Diplomarbeit, 2008
120 Seiten, Note: 2,0
1 Problemstellung
2 Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen
2.1 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren: Wesen und Konzeption
2.1.1 Definitorische Abgrenzung von Leistungsindikatoren
2.1.2 Konzeption von nichtfinanziellen Leistungsindikatoren
2.2 Grundlagen der Unternehmenspublizität
2.2.1 Wertorientierte Unternehmensführung als Bezugsrahmen für die Ausgestaltung der Unternehmenspublizität
2.2.2 Bestandteile und Aufgaben der Unternehmenspublizität
2.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren und Lageberichterstattung aus informationsökonomischer Sicht
2.3.1 Neoklassik und die Kapitalmarkteffizienzhypothese
2.3.2 Neoinstitutionalismus und Informationsasymmetrie
2.3.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren als Instrument zum Abbau von Informationsasymmetrien
2.4 Kapitalmarktrelevanz als Qualitätsmaß der Berichterstattung
3 Stellenwert der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren in der Lageberichterstattung
3.1 Grundlagen der Lageberichterstattung
3.1.1 Aufstellung und Prüfung des Lageberichts
3.1.2 Zielsetzung der Lageberichterstattung
3.1.3 Überblick über inhaltliche Anforderungen an Lageberichterstattung
3.1.4 Grundsätze der Lageberichterstattung
3.2 Darstellungsmöglichkeiten nichtfinanzieller Leistungsindikatoren
3.2.1 Überblick
3.2.2 Skandia Navigator
3.2.3 Strategic Advantage Reporting
3.3 Nutzenaspekte der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren in der Lageberichterstattung
3.3.1 Reduzierung der Diskrepanz zwischen dem Börsenwert und dem inneren Unternehmenswert
3.3.2 Steigerung des inneren Unternehmenswertes
3.3.3 Verbesserung der Corporate Governance
4 Bedeutung nichtfinanzieller Informationen in der Berichterstattung
4.1 Anforderungen an Inhalt der nichtfinanziellen Berichterstattung aus Adressaten- und Unternehemenssicht
4.1.1 Kunden- bzw. absatzmarktbezogene Angaben
4.1.2 Zulieferer- bzw. beschaffungsmarktbezogene Informationen
4.1.3 Mitarbeiter- und managementbezogene Informationen
4.1.4 Prozess- und innovationsbezogene Informationen
4.1.5 Unternehmensstrategische sowie umfeldbezogene Informationen
4.1.6 Gesamtbetrachtung der inhaltlichen Anforderungen an nichtfinanzielle Berichterstattung
4.2 Kapitalmarktrelevanz als operationalisierte Anforderung an nichtfinanzielle Informationen
4.2.1 Überblick
4.2.2 Kapitalmarktrelevanz von unternehmensstrategischen Informationen
4.3 Problemkreise der Offenlegung von nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Lagebericht
5 Thesenförmige Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht den Aussagegehalt und Stellenwert nichtfinanzieller Leistungsindikatoren im (Konzern-)Lagebericht vor dem Hintergrund der Reformen durch das BilReG. Zentrale Forschungsfrage ist, wie diese Indikatoren zur Verbesserung der Unternehmenspublizität, zur Reduzierung von Informationsasymmetrien und zur Steigerung des Unternehmenswerts beitragen können.
2.1.1 Definitorische Abgrenzung von Leistungsindikatoren
Indikatoren gelten als „Anzeiger“ für nicht direkt beobachtbare Ereignisse/Entwicklungen, indem sie ursprünglich gemeinte, unmittelbar aber nicht wahrnehmbare Phänomene anzeigen und damit Hilfsgrößen sind, die Vorgänge/Prozesse sichtbar machen. Der Identifikationsprozess der Indikatoren erfolgt im Spannungsfeld zwischen den theoretisch-fundierten Methoden und pragmatisch intuitiver Vorgehensweise. Im ersten Zusammenhang treten Modelle über kausale Beziehungen zwischen einzelnen Variablen des Umfeldes des Unternehmens und Variablen der Unternehmen oder über Wirkungen von Handlungsmöglichkeiten auf die Zielerreichung der Unternehmen hervor. Gesucht werden hier möglichst stabile Kausalzusammenhänge sog. „Wenn-Dann-Beziehungen“.
