Diplomarbeit, 2003
120 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau und Vorgehensweise
2. Grundlagen
2.1 Ausländische Direktinvestitionen
2.1.1 Arbeitsdefinition der ausländischen Direktinvestition
2.1.2 Die weltweite Entwicklung ausländischer Direktinvestitionen
2.1.3 Deutschland im Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen
2.2 Das mitteldeutsche Chemiedreieck
2.2.1 Regionale- und branchenspezifische Abgrenzung des mitteldeutschen Chemiedreiecks
2.2.2 Meilensteine der Entwicklung dieses industriellen Kernes
2.3 Cluster als Bestandteil wettbewerbsfähiger Standorte
2.3.1 Allgemeine Fragen zur Definition von Clustern
2.3.2 Beispiele von Clustern im globalen Standortwettbewerb
2.3.3 Clusterpolitik als integrierte Strategie regionaler Wirtschaftspolitik
3. Erklärungsansätze internationaler Investitionstätigkeit und der Clusterbildung
3.1 Ausgewählte Theorien zur Erklärung von ausländischen Direktinvestitionen
3.1.1 Die Theorie des monopolistischen Wettbewerbsvorteils
3.1.2 Internalisierungtheorie nach Buckley und Casson
3.1.3 Die Theorie des oligopolistischen Parallelverhaltens
3.1.4 Eklektische Theorie der internationalen Produktion von Dunning
3.1.5 Weitere Erklärungsansätze
3.1.6 Fazit dieser Betrachtung
3.2 Ansätze der internationalen Standorttheorie
3.2.1 Der Ansatz von Sabathil
3.2.2 Der Ansatz von Goette
3.2.3 Der Ansatz von Tesch
3.3 Empirische einzelwirtschaftliche Motivforschung ausländischer Direktinvestitionen
3.3.1 Absatzorientierung
3.3.2 Kosten- und Effizienzorientierung
3.3.3 Strategische Orientierung
3.3.4 Orientierung an staatlichen Rahmenbedingungen
3.4 Ableitung von Vermutungen für die Untersuchung im mitteldeutschen Chemiedreieck
3.5 Ansätze zur Erklärung von Clustern
3.5.1 Die kalifornische Schule der Wirtschaftsgeographie
3.5.2 Der Nachweis anhand der Wertschöpfungskette
3.5.2.1 Der Ansatz von Porter
3.5.2.2 Der Ansatz von Rehfeld
4. Internationales Investitionskapital im mitteldeutschen Chemiedreieck und dessen Einfluß auf die Clusterbildung - eine exemplarische Fallstudie -
4.1 Zur Besonderheit des mitteldeutschen Chemiedreiecks als Untersuchungsobjekt
4.2 Vorgehensweise und Bestandteile der Untersuchung
4.2.1 Zum Design der statistischen Erhebung
4.2.2 Die Struktur der einbezogenen Unternehmen
4.3 Analyse der ausländischen Direktinvestitionen
4.3.1 Der Investitionsprozeß
4.3.2 Ergebnisse der Investitionen
4.3.3 Motive ausländischer Investoren
4.3.4 Das mitteldeutsche Chemiedreieck als Standort der chemischen Industrie
4.3.4.1 Evaluierung der Standortqualität
4.3.4.2 Zukunftsorientierte Engpässe des Standortes
4.3.5 Bewertung der EU-Osterweiterung
4.3.6 Transformation der Untersuchungsergebnisse auf die theoretischen Ansätze
4.4 Interdependenzen zwischen ausländischen Direktinvestitionen und der Clusterbildung im mitteldeutschen Chemiedreieck
4.4.1 Beurteilung des mitteldeutschen Chemiedreiecks als Cluster
4.4.1.1 Clusterumfeld nach dem "Porter'schen Diamanten"
4.4.1.2 Nachweis anhand der Wertschöpfungskette
4.4.2 Entstehungsvariablen der Clusterbildung
4.4.3 Positive Externalität des Clusters auf ausländische Direktinvestitionen
4.4.3.1 Kostenvorteile
4.4.3.2 Technologie Spillovers
4.4.4 Fazit der Clusterbetrachtungen
4.5 Strategiekonzept zur Prosperierung des mitteldeutschen Chemiedreiecks
4.5.1 Clusterpolitik zur Verbesserung der Netzwerkstruktur
4.5.1.1 Clustermanagement als organisatorischer Kern
4.5.1.2 Definition von strategischen Aufgabenfeldern
4.5.2 Sicherung der Standortqualität
4.5.3 Einzelwirtschaftlicher Verantwortungsbereich
5. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die Allokation von ausländischem Kapital in Form von Direktinvestitionen im mitteldeutschen Chemiedreieck. Ziel ist es zu ergründen, warum Investoren in die Region kommen, welche Rolle Cluster dabei spielen und wie weiteres ausländisches Kapital gezielt für den Standort gewonnen werden kann.
