Bachelorarbeit, 2017
81 Seiten, Note: 1,7
1. Asperger-Syndrom im autistischen Spektrum
1.1. Diagnostische Kriterien nach ICD-10
1.2. Epidemiologie, Ätiologie und neuropsychologische Modelle
1.3. Prognose und Therapie
2. Geschichtlicher Abriss und Hintergrund
3. Berufliche Situation von Menschen mit Asperger-Syndrom
3.1. Aktuelle Beschäftigungslage
3.2. Ursachen unzureichender Beschäftigung
3.3. Folgen der unzureichenden Beschäftigung
4. Chancen und Grenzen der Inklusion von Menschen mit Asperger-Syndrom in eine wettbewerbsfähige Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
4.1. Schwächen/Herausforderungen von Menschen mit Asperger-Syndrom
4.2. Stärken von Menschen mit Asperger-Syndrom
4.3. Optionen in Tätigkeiten und Arbeitsbereichen
4.4. Assessment, Profiling und Job-Matching in der beruflichen Rehabilitation
4.5. Optionen der Arbeitsplatzgestaltung und Räumlichkeiten
4.6. Optionen in der Arbeitsorganisation
4.7. Soziale Trainingsmaßnahmen
4.8. Personelle Unterstützung am Arbeitsplatz
5. Chancen und Grenzen der Inklusion von Menschen mit Asperger-Syndrom in eine wettbewerbsfähige Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt am Beispiel von der auticon GmbH
5.1. Durchführungsbeschreibung
5.2. Stichprobenbeschreibung
5.3. Ergebnisse des Experteninterviews mit zwei Job-Coaches der auticon GmbH
5.3.1. Einstellungsprozess und Anforderungen an Mitarbeiter mit ASS
5.3.2. Arbeitsplatzgestaltung
5.3.3. Arbeitsorganisation
5.3.4. Personelle Unterstützung am Arbeitsplatz
5.3.5. Kundenzufriedenheit
5.3.6. Finanzierung und Unterstützung
5.3.7. Aufklärungsarbeit und Empfehlung an andere Unternehmen
6. Diskussion
7. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Chancen und Grenzen einer inklusiven Beschäftigung von Menschen mit Asperger-Syndrom auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie bestehende Barrieren und Vorbehalte durch gezielte Arbeitsgestaltungsansätze sowie die Unterstützung von Institutionen überwunden werden können, um das vorhandene Potenzial autistischer Menschen für den Arbeitsmarkt nutzbar zu machen.
4.1. Schwächen/Herausforderungen von Menschen mit Asperger-Syndrom
Bei der Inklusion von Menschen mit Asperger-Syndrom in den allgemeinen Arbeitsmarkt gibt es verschiedene Faktoren, welche die nachhaltige Eingliederung in den Arbeitsmarkt erschweren können. Diese werden im Folgenden erläutert.
Durch die qualitative Beeinträchtigung der sozialen Kompetenz wird die Kommunikation mit Kollegen und Vorgesetzten zum Teil deutlich erschwert. Menschen mit Asperger-Syndrom verstehen beispielsweise eine Lüge nicht ohne weiteres. Deshalb lügen sie auch in der Regel selbst nicht. Auch die eigentliche Bedeutung hinter Metaphern, Redewendungen, Sarkasmus und Ironie bleibt ihnen meist unverständlich und sie nehmen das Gesagte wörtlich. Spontane Kommunikation wie Smalltalk, Nachfragen oder Reaktionen auf Ansprachen überfordern sie schnell (vgl. Dalferth, Social Skills Training. Training sozialer und kommunikativer Verhaltensweisen bei Jugendlichen mit ASD, 2004 (18. Jahrgang, Heft 6), S. 279-281).
Zudem können sich Menschen mit Asperger-Syndrom aufgrund ihrer schwach ausgeprägten ToM-Fähigkeiten „nicht angemessen in das Denken und Fühlen der Kollegen hineinversetzen“ (Dalferth, Berufliche Bildung, soziale Eingliederung und erfolgreiche Beschäftigung von jungen Menschen mit autistischen Syndromen, 2002 (16. Jahrgang, Heft 6), S. 302). Auch die unausgesprochenen Regeln des sozialen Verhaltens, wie eine dem Gesprächspartner angemessene Begrüßung oder Verabschiedung oder ein allgemein verbindlicher Körperabstand, werden in bestimmten Situationen nicht verstanden und demzufolge nicht eingehalten (vgl. ebd., S. 310; Sünkel, 2013, S. 333).
