Bachelorarbeit, 2009
53 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Von Basel I zu Basel II
2.2 Basel II
2.2.1 Das Dreisäulensystem
2.2.1.1 Die erste Säule - Mindestkapitalanforderungen
2.2.1.2 Die zweite Säule - Bankenaufsichtlicher Überprüfungsprozess
2.2.1.3 Die dritte Säule - Aufsichtliche Offenlegung
3 Schwachstellen von Basel II
3.1 Die Gefahren der Adversen Selektion
3.2 Relevanz von Basel II für die Entwicklungsländer
3.3 Verbriefungen von Krediten nach Basel II
3.3.1 Traditionelle Verbriefungen
3.3.2 Synthetische Verbriefungen
3.3.3 Standardansatz für Verbriefungen
3.3.4 Der IRB-Ansatz für Verbriefungen
3.3.5 Beispiel zur synthetischen Verbriefung
3.3.6 Verbriefungen und Basel II in Hinblick auf die Finanzkrise
3.4 Die Prozyklität von Basel II
3.4.1 Prozyklische Wirkung von Basel II und die Finanzkrise
3.4.2 Politische Maßnahmen – Das Rettungspaket
3.5 Die Umsetzung von Basel II in den USA
3.5.1 Unterschiedliche Meinungen von US-Aufsichtsbehörden
3.5.2 Folgen
3.5.3 Alternativen
4 Die fünfte Auswirkungsstudie zu Basel II
5 Der unregulierte Sektor - Ratingagenturen
5.1 Grundlagen
5.2 Zentrale Schwachstellen
5.2.1 Qualitative Mängeln
5.2.2 Interessenskonflikte
5.2.3 Der oligopolistische Ratingmarkt
5.2.4 Die prozyklische Wirkung von Ratingagenturen
6 Lösungsansätze
7 Ausblick
7.1 Säule I - Mindesteigenkapitalanforderungen
7.2 Säule II – Aufsichtsrechtlicher Überprüfungsprozess
7.3 Säule III - Marktdiziplin
7.4 Änderungen im Bereich Ratingagenturen
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die negativen Auswirkungen der Baseler Eigenkapitalvereinbarungen (Basel II) auf das weltweite Finanzsystem, insbesondere unter dem Aspekt der aktuellen Finanzkrise. Dabei wird analysiert, inwieweit das Regelwerk strukturelle Schwachstellen aufweist, welche Rolle unregulierte Ratingagenturen spielen und wie die Politik auf diese Instabilitäten reagiert.
3.1 Die Gefahren der Adversen Selektion
Als erstes möchte ich einen Punkt benennen, der unabhängig von der aktuellen Finanzkrise, ein Risiko für das Finanzsystem darstellt und wende mich vorerst an die Gefahr der Adversen Sektion. Angenommen es liegt während eines Kreditgeschäftes kein externes Rating seitens des Kreditnehmers vor, so wird automatisch von einer Risikogewichtung von 100% ausgegangen. Für diesen Fall legen Kreditinstitute Kreditpreise fest, die weiterhin nicht von der Bonität des Kunden abhängig sind und deshalb nicht adäquat kalkuliert werden. Während eines solchen Kreditgeschäftes werden Banken einem hohen betriebswirtschaftlichen Risiko sowie der Adversen Selektion ausgesetzt. Nehmen wir zu einer besseren Veranschaulichung an, es gäbe in Berlin nur zwei Banken. Bank A preist bonitätsabhängig und Bank B geht undifferenziert bei der Festlegung von Kreditpreisen vor. Früher oder später würden gute Kunden von Bank B feststellen, dass Bank A bessere Angebote für sie hätte und würden dorthin abwandern. Das Gegenteil würde natürlich auch mit den schlechten Kunden der Bank A geschehen, denn auch sie würden bei der Bank B bessere Kreditangebote erhalten. Dadurch würde sich das Durchschnittsrisiko der Bank B erhöhen und sie wäre gezwungen ihre Kreditpreise zu erhöhen. Bank A dagegen wäre in der glücklichen Lage ihre Konditionen weiterhin zu verbessern und ihre Kreditpreise abzusenken. Das würde wiederum dazu führen, dass Kunden, für die es am Anfang noch vom Vorteil war, bei der Bank B zu bleiben, jetzt bei Bank A auch bessere Angebote bekämen. Bank B wäre nur noch für die aller schlechtesten Kunden attraktiv. Wenn sich dieser Vorgang einige Male wiederholt, gerät Bank B irgendwann in ernsthafte Schwierigkeiten oder sogar in eine Krise. Dieses Beispiel kann auf das Weltfinanzsystem übertragen werden.
