Bachelorarbeit, 2021
49 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Journalistische Qualität
2.1.1 Mehrdimensionalität des Qualitätsbegriffes
2.1.2 Normative Qualitätskriterienkataloge
2.1.3 Ableitung zentraler Qualitätsdimensionen
2.2 Medienmarken und Medienmarkenimages
2.3 Intervenierende Variablen
2.3.1 Themeninteresse
2.3.2 Themeneinstellung
2.3.3 Soziodemographische Merkmale
3 Methode
3.1 Untersuchungsdesign und Stimulus
3.2 Messinstrumente
3.3 Untersuchungsablauf und Stichprobe
3.4 Datentransformation
4 Ergebnisse
4.1 Haupteffekt
4.2 Interaktionseffekte
4.2.1 Themeninteresse
4.2.2 Themeneinstellung
4.2.3 Formalbildung
5 Diskussion
5.1 Limitationen
5.2 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Medienmarken als Heuristiken bei der Qualitätsbeurteilung journalistischer Produkte fungieren. Dabei analysiert die Studie, ob Nutzer die Qualität eines identischen Nachrichtenartikels abhängig von der präsentierten Medienmarke (Tagesschau vs. Bild-Zeitung vs. keine Marke) unterschiedlich wahrnehmen und welche moderierenden Einflüsse, wie Themeninteresse, Themeneinstellung oder Formalbildung, auf diesen Prozess wirken.
2.2 Medienmarken und Medienmarkenimages
Nachdem nun deutlich geworden ist, was und welche Dimensionen diese Arbeit unter journalistischer Qualität versteht, gilt es genauer auf Medienmarken einzugehen. Warum diese bei der Qualitätsbewertung eine Rolle spielen, lässt sich neben der zu Anfang erwähnten Problematik von Medienprodukten als Vertrauensgüter mit dem Heuristisch-Systematischen Modell erklären (HSM; Chaiken et al., 1989). Dieses geht von einer Informationsverarbeitung entlang zweier Routen aus: Fähige und motivierte Rezipienten kommen nach der Abwägung aller urteilsrelevanten Informationen zu einer fundierten Bewertung (systematische Verarbeitung). Geringere Fähigkeiten und Motivation der Rezipienten führen hingegen dazu, dass Heuristiken bei der Urteilsfindung angewandt werden (heuristische Verarbeitung) (Voigt, 2016, S. 116). Neben Fähigkeit und Motivation spielt im HSM die Genügsamkeitsschwelle eine entscheidende Rolle. Darunter versteht man eine Abwägung der Rezipienten zwischen dem benötigten Aufwand, ein korrektes Urteil zu fällen, sowie der Sicherheit mit der ein subjektiv richtiges Urteil gefällt werden kann (Chen & Chaiken, 1999, S. 74). Bei kleiner wahrgenommener Urteilsunsicherheit kann trotz vorhandener Fähigkeit und Motivation eine heuristische Verarbeitung erfolgen, da diese geringe Urteilsunsicherheit auch durch Heuristiken adäquat überbrückt werden können. Heuristiken können im Speziellen Merkmale der Quelle, sowie inhaltliche und formale Merkmale des Beitrags an sich sein.
Wie zu Beginn erwähnt, eignen sich Medienmarken als Heuristiken bei der Qualitätsbewertung, da sie über Nutzenbestandteile, die von einem Produkt erfüllt werden, Auskunft geben (Siegert, 2013, S. 215). Aufgrund der gesellschaftlichen Etablierung von Medienmarken (vgl. Siegert, 2001, S. 121) können sie die Urteilsunsicherheit stark reduzieren, was eine heuristische Verarbeitung bei vorhandener Medienmarke tendenziell fördert.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz journalistischer Qualität für demokratische Systeme ein und erläutert die Problematik der Qualitätsbeurteilung von Informationsmedien als Vertrauensgüter.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert journalistische Qualität, klassifiziert Medienmarken als Heuristiken der Urteilsfindung und leitet intervenierende Variablen wie Interessen und Einstellungen her.
3 Methode: Die Methodik beschreibt den Aufbau des Online-Experiments, die Auswahl des Stimulus-Artikels, die eingesetzten Messinstrumente sowie das Vorgehen bei der Datentransformation.
4 Ergebnisse: Hier werden die Haupteffekte der Medienmarke und die Interaktionseffekte zwischen Medienmarke und weiteren Faktoren wie Themeninteresse und Bildung empirisch analysiert und dargestellt.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, Limitationen der Untersuchung benannt und ein zusammenfassendes Fazit der Studie gezogen.
Journalistische Qualität, Medienmarken, Heuristiken, Online-Experiment, Nutzereinstellungen, Themeninteresse, Formalbildung, Nachrichtenbewertung, Vertrauensgüter, Normative Qualitätskriterien, Urteilsfindung, Medienmarkenimage, Imagetransfer, Rezipientenforschung, Sozialwissenschaften.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob Medienmarken die individuelle Wahrnehmung journalistischer Qualität beeinflussen und ob diese Marken dabei als Heuristiken zur Urteilsfindung dienen.
Im Fokus stehen die Begriffe der journalistischen Qualität, die Funktion von Medienmarken sowie psychologische Mechanismen der Informationsverarbeitung und Einstellungsbildung bei den Nutzern.
Das primäre Ziel besteht darin, den Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Medienmarke eines Artikels und der darauf folgenden Qualitätsbewertung durch Rezipienten unter Berücksichtigung moderierender Faktoren zu identifizieren.
Die Studie basiert auf einem experimentellen Online-Befragungsdesign, bei dem Probanden einen inhaltlich identischen Artikel mit unterschiedlichen Marken-Logos bewerten.
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Herleitung der theoretischen Grundlagen sowie der detaillierten Auswertung der empirisch gewonnenen Daten bezüglich der Haupteffekte und Interaktionseffekte.
Zu den prägenden Begriffen gehören Medienmarken, journalistische Qualität, Heuristiken, Rezipientenforschung und die normative Bewertung journalistischer Inhalte.
Die Daten deuten darauf hin, dass die Bild-Zeitung in der untersuchten Stichprobe mit einem negativeren Image verbunden ist, was zu einer im Schnitt schlechteren Qualitätsbewertung des Artikels führt als bei der Konkurrenz.
Die Tagesschau wurde als Gegenpol zur Bild-Zeitung gewählt, da sie in der deutschen Medienlandschaft als vertrauenswürdige Nachrichtenquelle mit hohem Qualitätsimage gilt.
Die Untersuchung zeigt, dass der Einfluss der Medienmarke bei formal niedriger gebildeten Teilnehmern deutlicher ausgeprägt ist, während höher Gebildete kritischere Bewertungsmuster zeigten.
Das Fazit zeigt, dass Medienmarken zwar die Qualitätswahrnehmung beeinflussen, die Effekte jedoch gering genug sind, um keine unmittelbaren gesellschaftlich dysfunktionalen Wirkungen zu entfalten.
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