1. Asperger-Syndrom im autistischen Spektrum: Dieses Kapitel erläutert das Störungsbild, dessen Einordnung sowie diagnostische Kriterien, epidemiologische Hintergründe und therapeutische Ansätze.
2. Geschichtlicher Abriss und Hintergrund: Es wird die gesellschaftliche Entwicklung der Inklusion und die zentrale Bedeutung der beruflichen Teilhabe für Menschen mit Behinderung dargelegt.
3. Berufliche Situation von Menschen mit Asperger-Syndrom: Fokus auf die aktuelle Beschäftigungslage, die Ursachen für die hohe Arbeitslosenquote und die Auswirkungen der unzureichenden Teilhabe.
4. Chancen und Grenzen der Inklusion von Menschen mit Asperger-Syndrom in eine wettbewerbsfähige Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt: Detaillierte Untersuchung von Herausforderungen, Stärken sowie spezifischen Gestaltungsansätzen für den Arbeitsplatz und die Organisation.
5. Chancen und Grenzen der Inklusion von Menschen mit Asperger-Syndrom in eine wettbewerbsfähige Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt am Beispiel von der auticon GmbH: Präsentation der Ergebnisse eines Experteninterviews mit Job-Coaches zur praktischen Umsetzung von Inklusion.
6. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse aus Literatur und Empirie sowie Einordnung der Relevanz für das Handlungsfeld der Sozialen Arbeit.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Notwendigkeit weiterführender politischer und gesellschaftlicher Unterstützungsmaßnahmen für eine gelungene Inklusion.
Inklusion, Asperger-Syndrom, Autismus-Spektrum-Störung, allgemeiner Arbeitsmarkt, berufliche Rehabilitation, Arbeitsplatzgestaltung, Job-Coaches, Arbeitsorganisation, Unternehmenskultur, soziale Kompetenz, Inklusionsbarrieren, Fachkräftemangel, Arbeitsgestaltung, Teilhabe, Auticon GmbH.
Die Arbeit beleuchtet die Möglichkeiten und Hindernisse bei der Inklusion von Menschen mit Asperger-Syndrom in den ersten Arbeitsmarkt und identifiziert Strategien, um die Beschäftigungschancen dieser Personengruppe zu erhöhen.
Zu den Schwerpunkten zählen die psychologischen und sozialen Besonderheiten von Asperger-Autisten, die Anforderungen von Unternehmen, Möglichkeiten der Arbeitsplatzanpassung sowie die Rolle professioneller Begleitung durch Job-Coaches.
Ziel ist es, ein präzises Bild des Asperger-Syndroms zu zeichnen, um Vorurteile abzubauen und aufzuzeigen, wie Arbeitgeber durch konkrete Maßnahmen die Potenziale autistischer Menschen erfolgreich integrieren können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und wird durch einen empirischen Teil ergänzt, der auf qualitativen Experteninterviews mit Job-Coaches eines spezialisierten IT-Unternehmens beruht.
Der Hauptteil analysiert die Schwächen und Stärken autistischer Menschen im Arbeitskontext, diskutiert Optionen für die Arbeitsgestaltung sowie Organisation und stellt mit der auticon GmbH ein praktisches Modell vor.
Zentrale Begriffe sind Inklusion, berufliche Rehabilitation, Asperger-Syndrom, Arbeitsplatzgestaltung, Job-Matching und Abbau von Vorurteilen.
Das Unternehmen dient als Good-Practice-Beispiel, an dem erprobt wird, welche Mechanismen wie Einstellungsprozesse und Arbeitsbegleitung durch Coaches die erfolgreiche Integration autistischer Consultants ermöglichen.
Die Arbeit macht deutlich, dass viele Inklusionsbarrieren auf mangelndem Wissen und Ängsten bei Arbeitgebern basieren; Aufklärung und der Abbau von Vorurteilen sind daher essenziell, um die Potenziale Asperger-autistischer Menschen anzuerkennen.
Soziale Arbeit fungiert als Schnittstelle, die professionelle Methoden und Instrumente entwickelt, um Chancengleichheit zu fördern und die individuelle Teilhabe am Arbeitsleben zu sichern.
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