Masterarbeit, 2008
116 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
1.1 Forschungsgebiet
1.2 Forschungsfragen
1.3 Gliederung der Arbeit und Hypothesen
2 Grundlagen
2.1 Kulturbegriff
2.2 Zentralität von Kultur
2.3 Identitätsbegriff
2.3.1 Kulturelle Identität
2.3.2 Europäische Identitätsbildung
2.3.3 Schutz kultureller Vielfalt
2.4 Linguistische Relativitätstheorie
3 Interkulturelle Kompetenz – ein theoretischer Rahmen
3.1 Philosophie der Interkulturalität
3.1.1 Ethnozentrismus und Kulturelle Identität
3.1.2 Interkulturelle Hermeneutik
3.1.3 Kulturalität und Universalismus
3.1.4 Kommensurabilität und Inkommensurabilität
3.1.5 Kulturelle Pluralismus
3.2 Transkulturalität
3.3 Diskursive Interkultur
3.4 Darstellungsweisen von interkultureller Kompetenz
4 Interkulturelle Bildung im Kontext bundesdeutscher Kulturpolitik
4.1 Deutsche Innen-und Außenkulturpolitik
4.1.1 Kulturpolitikbegriff
4.1.2 Kulturpolitische Ebenen und Akteure in Deutschland
4.1.3 Interkulturelle Bildung
4.1.3.1 Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission Kultur in Deutschland
4.1.3.2 Fazit zur nachhaltigen Entwicklung von interkultureller Kompetenz
4.2 Interkultureller Dialog
4.2.1 Fremdheitswissen als Basis auswärtiger Kulturpolitik
4.2.2 Nachhaltigkeit durch gemeinschaftliche Kulturpolitik
4.2.3 Interkulturelle Kompetenz als Grundlage für die Umsetzung auswärtiger Kulturpolitik
5 Interkulturelle Bildung durch das Mehrsprachigkeitskonzept
5.1 Europäische Sprachenpolitik im 21. Jahrhundert
5.1.1 Mehrsprachigkeitsstrategie der EU- Kommission
5.1.2 Sprachpolitische Ziele in Europa
5.2. Zwischenfazit Nachhaltigkeit durch Mehrsprachigkeit
5.2.1 Sprache als schützenswertes Gut
5.2.2 Sprachenpolitik als Basis für einen interkulturellen Dialog
5.2.3 Notwendigkeit einer Verkehrssprache
6 Schlussfolgerungen
6.1 Interkulturelle Bildung als Desiderat in der bundesdeutschen Kulturpolitik
6.2 Interkulturelle Kompetenz als Chance für eine multikulturelle Gesellschaft
6.3 Interkulturelle Kommunikationswissenschaft als Grundlage reflektierter Kulturpolitik
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle interkultureller Kompetenz innerhalb der deutschen Kulturpolitik. Ziel ist es, Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Entwicklung interkultureller Bildung zu beleuchten, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, wie kulturpolitische Akteure auf Bundesebene interkulturelle Konzepte in einer zunehmend globalisierten und multiethnischen Gesellschaft implementieren können.
1.1 Forschungsgebiet
Die vorliegende Arbeit ist von der interdisziplinären Idee der Kulturwissenschaften geprägt. An der Schnittstelle von interkultureller Forschung, Philosophie, Linguistik und Politik wird die Frage behandelt, wie die Kulturpolitik in Deutschland Rahmenbedingungen setzt, um die Entwicklung von interkultureller Kompetenz zu fördern. Erst Bachmann-Medick postulierte in der 2007 erschienen Publikation „Cultural Turns. Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften.“ eine methodische Pluralisierung der Forschungseinstellung der Kulturwissenschaften. In diesem Sinne versteht sich die im Plural verstandene Idee „Kulturwissenschaften“ als ein Dachbegriff vieler Einzeldisziplinen, die nicht nebeneinander existieren, sondern im Dialog miteinander stehen und gegenseitig Bezug nehmen. Damit steht das Konzept der Kulturwissenschaften für den interdisziplinären Charakter verschiedener Wissenschaften, die einen gemeinsamen Bezugspunkt, die Kultur, besitzen. Schließlich spricht ein interdisziplinäres Arbeiten auch immer für etwas Innovatives. Bachmann-Medick stellt fest, dass eine grenzüberschreitende Perspektive für ein anderes Konzept von Kulturwissenschaften spricht.
„Dieses ist von vornherein disziplinenübergreifend angelegt, und zwar bereits in den Ausgangsfächern selbst und dort ausdrücklich mit disziplinären Kompetenzen verschränkt[…]lebendig gehalten wird dagegen das Projekt der Kulturwissenschaften erst dann, wenn es sich über den diffusen Gesamtanspruch einer im Singular verstandenen Kulturwissenschaft hinaus profiliert: als eine ausdrücklich fächerüberspannende Orientierung, deren Verankerung in den verschiedenen Disziplinen unverzichtbar ist.“ (Bachmann-Medick 2007: 11f.)