1 Einleitung: Einführung in die Rolle der Banken als Finanzmarktintermediäre und Darlegung der Problemstellung vor dem Hintergrund der Finanzkrise.
2 Grundlagen: Erläuterung der historischen Entwicklung von Basel I zu Basel II sowie des komplexen Dreisäulensystems.
3 Schwachstellen von Basel II: Kritische Analyse der Risiken durch adverse Selektion, Verbriefungen, Prozyklität und der unterschiedlichen Umsetzung in den USA.
4 Die fünfte Auswirkungsstudie zu Basel II: Zusammenfassung der Ergebnisse der QIS 5-Studie zur Kalibrierung der Risikogewichtungsfunktion.
5 Der unregulierte Sektor - Ratingagenturen: Diskussion der Mängel und der marktbeherrschenden Stellung von Ratingagenturen sowie deren Einfluss auf Marktstabilität.
6 Lösungsansätze: Vorstellung politischer Maßnahmen zur Stabilisierung, wie Schuldenobergrenzen und verbesserte Regulierung von Ratingagenturen.
7 Ausblick: Diskussion aktueller Überarbeitungen des Baseler Regelwerks und der zukünftigen regulatorischen Herausforderungen.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Basel II als gescheitertes Regelwerk, das Finanzmarktzyklen verschärft hat und dringende Reformen erfordert.
Basel II, Finanzkrise, Eigenkapitalunterlegung, Risikomanagement, Kreditverbriefung, Ratingagenturen, Prozyklität, Finanzmarktstabilität, Bankenaufsicht, Adverse Selektion, Standardansatz, IRB-Ansatz, Finanzmarktintermediäre, Moral Hazard, Wirtschaftskrise.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Baseler Eigenkapitalregelwerks (Basel II) auf das weltweite Finanzsystem und untersucht, wie dieses Regelwerk in der aktuellen Finanzkrise gewirkt hat.
Im Fokus stehen das Dreisäulensystem von Basel II, die Problematik der Kreditverbriefungen, die unregulierte Rolle der Ratingagenturen sowie die unterschiedliche Implementierung in den USA.
Ziel ist es, die Schwachstellen des Baseler Konsultationspapiers zu identifizieren, die Rolle der Ratingagenturen zu beleuchten und politische Reaktionen auf die Finanzinstabilität zu bewerten.
Es handelt sich um eine theoretische und empirische Literaturanalyse, die aktuelle Studien, Fachpublikationen und offizielle Berichte der Aufsichtsbehörden auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Basel-II-Regelwerks, die detaillierte Untersuchung der Schwachstellen wie Prozyklität und Verbriefungsrisiken sowie die Analyse der Ratingagenturen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Basel II, Finanzkrise, Eigenkapitalunterlegung, Ratingagenturen, Verbriefungen und Prozyklität.
Die Arbeit kritisiert, dass Ratingagenturen trotz ihrer Macht unreguliert sind, Interessenskonflikte aufweisen und durch ihre späten und fehlerhaften Einschätzungen Krisen eher verstärkt als gemindert haben.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Basel II die Krise nicht abmildern konnte und sogar zu einer prozyklischen Verstärkung von Wirtschaftsschwankungen beigetragen hat.
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