mehrsprachigkeit, Didaktik, Interkulturelle Kompetenz, Phonetische Schibbolethe, Authentische Materialien
Die Arbeit befasst sich mit der Einbettung des südfranzösischen Akzents (Accent du Midi) in den schulischen Fremdsprachenunterricht, um Lernende für sprachliche Vielfalt zu sensibilisieren.
Zentrale Themen sind die linguistische Varietätenforschung, die Analyse der Situation in aktuellen französischen Lehrwerken sowie die didaktische Vermittlung von rezeptiver Varietätenkompetenz.
Das Ziel ist es, eine Brücke zwischen linguistischer Theorie und didaktischer Praxis zu schlagen, um den Accent du Midi als relevante Varietät für Lernende zugänglich zu machen und die „Frankophonie-Paradoxon“ zu adressieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie die forschungsbasierte Auswertung von authentischem Sprachmaterial aus dem Projekt Phonologie du français contemporain (PFC).
Im Hauptteil werden zunächst die linguistischen Grundlagen dargelegt, gefolgt von einer kritischen Bestandsaufnahme bestehender Lehrwerke und der Entwicklung eines didaktischen Konzepts für den Unterricht.
Besonders wichtig sind Begriffe wie Varietätenlinguistik, rezeptive Varietätenkompetenz, Diatopik, Orthoepie sowie das Konzept des "Accent du Midi".
Der Accent du Midi ist quantitativ die bedeutendste Varietät Frankreichs und bietet aufgrund der Beliebtheit Südfrankreichs als Reiseziel einen hohen Lebensweltbezug für Lernende.
Der Autor konzentriert sich auf drei Phänomene: die Oralvokal-Nasalkonsonant-Substitution, die komplementäre Verteilung der mittleren Vokale (loi de position) und die Prosodie im Zusammenhang mit dem e muet.
Das Projekt PFC dient als authentische Quelle für Tonaufnahmen, die es ermöglichen, Schülern reale Sprechsituationen in den verschiedenen Regionen Frankreichs erfahrbar zu machen.
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