Masterarbeit, 2021
101 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
EINLEITUNG
1. KONZEPT STATT METHODE
2. THEORETISCHE RAHMUNG
2.1. Denkweisen und Akteur:innen im post_kolonialen Diskurs
2.1.1. Kolonialismus und neuere Anwendungsformen
2.1.2. Rassismus als Maskierung und Weißsein als Demaskierung
2.2. »White Saviorism« – Eine Haltung weiß Sozialisierter*?
2.3. Instagram und seine Influencer:innen
2.3.1. Zum medialen Dispositiv
2.3.2. Influencer:innen, Medienschaffende, Content Creators?
3. MEDIENWISSENSCHAFTLICHE BETRACHTUNG
3.1. Post_koloniale Medientheorie
3.2. White Saviorism als Narrativ
3.3. Instagram-Accounts als transmediale Erzählungen
4. DREI INSTAGRAM-ERZÄHLUNGEN ÜBER DAS ‚ANDERE‘ – EINE ANALYSE
4.1. @carmushka – content creator & entrepreneur & mum
4.1.1. Wie unglaublich perfekt kann ein Mensch sein?
4.1.2. Das White Savior-Potenzial der Erzählung
4.2. @haticeschmidt – Ihr Leben ist kein Zufall
4.2.1. Wir waren die Gäste
4.2.2. Das White Savior-Potenzial der Erzählung
4.3. @fimbim – „Zwischen Öko-Vorbild und enervierendem Neoliberalismus“
4.3.1. Beton mischen syrienstyle
4.3.2. Das White Savior-Potenzial der Erzählung
5. DISKUSSION
5.1. Ein eindrucksvoller weißer Individualismus
5.2. Follower:innen als Mitgestalter:innen – Die Zustimmung des Publikums
5.3. Vorgefundene Asymmetrien – Das ‚Andere‘ im Gegensatz zum ‚Eigenen‘
5.4. Der Einfluss des Dispositivs
5.5. Die Merkmale von Narzissmus und Männlichkeit
5.6. Sichtbare Unsichtbarkeiten? Zum White Saviorism-Repräsentationsmodus
SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des »White Saviorism« anhand der Instagram-Auftritte dreier deutscher Influencer:innen. Dabei wird analysiert, inwiefern diese ihre Reichweite und ihr bildgestütztes Storytelling nutzen, um stereotype Narrative der „Retter:innen-Persönlichkeit“ gegenüber dem ‚Globalen Süden‘ zu reproduzieren, und inwieweit das mediale Dispositiv Instagram diese Prozesse begünstigt.
4.1.2. Das White Savior-Potenzial der Erzählung
Das Projekt der ›Carmushka Primary School‹ verzeichnet einen konkreten Fall der Begegnung von Personen, die sich durch unterschiedliche Machtverhältnisse auszeichnen. Dabei stellt sich der Fall um den Schulbau als eine innenliegende Erzählung im Rahmen der Carmushka’schen Gesamterzählung dar und lässt sich durch seine transmediale Aufbereitung analysieren. Die Analyse zeigt, dass Carmushka jede Ebene des als transmedial lesbaren Mediums beherrscht und ihre Geschichte über die unterschiedlichen medialen Ebenen mit einem jeweils anderen Fokus wieder- und weitererzählt. Während sie sich dabei in den Stories nahbar und ergriffen zeigt, konzentrieren sich die Postings auf durchdachte Abbildungen und Texte und laden außerdem zu ‚öffentlicher‘ Kommunikation unter ihren Posts ein – wenn auch stets gefiltert durch Carmushka und damit möglicherweise erzählerisch unzuverlässig.
Anfänglich spricht vieles für eine Identifizierung von White Saviorism als Repräsentationsmodus in Carmushkas beispielloser Instagram-Erzählung. Beginnend damit, dass sich Carmushkas Figur im Sinne der White Savior-Voraussetzungen durch existenzielle, politische und wirtschaftliche Absicherung auszeichnet; diesen jedoch hinsichtlich fehlender Maskulinität widerspricht. Auch in der vorangestellten Analyse des Grids konnten bereits bestimmte Gestaltungs- und Inszenierungsmuster in Carmushkas Alltagserzählung herausgestellt werden, indem sie bspw. aus der Voreinstellung eines weißen Individualismus heraus erzählt. Im Sinne eines solchen weißen Individualismus befindet sich Carmushka ständig in der Rolle der Erzählerin und gleichzeitig in der Rolle der Protagonistin.
EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik des White Saviorism im Kontext von Instagram-Influencer:innen und Vorstellung der Forschungsabsicht.
1. KONZEPT STATT METHODE: Diskussion methodischer Ansätze zur Repräsentationskritik und Bildanalyse unter Berücksichtigung semiotischer Konzepte.
2. THEORETISCHE RAHMUNG: Theoretische Herleitung der Begriffe Post_Kolonialismus, White Saviorism und Instagram als mediales Dispositiv.
3. MEDIENWISSENSCHAFTLICHE BETRACHTUNG: Fokus auf post_koloniale Medientheorie, die Narrativik des White Saviorism und transmediales Erzählen auf Instagram.
4. DREI INSTAGRAM-ERZÄHLUNGEN ÜBER DAS ‚ANDERE‘ – EINE ANALYSE: Empirische Untersuchung der Instagram-Profile von Carmushka, Haticeschmidt und Fimbim hinsichtlich ihrer Darstellungsweisen und Machtasymmetrien.
5. DISKUSSION: Zusammenführende Diskussion der Analyseergebnisse vor dem Hintergrund des weißen Individualismus und des Einflusses des Instagram-Dispositivs.
SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Reflexion über das Widerstandspotenzial der Arbeit.
White Saviorism, Instagram, Post_Kolonialismus, Influencer:innen, Repräsentationskritik, weißer Individualismus, mediales Dispositiv, Othering, transmediales Erzählen, Machtverhältnisse, Bildsemiotik, Content Creation, Authentizität, soziale Medien, antirassistischer Diskurs
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Influencer:innen im Rahmen ihrer sozialen Projekte in Ländern des Globalen Südens Narrative des »White Saviorism« (Weißes Rettertum) produzieren und reproduzieren.
Die Arbeit verknüpft post_koloniale Theorie mit medienwissenschaftlichen Ansätzen, um Instagram als Dispositiv sowie die Rolle von Influencer:innen als Erzähler:innen zu verstehen.
Das Ziel ist es, Machtstrukturen und Repräsentationsmechanismen in sozialen Medien aufzudecken, die dazu führen, dass stereotype koloniale Bilder unter dem Deckmantel von ehrenamtlichem Engagement fortbestehen.
Die Arbeit nutzt einen repräsentationskritischen und semiotischen Ansatz, um Bild- und Textkonstruktionen auf Instagram als polysemantische Botschaften zu analysieren.
Im Hauptteil findet eine detaillierte Fallstudie der Influencer:innen Carmushka, Haticeschmidt und Fimbim statt, wobei deren Postings und die Interaktion mit der Follower:innenschaft untersucht werden.
Zentrale Begriffe sind White Saviorism, Post_Kolonialismus, Instagram, weißer Individualismus, Othering und Repräsentationskritik.
Instagram wird als aktives mediales Dispositiv begriffen, das durch seine technischen Dispositionen (Algorithmen, Features wie Stories und Grids) bestimmte Erzählweisen und Machtkonstellationen fördert.
Die Analyse zeigt, dass Follower:innen durch ihre Kommentare die Narrative der Influencer:innen aktiv mitgestalten und deren Selbstdarstellung als „Held:innen“ häufig legitimieren und bestätigen.
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