Masterarbeit, 2008
116 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1. Einführung ins Thema
1.2. Untersuchungsleitende Fragestellungen und Annahmen
1.3. Problemstellung und Relevanz
1.4. Aufbau der Arbeit
2. Medien als ,Verkäufer ihrer selbst’
2.1. Indikatoren einer neuen Markenstrategie
2.2. Das Ende des Nichtangriffspakts: Wirtschaftliche Zwänge und Imageziele von Medienproduzenten
2.3. Heterogene Zielgruppen: erlebnishungrige, oberflächliche Individualisten mit wenig Zeit und Geld
3. (Medien-)Marketing und (Medien-)Marken
3.1. Definition und Prämissen des (Medien-)Marketings
3.2. Zeitungs- und Zeitschriftenmarketing
3.3. Journalismus als Ware
3.4. Von der Marke zur Medienmarke
3.4.1. Medienmarken aus Produzentensicht
3.4.2. Medienmarken aus Rezipientensicht
3.5. Konsumkritik an den Medien
4. Forschungsstand
5. Methode des wissenschaftlichen Vorgehens
6. Markenstrategien von Medienhäusern: Financial Times Deutschland, Zeitverlag und Gruner + Jahr
6.1. Financial Times Deutschland GmbH & Co. KG
6.2. Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG
6.3. Gruner + Jahr AG & Co. KG
6.4. Ausprägungen neuer Markenstrategien von Medienhäusern
6.4.1. Ausdifferenzierung des Kerngeschäfts Print oder Online durch Produktlinienerweiterung
6.4.2. Markenerweiterung auf Nebengeschäfte/ Merchandising
6.4.3. Lebenshilfe als Faktor medialer Themensetzung
6.4.4. Neue Formen redaktioneller Werbeumfelder
6.4.5. Mehrwert durch ‚Covermounts’
6.4.6. Personalisierung der Medienhäuser
6.4.7. Unternehmensbeteiligungen, -akquisitionen und -kooperationen
6.4.8. Internationalisierungsstrategien
6.5. Fazit aus Befragungen und Materialsichtung, Ausblick
7. Markenstrategien von Medienhäusern: Fazit, Ausblick, Forschungsbedarf
Die Arbeit untersucht, wie Medienhäuser durch neue Markenstrategien ihr Angebot ausdifferenzieren und sich im Wettbewerb um Aufmerksamkeit sowie wirtschaftliche Erträge positionieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welchen Grad der Markierung das mediale Angebot bereits erreicht hat und ob sich die Unternehmen dadurch von ihrem ursprünglichen journalistischen Markenkern entfernen.
2. Medien als ,Verkäufer ihrer selbst’
Deutschland hat einen der ausgereiftesten und gesättigtsten Medienmärkte der Welt. Dies gilt vor allem für die Presse. Wer heute zu einem großen Zeitschriftenhändler am Bahnhof, am Flughafen oder in der Innenstadt geht, der müsse das Geschäft eigentlich umgehend rückwärts wieder verlassen, sagt Hans-Peter Junker von G+J, der seit elf Jahren Magazine macht (Junker 2008, T74). Der Grund: absolute Reizüberflutung und daraus resultierende Überforderung. Der Mann von der Straße findet in dem riesigen Angebot nicht mehr, was er sucht – sofern er überhaupt noch in der Lage ist, etwas Konkretes zu suchen.
Ein Beispiel: Rund 1.900 deutschsprachige Zeitschriften und Zeitungen, mit jeweils unterschiedlicher Periodizität, bietet das Presse Center im Flughafen Stuttgart an, über 2.000 sind im Hamburger Hauptbahnhof erhältlich – von hierzulande verfügbaren Publikationen aus dem Ausland einmal abgesehen. Von Tages- über Wochen- bis hin zu Fachzeitungen, von ‚General Interest’-, über ‚Special Interest’- bis hin zu ‚Very Special Interest’-Magazinen, so die Termini innerhalb der Medienbranche, reicht das Angebot, und „keine Nische ist so klein, dass sie nicht weitere Untertitel bieten kann“ (Brenner et al. 2008: 82). Eigentlich mag dies kaum überraschen, bietet doch die moderne Waren- und Konsumwelt allgemein Angebote für jedes noch so kleine Partikularbedürfnis der Konsumenten, oft mit mehr- und vielfach besetzten Nischen, in denen Anbieter aktiv sind.
