Diplomarbeit, 2004
107 Seiten, Note: 2.0
1 Einleitung
2 Begriffliche Abgrenzungen
2.1 Finanzinstrumente
2.2 Risiko
2.3 Hedging
3 Aufbau des Standards, Kategorisierung und Bewertung von Finanzinstrumenten
3.1 Aufbau des Standards
3.2 Kategorisierung von Finanzinstrumenten
3.3 Bewertung von Finanzinstrumenten
4 Hedge Accounting und Portfolio Hedge Accounting für Zinsrisiken
4.1 Funktion des Hedge Accounting
4.2 Effektivität
4.3 Hedging Instrumente
4.4 Hedging Gegenstände
4.5 Arten des Hedge Accounting
4.5.1 Fair Value Hedge
4.5.2 Cash Flow Hedge
4.6 Portfolio Hedge Accounting für Zinsrisiken
4.6.1 Vorbemerkung
4.6.2 Das neunstufige Modell
5 Kritische Würdigung des Portfolio Hedge Accounting
5.1 Zielsetzungen der kritischen Würdigung
5.2 Qualitative Anforderungen an den Abschluss
5.3 Gesetz und Praxis: problemlose Abbildung praxisüblicher Zinsrisikomanagementmethoden in der Bilanz?
5.3.1 Core Deposits
5.3.2 Interne Geschäfte
5.3.3 Laufzeitbänder und Effektivität
5.4 Beurteilung der Fair Value Option als Alternative zum Mixed Model
6 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung und die praktischen Implikationen des Portfolio Hedge Accounting für Zinsrisiken nach IAS 39. Im Fokus steht dabei die kritische Auseinandersetzung mit der Bilanzierungspraxis unter Berücksichtigung bankenspezifischer Risikomanagementmethoden, insbesondere im Hinblick auf die Eignung der Fair Value Option als alternative Lösung.
4.6.2 Das neunstufige Modell
Das Portfolio Hedge Accounting umfasst neun Phasen, die in Abb. 10 dargestellt sind und im Folgenden erläutert werden.
a) Festlegung eines Portfolios festverzinslicher Geschäfte
Das Portfolio kann entweder nur Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten oder beides, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, enthalten. Es dürfen auch mehrere Portfolien identifiziert werden, für die der Ablauf separat durchzuführen ist.
b) Allokation der Geschäfte auf Laufzeitbänder
Das zu sichernde Portfolio ist auf Laufzeitbänder zu verteilen. Die Verteilung erfolgt unter Maßgabe erwarteter Fälligkeiten oder, wenn sie früher anfallen, nach den nächsten Zinsanpassungsterminen. Die erwarteten Fälligkeiten werden auf Basis von Erfahrungswerten und weiteren verfügbaren Informationen geschätzt. Sie beinhalten besonders Erwartungen über die vorzeitige Rückzahlung, die Zinssätze und deren Interaktion. Es können sowohl Nominalbeträge, als auch die erwarteten Cash Flows verteilt werden. Die Aufteilung auf die Laufzeitbänder ist derart vorzunehmen, dass nach der Aufteilung die Finanzinstrumente eines Bandes ein ähnliches Risikoprofil aufzeigen. Des Weiteren sind die Aufteilungen regelmäßig einer Prüfung zu unterziehen und ggf. anzupassen.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Hintergrund zur Einführung des Portfolio Hedge Accounting für Zinsrisiken durch das IASB und die daraus resultierende Kritik, insbesondere seitens der Banken und der EZB.
2 Begriffliche Abgrenzungen: In diesem Kapitel werden die grundlegenden Definitionen für Finanzinstrumente, Risikoarten und Hedging-Strategien dargelegt, die für das Verständnis der weiteren Arbeit erforderlich sind.
3 Aufbau des Standards, Kategorisierung und Bewertung von Finanzinstrumenten: Dieses Kapitel beschreibt den Aufbau von IAS 39 sowie die Regeln zur Kategorisierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, einschließlich der Neuerung der Fair Value Option.
4 Hedge Accounting und Portfolio Hedge Accounting für Zinsrisiken: Hier werden die Funktionsweise des Hedge Accounting, die Anforderungen an die Effektivität und das spezielle neunstufige Modell für das Portfolio Hedge Accounting detailliert dargestellt.
5 Kritische Würdigung des Portfolio Hedge Accounting: Das Kernkapitel analysiert kritisch die Umsetzbarkeit der Standardvorgaben anhand von Praxisbeispielen, Laufzeitbändern und dem Umgang mit Core Deposits sowie internen Geschäften.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Abschlusskapitel fasst die zentralen Ergebnisse thesenförmig zusammen und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Rechnungslegungsvorschriften für Banken.
IAS 39, Portfolio Hedge Accounting, Zinsrisiken, Finanzinstrumente, Fair Value Option, Effektivität, Core Deposits, Laufzeitbänder, Risikomanagement, Bilanzierung, Banken, Fristentransformation, Marktwertrisiko, Hedge Ratio, Mixed Model
Die Arbeit analysiert die Regelungen zum Portfolio Hedge Accounting für Zinsrisiken nach IAS 39 und setzt sich kritisch mit deren Anwendung in der Bankenpraxis auseinander.
Die Schwerpunkte liegen auf der Kategorisierung von Finanzinstrumenten, den methodischen Anforderungen an das Hedge Accounting und der kritischen Würdigung der Abbildung banküblicher Risikosteuerungsverfahren in der Bilanz.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit IAS 39 in der Lage ist, praxisübliche Methoden zur Messung und Absicherung von Zinsrisiken in das externe Rechnungswesen zu integrieren, ohne dabei bewährte Managementstrukturen zu gefährden.
Die Arbeit folgt einem analytischen und normativen Ansatz, bei dem bestehende Bilanzierungsregeln den qualitativen Anforderungen an den Abschluss gegenübergestellt und vor dem Hintergrund ökonomischer Realitäten kritisch hinterfragt werden.
Im Hauptteil werden das neunstufige Modell des Portfolio Hedge Accounting detailliert erklärt und die viel diskutierten Problemfelder wie Core Deposits, interne Geschäfte sowie die Wahl der Effektivitätsmessmethode kritisch gewürdigt.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie IAS 39, Portfolio Hedge Accounting, Zinsrisiken, Core Deposits, Fair Value Option und Risikomanagement charakterisiert.
Core Deposits sind für Banken essenziell für die Kreditfinanzierung. Da IAS 39 deren Einbeziehung in ein Portfolio-Hedge einschränkt, stellt die Arbeit in Frage, ob der Standard hier die ökonomische Realität ausreichend abbildet.
Die Arbeit sieht die Fair Value Option als eine sinnvolle und oft leichter zu handhabende Alternative zum komplexen Mixed-Model-Ansatz und plädiert dafür, diese Option nicht durch restriktive neue Bedingungen einzuschränken.
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