Bachelorarbeit, 2022
45 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Schulsozialarbeit
2.1 Definition
2.2 Funktion
2.3 Ziele
2.4 Kinder und Jugendliche als Klient*innen
2.5 Angebote und Methoden
3 Schulabsentismus
3.1 Definition und Erscheinungsformen
3.2 Deviantes Verhalten
3.3 Individuelle Faktoren
3.4 Institutionelle Faktoren
3.5 Auswirkungen auf die Jugendlichen
3.6 Prävention und Intervention
4 Methode der motivierenden Gesprächsführung
4.1 Grundhaltung und Prinzipien
4.2 Phase 1: Motivation zur Veränderung aufbauen
4.3 Widerstand und Change-Talk
4.4 Zuversicht aufbauen (Confidence-Talk)
4.5 Phase 2: Selbstverpflichtung für Veränderungen verstärken
5 Motivierende Gesprächsführung als mögliche Intervention
5.1 Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen
5.2 Gesprächsführung in der Schule
5.3 Fallbeispiel Anna
5.4 Chancen und Grenzen der motivierenden Gesprächsführung
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Methode der motivierenden Gesprächsführung eine sinnvolle und effektive Intervention der Schulsozialarbeit darstellt, um schulabsentem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken.
3.2 Deviantes Verhalten
Da in Deutschland die allgemeine Schulpflicht über neun Jahre gilt, verstößt das unentschuldigte Fernbleiben gegen gesetzliche Grundlagen und kann mit Bußgeldern geahndet werden. In schlimmeren Fällen ist eine Schulzuführung durch die Polizei notwendig oder es kommt sogar zu Arreststrafen. Da Schulabsentismus in Deutschland allerdings nicht nur eine Übertretung gesetzlicher Normen, sondern vorwiegend sozialer Normen ist, sollte es zudem als deviantes Verhalten betrachtet werden. Hierzu existieren in der Forschung bereits mehrere Erklärungsansätze, die beschreiben, warum es zu abweichendem Verhalten kommt. Diese sollen im Folgenden, bezogen auf Schulabsentismus, kurz skizziert werden.
Zu den psychologischen und sozialpsychologischen Ansätzen gehören das Modelllernen, die Theorie der differentiellen Assoziation, die Kontrolltheorien und der sozialökologische Ansatz. Zu den soziologischen Erklärungsansätzen zählen die Anomietheorie, die Subkulturtheorien und der Labelling Approach. Das Modelllernen geht davon aus, dass Verhalten, auch abweichendes, immer von anderen gelernt und nachgeahmt wird. Im Falle des Schulabsentismus wären es also die Jugendlichen, die das Verhalten in der Regel bei Mitschüler*innen beobachten und übernehmen.
Ein ähnlicher Erklärungsansatz stellt die Theorie der differentiellen Assoziation dar, die sich darauf stützt, dass in unterschiedlichen Subgruppen der Gesellschaft, so zum Beispiel Peer-Groups von Jugendlichen, unterschiedliche Werte und Normen vorherrschen. Dieser Theorieansatz wurde ursprünglich zur Erklärung von Delinquenz bei Jugendlichen entwickelt, lässt sich aber auch auf deviantes Verhalten anwenden. Je mehr Devianz man in einer Subgruppe findet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese auch im Verhalten des Einzelnen spiegelt. Die Kontrolltheorien bieten eine Erklärung dafür, warum sich die Mehrheit der Menschen nicht deviant verhält. Ein Risikofaktor seien fehlende oder dysfunktionale familiäre Bindungen, die dem Individuum sowohl Halt geben, als auch soziale Kontrolle ausüben sollen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Phänomen Schulabsentismus, dessen Folgen und die Rolle der Schulsozialarbeit bei der Intervention.
2 Schulsozialarbeit: Dieses Kapitel definiert Schulsozialarbeit, ihre Funktionen, Ziele sowie die Zielgruppen und methodischen Ansätze.
3 Schulabsentismus: Hier werden Definitionen, Erscheinungsformen, deviantes Verhalten sowie individuelle und institutionelle Einflussfaktoren analysiert.
4 Methode der motivierenden Gesprächsführung: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen, Prinzipien und die zwei Phasen des Beratungskonzepts der motivierenden Gesprächsführung.
5 Motivierende Gesprächsführung als mögliche Intervention: Hier wird die Eignung der Methode für die Schulsozialarbeit diskutiert und anhand eines Fallbeispiels veranschaulicht.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Chancen sowie Grenzen der motivierenden Gesprächsführung bei Schulabsentismus.
Schulsozialarbeit, Schulabsentismus, Motivierende Gesprächsführung, Adoleszenz, Prävention, Intervention, Fallbeispiel, Change-Talk, Selbstregulation, Beratungsgespräch, Schulverweigerung, Schulschwänzen, Psychologische Grundlagen, Soziale Arbeit.
Die Thesis widmet sich der Frage, wie Schulsozialarbeit effektiv auf Schulabsentismus reagieren kann und ob sich die motivierende Gesprächsführung als therapeutisches Werkzeug hierfür eignet.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung im Jugendalter, die Ursachen von Absentismus, Methoden der klientenzentrierten Beratung und deren Anwendung im schulischen Alltag.
Ziel ist es zu beurteilen, ob motivierende Gesprächsführung im schulischen Umfeld als Intervention wirken kann, um die intrinsische Motivation von Schülern zur Rückkehr in den Unterricht zu steigern.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die relevante Fachliteratur, Erklärungsansätze für deviantes Verhalten und psychologische Konzepte der Gesprächsführung analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsanalyse des Schulabsentismus, eine detaillierte Darstellung der Gesprächsführungstechnik und eine Anwendung dieser Technik auf den schulischen Kontext.
Zentrale Begriffe sind Schulabsentismus, motivierende Gesprächsführung, Jugendkultur, pädagogische Intervention und die Beratungsbeziehung zwischen Sozialarbeiter und Schüler.
Anna leidet unter einem schwierigen sozialen Umfeld nach einem Umzug, einem Konflikt mit ihrem Klassenlehrer und wird durch das Verhalten ihrer Mutter in ihrem Fernbleiben ungewollt bestätigt.
Die größte Herausforderung ist das oftmals unfreiwillige Setting und die Skepsis der Jugendlichen, die den Sozialarbeiter primär als Vertreter der Institution Schule und damit als Teil des Zwangssystems wahrnehmen.
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