Warum also sollten die Anbieter auf dem Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt anders handeln? Auch sie haben in den vergangenen Jahren begonnen, ihr Angebot immer weiter auszudifferenzieren und an ihrem Profil zu arbeiten. Dabei spielen auch immaterielle Faktoren eine Rolle, die sich vielleicht nicht auf den ersten Blick in konsumierbaren Produkten und Dienstleistungen zeigen. Die Medien haben sich insgesamt als Produzenten ihres Angebots in den Vordergrund gerückt, sind als Urheber ihrer Dienstleistungen und Produkte wahrnehmbarer geworden – ein entscheidendes Rezept, um auf dem heutigen Markt zu bestehen, wo nicht mehr nur ein Angebot und seine Qualität über wirtschaftlichen Erfolg entscheiden, sondern vor allem die Art und Weise, wie es kommuniziert wird.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den ökonomischen Druck auf Medienhäuser, stellt die Forschungsfrage und definiert die explorative Herangehensweise.
2. Medien als ,Verkäufer ihrer selbst’: Dieses Kapitel thematisiert die Reizüberflutung in Medienmärkten und die Notwendigkeit für Medienhäuser, sich durch Markenstrategien und Profilbildung aktiv abzugrenzen.
3. (Medien-)Marketing und (Medien-)Marken: Hier werden theoretische Grundlagen des Marketings und deren Übertragbarkeit auf Medienmarken sowie die spezifische Rolle des Journalismus als Ware diskutiert.
4. Forschungsstand: Das Kapitel reflektiert den Stand der wissenschaftlichen Forschung zur Medienökonomie und identifiziert Forschungslücken, die durch die Arbeit adressiert werden.
5. Methode des wissenschaftlichen Vorgehens: Es wird die explorative Untersuchungsmethode erläutert, inklusive der Auswahl der untersuchten Medienhäuser und der Expertenbefragungen.
6. Markenstrategien von Medienhäusern: Financial Times Deutschland, Zeitverlag und Gruner + Jahr: Das empirische Herzstück präsentiert konkrete Fallstudien zu den genannten Medienhäusern und analysiert ihre verschiedenen Markenstrategien und Instrumente.
7. Markenstrategien von Medienhäusern: Fazit, Ausblick, Forschungsbedarf: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet das Risiko für den Journalismus und identifiziert zukünftigen Forschungsbedarf.
Medienmarken, Markenstrategie, Medienökonomie, Journalismus, Produktlinienerweiterung, Merchandising, Vermarktung, Medienkrise, Publizistik, Marktforschung, Zielgruppen, Differenzierung, Content, Cross-Promotion, Markenführung
Die Arbeit untersucht die Markenstrategien von modernen Medienhäusern und analysiert, wie diese ihre journalistischen Inhalte und Nebengeschäfte vermarkten, um in einem gesättigten Markt wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben.
Die zentralen Themen umfassen die Ausdifferenzierung von Medienangeboten, die Rolle des Marketings in Verlagen, das Spannungsverhältnis zwischen ökonomischer Gewinnorientierung und publizistischem Anspruch sowie die Markenführung in der Medienbranche.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit Medienhäuser ihr Angebot als Medienmarken ausgestalten und ob sie sich dadurch von ihrem ursprünglich journalistischen Markenkern entfernen oder ihre publizistische Identität gefährden.
Der Autor nutzt eine explorative Studie. Dies beinhaltet die Materialsichtung (Werbeanzeigen, Geschäftsberichte, Online-Auftritte) sowie die Auswertung von qualitativen Interviews mit Experten aus Journalismus, Wissenschaft und Marketing.
Der Hauptteil analysiert explizit die Markenstrategien der Medienhäuser "Financial Times Deutschland", "Die Zeit" und "Gruner + Jahr". Dabei werden Instrumente wie Produktlinienerweiterungen, Merchandising, Personalisierung und neue redaktionelle Werbeumfelder beleuchtet.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Medienmarken, Markenstrategie, Medienökonomie, Publizistik, Markenführung, Vermarktung und Medienkrise charakterisieren.
Nebengeschäfte, wie der Verkauf von Wein, Reisen oder Büchern (Merchandising), dienen als zusätzliche Erlösquellen, um die Abhängigkeit vom Anzeigengeschäft zu verringern und die Marke emotional beim Konsumenten zu verankern.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die untersuchten Markenstrategien nicht zwangsläufig das Aus für Qualitätsjournalismus bedeuten. Vielmehr sind sie notwendige Anpassungsprozesse. Ein Risiko entsteht jedoch dort, wo durch Entgrenzung von PR und Journalismus die Glaubwürdigkeit des Mediums gefährdet wird.
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