Im zweiten Zusammenhang, da wo die Theorie an ihre Grenzen trifft, werden Intuition und Erfahrungswissen des Managements hinterfragt, daran schließt sich der Einsatz der Kreativitätstechniken. Auf deren Basis können Indikator-Ideen generiert und diese dann unterschiedlichen Relevanztests unterzogen werden. Bei der Suche nach (einzelnen) Indikatoren sollen auch Verkettungen und Vernetzungen zwischen einzelnen Indikatoren oder Indikatorenbündeln ermittelt werden. Zu Grunde liegt die erkannte Notwendigkeit, jeweilige Indikatoren nicht isoliert und beziehungslos zu übrigen Indikatoren zu betrachten, sondern sich gerade über die Ermittlung logischer Kausalketten dichter an die Anzeigen für Ursachen latent vorhandener Entwicklungen heranzuarbeiten.
Von Nachteil ist die ausschließliche Betrachtung von Indikatorketten, die zwar ein statisches Strukturdenken fördert, das von klaren Regeln, Werten und Normen ausgeht und zu stark vereinfachende Gesetzmäßigkeiten unterstellt, gefordert wird aber ein dynamisches Strukturdenken. Eine weitere mögliche Technik zur ganzheitlichen Betrachtung der Indikatoren, mit deren Hilfe der komplexe Inhalt bestimmter Ereignisse/Entwicklungen sich per Indikatoren operationalisieren lässt, ist die sog. „Dimensionale Analyse“. Dabei wird das zu überwachende Objekt schrittweise in die ihn zu determinierenden Komponenten zerlegt, für die danach einzelnen Indikatoren benannt werden können. Da die Komponenten durch mehrere Indikatoren untereinander verbunden sind, entsteht ein Verknüpfungsnetz, das an seinen Knoten anhand der Indikatoren den Handlungsbedarf signalisieren kann.
1 Problemstellung: Einführung in die gesetzlichen Reformen der Lageberichterstattung durch das BilReG und die Notwendigkeit einer verbesserten Kommunikation nichtfinanzieller Leistungsindikatoren.
2 Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen: Erläuterung der Konzepte nichtfinanzieller Leistungsindikatoren, der Unternehmenspublizität sowie informationsökonomischer Ansätze zur Begründung von Offenlegungspflichten.
3 Stellenwert der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren in der Lageberichterstattung: Analyse der gesetzlichen Anforderungen, Darstellungsmöglichkeiten (wie Skandia Navigator) und der Nutzen für die wertorientierte Berichterstattung.
4 Bedeutung nichtfinanzieller Informationen in der Berichterstattung: Empirische Untersuchung der Relevanz verschiedener Berichtskategorien aus Sicht von Adressaten und Unternehmen sowie Diskussion der Kapitalmarktrelevanz.
5 Thesenförmige Zusammenfassung: Synthese der Kernergebnisse bezüglich der gesetzlichen Neuausrichtung und der Bedeutung für die zukünftige Unternehmenssteuerung.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, Lagebericht, BilReG, Unternehmenspublizität, Value Reporting, Wertorientierte Unternehmensführung, Informationsasymmetrie, Kapitalmarktrelevanz, Business Reporting, Immaterielle Werte, Corporate Governance, Stakeholder, Shareholder Value, Balanced Scorecard, Skandia Navigator
Die Arbeit analysiert die Rolle nichtfinanzieller Leistungsindikatoren im Lagebericht und wie diese Informationen zur Erhöhung der Transparenz und Unternehmensbewertung beitragen.
Die Schwerpunkte liegen auf der wertorientierten Unternehmensführung, der Informationsökonomik, der empirischen Bilanzforschung und der praktischen Anwendung von Berichtskonzepten.
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Notwendigkeit der Offenlegung nichtfinanzieller Kennzahlen im Lagebericht zu begründen und zu hinterfragen, wie diese den Informationsgehalt für Kapitalmarktteilnehmer verbessern.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Studien zur Relevanz bestimmter Informationen aus Adressaten- und Unternehmenssicht.
Der Hauptteil befasst sich mit den gesetzlichen Grundlagen, den verschiedenen Methoden der Indikatorenerfassung, dem Nutzen für die Corporate Governance und der empirischen Untersuchung zur Relevanz verschiedener Berichtskategorien.
Die wichtigsten Begriffe sind Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, Value Reporting, Lagebericht, Kapitalmarktrelevanz und wertorientierte Unternehmensführung.
Das BilReG hat durch die explizite Forderung nach der Berichterstattung über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren eine neue Ära der Lageberichterstattung eingeleitet, die im Fokus dieser Analyse steht.
Während der Jahresabschluss primär vergangenheitsorientiert ist und strengen GoB-Vorschriften unterliegt, erlaubt der Lagebericht zukunftsorientierte Einschätzungen und eine subjektive Sicht der Unternehmensleitung zur besseren Strategiekommunikation.
Es beschreibt den Widerspruch, dass es einerseits bei vollkommener Markteffizienz keinen Nutzen durch Datenbeschaffung gibt, andererseits aber genau diese Informationen erst die Markteffizienz ermöglichen.
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