Bachelorarbeit, 2022
39 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Simon-Effekt
2.2 Sozialer Simon-Effekt bzw. Joint Simon Effekt
2.3 Theorie der Ereigniskodierung
2.4 Referential-Coding-Hypothese
2.5 Konzept der Intentionalität
2.6 Sense-of-Agency
2.7 Verhältnis von Intentionalität zur Agency im Rahmen des JSE
2.8 Hypothesen
3. Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Versuchsdesign
3.3 Material
3.4 Durchführung
4. Ergebnisse
4.1 Vorbereitende Analysen
4.2 Hypothesenprüfung
4.3 Manipulationscheck
5. Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Interpretation der Ergebnisse
5.3 Limitationen
5.4 Implikationen für Theorie und Praxis
Die Arbeit untersucht in einem Online-Experiment den Einfluss der wahrgenommenen Intentionalität auf das gemeinsame Handeln mit digitalen Agenten, basierend auf dem Joint-Simon-Effekt (JSE). Dabei wird erforscht, ob die Zuschreibung von Intentionalität gegenüber einem Ko-Akteur (Mensch vs. Computer) und dessen visuelle Darstellung (Avatar als Roboter vs. Mensch) die Ko-Repräsentation von Handlungen moduliert.
2.1 Simon-Effekt
Bei der Standard-Simon-Aufgabe (SST) führen die Teilnehmer typischerweise räumlich definierte Reaktionen (z. B. linkes und rechtes Tastendrücken) auf Reize, wie auditive (Tonhöhe) oder visuelle (Formen oder Farbe) aus, die zufällig auf der linken oder rechten Seite erscheinen (Simon & Rudell, 1967). So werden die Teilnehmer beispielsweise aufgefordert, die rechte Taste zu drücken, wenn sie einen hohen Ton wahrnehmen, und die linke Taste, wenn sie einen tiefen Ton hören. Obwohl der Ort des Stimulus bei dieser Aufgabe nicht relevant ist, sind die Reaktionen regelmäßig schneller, wenn sie räumlich mit dem Stimulus übereinstimmen, der sie signalisiert. Dieses typische Reaktionsmuster und die daraus resultierende Abweichung in der Reaktionszeit wird nach seinem Entdecker als Simon-Effekt (SE) bezeichnet (Simon & Rudell, 1967).
Theoretische Modelle für das Auftreten des SE gehen zum Teil davon aus, dass die räumliche Paarung von Stimulus und Reaktion die Ausführung der Reaktion erleichtert, weil sie direkt miteinander verbunden sind (De Jong et al., 1994; Kornblum et al., 1990). Gründe hierfür sind, dass gleiche Codes für die Repräsentation der Positionen genutzt werden (Hommel, 1993; Hommel et al., 2001) oder die Aufmerksamkeitsverschiebungen als Reaktion auf seitlich verlagerte Stimuluspräsentation, auf räumlich korrespondierende Aktionen primen (Nicoletti & Umilta, 1989, 1994). Im Allgemeinen verschwindet dieser Effekt, wenn ein Akteur auf nur einen der beiden Reize reagiert, was die Aufgabe zu einer ‚Go-no-go-Aufgabe‘ macht (Hommel, 1996). Eine mögliche Erklärung hierfür könnte sein, dass nur eine einzelne Handlung mit einem einzelnen Reiz verbunden wird und somit keine Handlungsalternative aktiviert wird (Kornblum et al., 1990). Auch wird die Ansicht vertreten, dass bei ausschließlich einseitiger Reaktion die Interferenz, die sonst durch konkurrierende Antworttendenzen erzeugt wird, nicht gegeben ist (Liepelt et al., 2011).
1. Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Relevanz von Kooperationen mit digitalen Akteuren und führt in die theoretische Fragestellung der intentionalen Handlungssteuerung ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Es werden zentrale Konzepte wie der Simon-Effekt, die Theorie der Ereigniskodierung und die Bedeutung von Intentionalität und Agency für geteilte Handlungsrepräsentationen theoretisch verortet.
3. Methode: Hier werden die Stichprobe, das experimentelle Design sowie die Durchführung des Online-Experiments und die eingesetzte Glaubensmanipulation detailliert beschrieben.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten mittels ANOVA, inklusive der Prüfung auf Hypothesenkonformität und der Durchführung des Manipulationschecks.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, in den Kontext bestehender Forschung gestellt, Grenzen der Studie (Limitationen) definiert und Implikationen für die künftige Mensch-Maschine-Interaktion abgeleitet.
Joint-Simon-Effekt, Intentionalität, Avatar, Mensch-Computer-Interaktion, Agency, Kognitive Psychologie, Handlungsrepräsentation, Online-Experiment, Top-Down-Modulation, Bottom-Up-Prozesse, Ko-Akteur, Reaktionszeiten, Virtuelle Interaktion, Aufgaben-Koordination, Künstliche Systeme.
Die Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Intentionalität auf das gemeinsame Handeln mit digitalen Agenten im Rahmen einer Joint-Simon-Aufgabe.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Mensch-Computer-Interaktion, die psychologischen Mechanismen der Handlungsrepräsentation und die Bedeutung von Intentionalitätszuschreibungen.
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die Wahrnehmung eines als intentional handelnd angesehenen Ko-Akteurs einen stärkeren Joint-Simon-Effekt induziert als bei einem als nicht intentional handelnden Computer.
Es wurde ein Online-Experiment mit gemischtem Design (Between- und Within-Subjekt-Faktoren) durchgeführt, dessen Ergebnisse mittels einer 3-faktoriellen ANOVA mit Messwiederholung analysiert wurden.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen, die detaillierte Beschreibung des Versuchsaufbaus und der Materialnutzung sowie die Ergebnisanalyse und deren Diskussion.
Wichtige Begriffe sind Joint-Simon-Effekt, Intentionalität, Agency, Avatar und Mensch-Computer-Interaktion.
Die „Gaminglobby“ diente als Glaubensmanipulation, um den Versuchspersonen vorzutäuschen, dass sie entweder mit einer echten Person oder einem Computer interagieren.
Entgegen der Hypothesen konnte kein signifikanter Einfluss der wahrgenommenen Intentionalität oder des Aussehens des Avatars auf das Ausmaß des Joint-Simon-Effekts nachgewiesen werden.
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