Diplomarbeit, 2019
39 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Einführung in die Thematik
1.2. Forschungsfrage
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Die Arzt-Patienten-Kommunikation – Worüber sprechen wir?
2.1. Kommunikation im Wandel der Zeit
2.2. Kommunikation – Begriffsbestimmung
2.3. Kommunikationstheorien und -modelle
2.3.1. Informationstheoretisches Modell nach Shannon und Weaver
2.3.2. Axiome nach Watzlawick
2.3.3. Das Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun
2.3.4. Konversationsmaxime nach Grice
2.3.5. Aktives Zuhören nach Rogers
2.3.6. Johari-Modell nach Luft und Ingham
2.4. Medizinische Kommunikation
2.4.1. Arzt-Patienten-Kommunikation im Wandel der Zeit
2.4.2. Modelle der Arzt-Patienten-Interaktion und deren Auswirkung
2.5. Resümee
3. Kommunikation als Lehrinhalt im Studium der Humanmedizin
4. Theaterpädagogik in der Simulationspatientenausbildung
4.1. Grundlagen des Simulationsgesprächs
4.2. Die Dramenstruktur der Arzt-Patienten-Kommunikation
4.3. Rollenbiografie im Vergleich zum Theater
4.4. Theaterpädagogische Methoden zur Rollenerarbeitung
4.5. Wirkweise der Simulationsgespräche auf die Studenten
5. Ergebnis und Ausblick
6. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern theaterpädagogische Ansätze als interdisziplinäre Unterstützung genutzt werden können, um die kommunikativen Kompetenzen von Medizinstudierenden gezielt zu fördern. Dabei liegt der Fokus auf der Ausbildung von Simulationspatienten und der direkten Arbeit mit Studierenden, um eine praxisnahe Vorbereitung auf die ärztliche Gesprächsführung zu gewährleisten.
4.2. Die Dramenstruktur der Arzt-Patienten-Kommunikation
Wenn nun die Arzt-Patienten-Kommunikation mit Theater gleichzusetzen ist, kann vermutlich auch die Struktur von Theaterstücken auf die Gespräche angewandt werden. Peters beschreibt das Arzt-Patienten-Kommunikation als Dreiakter mit einem zusätzlichen Prolog und Epilog. Es erscheint dem Autor daher nur konsequent zu sein, die Dramentheorie nach Gustav Freytag auf die Arzt-Patienten-Kommunikation anzuwenden. Freytag entwickelte 1863 „ein Modell für die Unterteilung der Handlung in fünf Akte.“ In der Folge bedeutet die Übertragung des Modells nach Freytag auf die Arzt-Patienten-Kommunikation folgendes:
Akt 1
Im ersten Akt erfolgt die Aufnahme des Patienten in der Praxis oder Klinik. Das Arzt-Patienten-Gespräch beginnt mit einer Begrüßung zwischen Arzt und Patient, bei welcher die jeweilige Tagesstimmung des Gegenübers erkennbar wird. Dies erfolgt über verbale und nonverbale Kommunikation. Somit werden die Personen, der Ort und die Umstände vorgestellt.
Akt 2
In diesem Akt wird durch die strukturierte Fragestellung des Arztes nach den Symptomen und eventuellen Vorerkrankungen mit anschließender Untersuchung des Patienten die Intention des Arztes klar. Er möchte sich durch die umfassende Informationsbeschaffung in die Lage versetzen eine Diagnose zu stellen. Ebenfalls wird über die Beantwortung der Fragen die Motivation des Patienten deutlich, weshalb er den Arzt aufgesucht hat. Da es sich um eher private Informationen handelt, die nur ungern mit anderen geteilt werden, kann hier ein Konflikt in der Kommunikation entstehen, da die Interessen von Arzt und Patient voneinander abweichen.
1. Einleitung: Stellt das Problem der mangelnden kommunikativen Kompetenzen bei Ärzten dar und leitet die Forschungsfrage hinsichtlich der Nützlichkeit der Theaterpädagogik ein.
2. Die Arzt-Patienten-Kommunikation – Worüber sprechen wir?: Beleuchtet theoretische Grundlagen der Kommunikation, inklusive Modellen wie dem Kommunikationsquadrat und dem Johari-Fenster, und setzt diese in Bezug zur medizinischen Interaktion.
3. Kommunikation als Lehrinhalt im Studium der Humanmedizin: Diskutiert die Historie und Notwendigkeit von Simulationspatienten als Lehrmethode im Rahmen der medizinischen Ausbildung.
4. Theaterpädagogik in der Simulationspatientenausbildung: Erläutert konkrete theaterpädagogische Methoden, die Dramenstruktur von Gesprächen und die Wirkweise auf die Studierenden.
5. Ergebnis und Ausblick: Fasst die theoretischen und praktischen Erkenntnisse zusammen und plädiert für die Integration theaterpädagogischer Konzepte in das Medizinstudium.
6. Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Quellen für die theoretische Fundierung der Arbeit auf.
Theaterpädagogik, Humanmedizin, Arzt-Patienten-Kommunikation, Simulationspatienten, Kommunikationstheorie, Selbstreflexion, Rollenbiografie, Dramenstruktur, Medizinstudium, Beziehungsaspekt, nonverbale Kommunikation, Medizindidaktik, Patientenautonomie, Masterplan 2020, interdisziplinäre Ausbildung.
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Theaterpädagogik, um die kommunikativen Fähigkeiten angehender Ärzte zu verbessern und eine ganzheitliche Arzt-Patienten-Beziehung zu fördern.
Die zentralen Themen sind Kommunikationstheorien, die Entwicklung der medizinischen Kommunikation, die Methode der Simulationspatienten sowie theaterpädagogische Anwendungsmöglichkeiten.
Die Forschungsfrage lautet: Wie können angehende Mediziner während des Studiums Kompetenzen für die Arzt-Patienten-Kommunikation durch die interdisziplinäre Unterstützung der Theaterpädagogik erwerben?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Kommunikationstheorien (z.B. Watzlawick, Schulz von Thun) und überträgt diese in einen praxisorientierten theaterpädagogischen Kontext für medizinische Ausbildungsszenarien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Kommunikation, eine Diskussion über die Ausbildung mit Simulationspatienten und eine detaillierte Analyse, wie theaterpädagogische Methoden (z.B. Dramenstruktur, Rollenarbeit) die Ausbildungsqualität steigern können.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Theaterpädagogik, Arzt-Patienten-Kommunikation, Simulationspatienten, Selbstreflexion und patientenzentrierte Gesprächsführung.
Der Autor wendet Freytags Dramenstruktur an, um die fünf Akte einer typischen Konsultation abzubilden – von der Begrüßung (Akt 1) über die Diagnosefindung bis hin zum Abschluss (Akt 5).
Es dient dazu, eine vertrauensvolle Basis aufzubauen, durch die der Patient offener kommuniziert, was wiederum die diagnostische Genauigkeit und Adhärenz erhöhen kann.
Während "disease" die klinische Krankheit bezeichnet, beschreibt "illness" die subjektive Erfahrung des Patienten – die Theaterpädagogik hilft Darstellern, diese emotionale Ebene der Krankheitserfahrung autentisch zu verkörpern.
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