Bachmann Medick (2007, 45) behauptet, dass in einer globalisierten Welt die interkulturelle Auseinandersetzung immer mehr zum Ausgangspunkt für die Entwicklung kulturwissenschaftlicher Theorieansätze und Forschungsperspektiven wird. Grundbegriffe aus den Geistes-und Sozialwissenschaften, die in diesem Kontext erneut in Frage gestellt werden, um interkulturell bedingte Probleme zu bewältigen sind u.a Kultur, Identität, Fremdheit, Interkulturalität, Selbst-und Fremdverstehen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Forschungsfeld der interkulturellen Kompetenz innerhalb der deutschen Kulturpolitik ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage sowie die Hypothesen der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Kulturbegriff, Identitätsbegriff und linguistische Relativitätstheorie definiert, um das theoretische Fundament für die weiteren Analysen zu legen.
3 Interkulturelle Kompetenz – ein theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel bettet das Thema in einen philosophischen Rahmen ein und diskutiert Ansätze zur Interkulturalität, wie etwa Transkulturalität und diskursive Interkultur.
4 Interkulturelle Bildung im Kontext bundesdeutscher Kulturpolitik: Der Fokus liegt hier auf der Analyse der deutschen Kulturpolitik und wie diese interkulturelle Bildung fördert, inklusive spezifischer Handlungsempfehlungen für die Praxis.
5 Interkulturelle Bildung durch das Mehrsprachigkeitskonzept: Dieses Kapitel untersucht die europäische Sprachenpolitik und zeigt auf, wie Mehrsprachigkeit als Instrument für den interkulturellen Dialog und gesellschaftliche Kohäsion fungieren kann.
6 Schlussfolgerungen: Die Arbeit fasst ihre Ergebnisse zusammen und präsentiert drei zentrale Thesen: Interkulturelle Bildung als Desiderat, interkulturelle Kompetenz als gesellschaftliche Chance und die Kommunikationswissenschaft als Basis reflektierter Politik.
Interkulturelle Kompetenz, Kulturpolitik, Interkulturelle Bildung, Mehrsprachigkeit, Kulturelle Identität, Transkulturalität, Interkultureller Dialog, Linguistische Relativitätstheorie, Diskursive Interkultur, Nachhaltigkeit, Gesellschaftliche Kohäsion, UNESCO, Sprachpolitik, Fremdheitswissen, Kulturwissenschaften
Die Arbeit analysiert die Bedeutung von interkultureller Kompetenz für die deutsche Kulturpolitik im 21. Jahrhundert und hinterfragt, wie nachhaltige Rahmenbedingungen für eine pluralistische Gesellschaft geschaffen werden können.
Zu den zentralen Themen zählen die Kultur- und Identitätsdebatten, die Bedeutung von Sprache und Mehrsprachigkeit, die europäische Sprachenpolitik sowie die praktische Umsetzung interkultureller Bildungskonzepte durch politische Akteure.
Die Untersuchung geht der Frage nach, wie die deutsche Kulturpolitik auf Bundesebene Rahmenbedingungen definieren und umsetzen kann, die eine nachhaltige Entwicklung interkultureller Kompetenz fördern.
Die Arbeit stützt sich auf einen interdisziplinären Ansatz, der kulturwissenschaftliche Theorieanalysen mit diskursiven Analysen kulturpolitischer Dokumente (insbesondere der Enquete-Kommission) und sprachphilosophischer Konzepte kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Grundlagen und Rahmenkonzepte), die Analyse der deutschen Kulturpolitik und die Untersuchung der europäischen Sprachenpolitik im Kontext der Mehrsprachigkeit.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Interkulturelle Kompetenz, Kulturpolitik, Mehrsprachigkeit, Kulturelle Identität und den Diskurs über nachhaltige Gesellschaftsentwicklung charakterisiert.
Sie betont, dass Sprachenvielfalt als schützenswertes Gut angesehen werden muss und dass Sprachkenntnisse eine wesentliche Voraussetzung für das tiefgreifende Verständnis fremder Kulturen und die Vermeidung von Missverständnissen darstellen.
Der Begriff beschreibt Kultur als verbindendes Element, das durch die Anerkennung von Differenzen Normalität und Kohäsion in einer multiethnischen Gesellschaft erzeugt, anstatt durch Homogenisierungszwang Konflikte zu provozieren.
Die Handlungsempfehlungen der Kommission werden als essenzielle Grundlage für kulturpolitische Gestaltungsideen der Länder gewertet, wobei die Umsetzung auf lokaler Ebene als noch zu wenig gefördert kritisiert wird.
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