Masterarbeit, 2021
66 Seiten, Note: 2,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Organisationale Ambidextrie als Forschungsgegenstand
1.1. Formen der Ambidextrie
1.1.1 Exploration und Exploitation
1.1.2 Verschiedene Ambidextrie-Ansätze in Organisationen
1.2 Empirisch-Theoretischer Diskurs zu Gelingensbedingungen von Ambidextrie
2. George Spencer-Browns Formkalkül
2.1 Die Form
3. Eine allgemeine Form der Ambidextrie
3.1 Ein Feld der Extreme balancieren
3.2 Allgemeine Form in Organisationsbereichen
3.2.1 Führung/Leadership
3.2.2 Governance
3.2.3 Weitere Aspekte von Organisation
4. Philosophische Interpretation
4.1 Ambidextrie als Reifestufe organisierten Bewusstseins
5. Organische Organisationsformen
5.1 Christopher Alexanders Center-Begriff
5.2 Formkalkül und Christopher Alexander
5.3 Ausblick: Organigramme als nicht-organische Darstellungen
Die Arbeit untersucht die organisationale Ambidextrie durch die Linse des Formkalküls nach George Spencer-Brown, um die Beidhändigkeit von Organisationen zwischen Stabilität und Innovation theoretisch neu zu fundieren und in komplexen Organisationsstrukturen handhabbar zu machen.
Die Form der Ambidextrie
In den letzten Jahren ist ‚organisationale Ambidextrie‘ ein bekanntes Schlagwort in Berater- und Organisationsentwicklerkreisen geworden. Gemeint ist damit eine Beidhändigkeit, die zwischen dem traditionellen Kerngeschäft und der Exploration von Innovationen balancieren kann, sodass Unternehmen und Organisationen mehrere Mindsets und Praxissets synchron zur Verfügung haben, um in einer volatilen und komplexen Welt handlungsfähig zu bleiben.
Das Konzept der organisationalen Ambidextrie fasst die kompetente und resiliente Gestaltung von Gegensätzlichkeiten innerhalb einer Organisation, klassischerweise zwischen Kerngeschäft und Innovation. In dieser Arbeit wird dafür argumentiert, einen allgemeinen Begriff von Ambidextrie zu bestimmen, der auf Polaritäten, Gegensätze und Widersprüche in Organisationen allgemein anwendbar ist und vielleicht sogar darüber hinaus in anderen Bereichen (Pädagogik, Politik, Kultur) wirksam werden könnte. Nach einer Übersicht des Diskursfeldes zu Ambidextrie wird George Spencer Browns Formkalkül vorgestellt, um mit seiner Hilfe in einem weiteren Schritt das Treffen von Entscheidungen und Unterscheidungen in Organisationen in den Blick zu nehmen.
1. Organisationale Ambidextrie als Forschungsgegenstand: Definition und Einordnung der Ambidextrie im wissenschaftlichen Diskurs sowie Unterscheidung klassischer Ansätze.
2. George Spencer-Browns Formkalkül: Einführung in die mathematisch-theoretischen Grundlagen des Formkalküls und des Begriffs der Form.
3. Eine allgemeine Form der Ambidextrie: Übertragung des Formkalküls auf die Steuerung von Organisationen und die Balancierung von Gegensätzen.
4. Philosophische Interpretation: Vertiefende Analyse der Ambidextrie als Ausdruck organisierten Bewusstseins und Reifestufe.
5. Organische Organisationsformen: Betrachtung von Mustern (Patterns) nach Christopher Alexander und deren Relevanz für lebendige Organisationen.
Ambidextrie, Organisationale Ambidextrie, Formkalkül, George Spencer-Brown, Exploration, Exploitation, Systemtheorie, Organisationsentwicklung, Führung, Governance, Christopher Alexander, Pattern, Re-Entry, Komplexitätsmanagement, Resilienz
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Grundlegung und praktischen Anwendung der "organisationalen Ambidextrie", also der Fähigkeit von Organisationen, Kerngeschäft und Innovation gleichzeitig zu managen.
Zentrale Themen sind die Beidhändigkeit in Organisationen, der Formkalkül, Organisationsgestaltung, Führung sowie die Anwendung systemtheoretischer Konzepte auf betriebswirtschaftliche Problematiken.
Das Ziel ist es, ein allgemeingültiges, auf dem Formkalkül basierendes Modell der Ambidextrie zu entwickeln, das über rein ökonomische Ansätze hinausgeht und eine robustere Organisationsgestaltung ermöglicht.
Es wird eine theoretisch-analytische Methode angewandt, die maßgeblich auf der systemtheoretischen Differenztheorie und dem mathematisch-philosophischen Formkalkül von George Spencer-Brown aufbaut.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in den Formkalkül, die Übertragung auf Ambidextrie-Dilemmata, die Analyse von Führung und Governance sowie die Integration organischer Organisationsmuster nach Christopher Alexander.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Formkalkül, Beidhändigkeit, Systemtheorie, Re-Entry und organische Organisationsformen aus.
Der Formkalkül hilft dabei, die formellen Regeln von den unvermeidlichen (und teilweise produktiven) Regelverstößen innerhalb einer Organisation als eine Einheit von Differenzen abzubilden.
Die Arbeit analysiert Führungsvarianten und stellt "Hub and Spoke"-Strukturen, in denen der CEO zentral agiert, anderen kooperativen Ring-Team-Modellen gegenüber, um Ambidextrie-Anforderungen gerecht zu werden.
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