Die Theorie des monopolistischen Wettbewerbsvorteils
Die Arbeit von Hymer (1960) und Kindleberger (1969) kann als Ursprung der Theorie der DI gesehen werden und reiht sich in die Gruppe der sogenannten Vorteilstheorien ein.
Sie begründet DI mit unternehmensspezifischen Wettbewerbsvorteilen, die aufgrund von unvollkommenen Märkten entstehen und der Konkurrenz nicht zugänglich sind. Diese können u.a. in einzigartigen Management- und Marketingfähigkeiten, technologischem Vorsprung oder besonderen Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten liegen. Diese monopolistischen Vorteile versetzen den Investor in die Lage, anfängliche Nachteile im Ausland gegenüber der inländischen Konkurrenz (z.B. durch geringe Kenntnisse der Sprache, Wechselkursrisiken, staatliche Diskriminierung, Kosten durch geographische Entfernung) zu kompensieren und ggf. Markteintrittsbarrieren gegenüber nationalen und internationalen Unternehmen aufzubauen.
Zur Erklärung einer DI sind die unternehmensspezifischen Vorteile eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung. Ein Unternehmen wird erst dann im Ausland investieren, wenn es die Vorteile dadurch besser als bei Export oder Lizenzvergabe nutzen kann. Des Weiteren investieren Unternehmen nicht nur um Vorteile zu nutzen, sondern auch um Vorteile zu generieren, beispielsweise durch die Sicherung von Rohstoffen. Die Theorie kann somit nur einen eingeschränkten Erklärungsansatz bieten.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, die sich aus der wirtschaftlichen Transformation Ostdeutschlands ergibt, und formuliert die zentrale Forschungsfrage sowie das Vorgehen der Arbeit.
2. Grundlagen: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten, wie ausländische Direktinvestitionen, das mitteldeutsche Chemiedreieck als Untersuchungsgebiet und das Konzept von Clustern, definiert und in den theoretischen Kontext gesetzt.
3. Erklärungsansätze internationaler Investitionstätigkeit und der Clusterbildung: Dieser Teil befasst sich mit den theoretischen Fundamenten der internationalen Investitionstätigkeit und der Standorttheorie, um eine Basis für die empirische Analyse zu schaffen.
4. Internationales Investitionskapital im mitteldeutschen Chemiedreieck und dessen Einfluß auf die Clusterbildung - eine exemplarische Fallstudie -: Das Kernkapitel präsentiert die Ergebnisse der empirischen Fallstudie, analysiert die Investitionsmotive und untersucht die Interdependenzen zwischen den Investitionen und der regionalen Clusterstruktur.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Abschlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Ausblick auf die strategische Weiterentwicklung des Standorts.
Ausländische Direktinvestitionen, Mitteldeutsches Chemiedreieck, Cluster, Standortwahl, Wettbewerbsfähigkeit, Internationales Management, Regionale Wirtschaftspolitik, Investitionsmotive, Wertschöpfungskette, Infrastruktur, Clusterpolitik, Kapitalallokation, Transformationsprozess.
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle ausländischer Direktinvestitionen für den wirtschaftlichen Aufschwung des mitteldeutschen Chemiedreiecks und analysiert, inwiefern regionale Clusterstrukturen als Standortfaktor wirken.
Die Arbeit verknüpft internationale Investitionstheorien mit der regionalen Standorttheorie und der praktischen Clusteranalyse innerhalb der chemischen Industrie.
Ziel ist es, die Beweggründe ausländischer Investoren für den Standort Mitteldeutschland zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche regionale Wirtschaftspolitik abzuleiten.
Es wird eine exemplarische Fallstudie in Form von persönlichen Experteninterviews mit ausländischen Investoren in Mitteldeutschland durchgeführt, ergänzt durch die Analyse vorhandener statistischer Daten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung internationaler Investitionsmotive sowie eine detaillierte empirische Untersuchung der Clusterstruktur und der Investitionsdynamik im mitteldeutschen Raum.
Zu den prägenden Begriffen gehören ausländische Direktinvestitionen, Clusterbildung, Standortqualität, mitteldeutsches Chemiedreieck, Wettbewerbsvorteile und regionale Wirtschaftsförderung.
Es stellt eine "Sonderform regionaler Wirtschaftsstruktur" dar, die sich erst in den letzten zehn Jahren nach dem Zusammenbruch der alten DDR-Kombinatsstrukturen neu generiert hat und noch keine voll ausgereiften Clusterstrukturen aufweist.
Die befragten Unternehmen sehen in der EU-Osterweiterung mehr Chancen als Risiken. Sie planen, ihre Kapazitäten im mitteldeutschen Chemiedreieck zu nutzen, um vermehrt Absatzchancen in den neuen EU-Ostgebieten wahrzunehmen, wobei der Fokus auf hochwertigen Produkten liegt.
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