Bachelorarbeit, 2022
54 Seiten, Note: 2,0
1. Pädophilie
1.1 Ätiologie
1.1.2 Komorbidität
1.2 Hebephilie
1.3 Pädosexualität
1.4 Sexueller Kindesmissbrauch
2. Pädophilie in den klinischen Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM-5
2.1 ICD-10
2.2 DSM-5
3. Typologie für pädosexuelle Täter nach Knight und Prentky
4. Resozialisierung von pädophilen Untergebrachten aus dem Maßregelvollzug
4.1 Resozialisierung
4.2 Der Maßregelvollzug
4.3 Lockerungen
5. Die Verhältnismäßigkeitserledigung und ihre Auswirkung auf die Praxis
6. Behandlungsansätze für Patienten mit einer pädophilen Störung im Maßregelvollzug
6.1 Risk-Need-Responsivity-Modell
6.2 Good-Lives-Modell (GLM)
6.3 Circles of Support and Accountability (CoSa)
7. Soziale Arbeit im Maßregelvollzug
8. Die forensische Nachsorgeambulanz
8.1 Methoden der forensischen Nachsorgeambulanz
8.1.1 Case-Management
8.1.2 Netzwerkarbeit
9. Risikomanagement
9.1 Risikofaktoren und Schutzfaktoren
9.2 KURS
9.3 Krisenintervention nach § 67 h StGB
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der forensischen Sozialarbeit bei der Resozialisierung pädophiler Straftäter im Maßregelvollzug in Nordrhein-Westfalen, mit einem besonderen Fokus darauf, wie sich die Verhältnismäßigkeitserledigung auf diesen Prozess auswirkt.
3. Typologie für pädosexuelle Täter nach Knight und Prentky
Tätertypen können als Grundlage für die Beurteilung von Bestrafung, Prävention, Rückfallrisikobewertung und Behandlung dienen, aber auch dazu beitragen, das Problembewusstsein zu schärfen, indem jede Untergruppe mit spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen und Motiven definiert wird. Hierdurch wird deutlich, dass es sich um unterschiedliche Täterprofile handelt, die individuelle Rückfallrisiken sowie Ressourcen und Möglichkeiten zur Veränderung mit sich bringen. Jeder Handlungsbereich erfordert eine andere Einordnung. Beispielsweise eignen sich einige Systeme zur Rückfallprognose, während eine auf psychische Störungen fokussierte Typologie als Grundlage für die Behandlungsplanung dienen kann. Kein Klassifizierungssystem ist für alle Anwendungen geeignet (Heyden & Jarosch, 2010, S. 41).
Es liegen mehrere Klassifikationssysteme vor, die teilweise ätiologische Überlegungen aufgreifen. Im Folgenden wird einer der einflussreichsten und am häufigsten diskutierten Typisierungsansätze in der Forschung beschrieben (Niemeczek, 2015, S. 87).
Raymond A. Knight und Robert Alan Prentky veröffentlichten in ihrer Arbeit „A System of Classification of Child Molesters“ ein Klassifikationsmodell für pädophile Täter. Die Klassifizierung basiert auf 177 Straftätern, die wegen Kindesmissbrauchs verurteilt und in einem Behandlungszentrum in Massachusetts behandelt wurden – basierend auf innerhalb der Behandlungszentren erhobenen Daten, wie klinischen Daten, Verhaltensbeobachtungen, Behandlungsberichten, Untersuchungsergebnissen, Gutachten, sowie externen Daten, wie Schul- und Arbeitszeugnissen, Polizeiakten, Gerichtsakten, Führungszeugnis (Knight, Carter & Prentky, 1989, S. 5 f.).
1. Pädophilie: Definition und Differenzierung pädophiler Orientierungen, inklusive ätiologischer Theorien und komorbider Störungen.
2. Pädophilie in den klinischen Klassifikationssystemen ICD-10 und DSM-5: Erläuterung der diagnostischen Kriterien gemäß der internationalen Klassifikationssysteme.
3. Typologie für pädosexuelle Täter nach Knight und Prentky: Vorstellung des Klassifikationsmodells, das Täter anhand von Fixierung und Kontakthäufigkeit kategorisiert.
4. Resozialisierung von pädophilen Untergebrachten aus dem Maßregelvollzug: Untersuchung des Resozialisierungskonzepts, rechtlicher Grundlagen und des Maßregelvollzugs.
5. Die Verhältnismäßigkeitserledigung und ihre Auswirkung auf die Praxis: Analyse der Auswirkungen rechtlicher Erledigungsentscheidungen auf die forensische Nachsorge.
6. Behandlungsansätze für Patienten mit einer pädophilen Störung im Maßregelvollzug: Vorstellung rehabilitativer Modelle wie RNR und GLM sowie Ansätze wie CoSa.
7. Soziale Arbeit im Maßregelvollzug: Analyse des spezifischen Tätigkeitsfeldes und der professionellen Rolle der Sozialarbeit.
8. Die forensische Nachsorgeambulanz: Darstellung der Methoden, insbesondere Case-Management und Netzwerkarbeit.
9. Risikomanagement: Fokus auf Gefährdungsbeurteilungen, Schutzfaktoren, das KURS-Modell und Kriseninterventionen nach § 67 h StGB.
Forensische Sozialarbeit, Maßregelvollzug, Pädophilie, Resozialisierung, Verhältnismäßigkeitserledigung, Rückfallrisiko, Case-Management, Nachsorgeambulanz, Risikomanagement, KURS, Good-Lives-Modell, Risk-Need-Responsivity-Modell, Sexualstraftäter, § 63 StGB, Netzwerkarbeit
Die Bachelorthesis befasst sich mit den Herausforderungen der forensischen Sozialarbeit bei der Resozialisierung pädophiler Straftäter, die im Maßregelvollzug untergebracht sind.
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen des Maßregelvollzugs, die Auswirkungen der Verhältnismäßigkeitserledigung auf die Praxis sowie therapeutische und sozialarbeiterische Interventionsmöglichkeiten.
Das Ziel ist es, den Einfluss der Verhältnismäßigkeitserledigung auf den Resozialisierungsprozess pädophiler Patienten zu analysieren und Konsequenzen für die forensische Sozialarbeit aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse, Klassifikationsmodelle (wie das von Knight und Prentky) und rehabilitative Ansätze (wie RNR und GLM) systematisch zusammenführt und bewertet.
Der Hauptteil behandelt die Diagnostik von Pädophilie, Typologien von Straftätern, die rechtliche Situation im Maßregelvollzug nach aktuellen Gesetzesänderungen sowie spezifische Nachsorgemethoden wie Case-Management.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen forensische Sozialarbeit, Resozialisierung, Maßregelvollzug, Verhältnismäßigkeitserledigung, Rückfallrisiko und Risikomanagement.
Sie führt oft dazu, dass Behandlungen nicht erfolgreich abgeschlossen werden können und die Patienten entlassen werden müssen, obwohl eine ungünstige Legalprognose besteht, was die Nachsorge vor große Herausforderungen stellt.
Das KURS-Modell wird als Sicherheitskonzept zur Optimierung des Informationsaustausches zwischen Polizei und Justiz bei rückfallgefährdeten Sexualstraftätern nach der Entlassung beschrieben.
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