Masterarbeit, 2009
122 Seiten, Note: 1,0
Teil 1 Neue Anforderungen an Hilfesysteme für Menschen mit Behinderung
1.1 Einführung
1.2 Leitbilder der Behindertenhilfe und Psychiatrie im Wandel
1.3 Veränderte Lebens- und Wohnwelten von Menschen mit Behinderung
1.4 Neuorientierung durch Kundenbefragungen
Teil 2 Freiwilligenarbeit in der Praxis der Behindertenhilfe und Psychiatrie
2.1 Ehrenamtliches Engagement im Kontext einer sich wandelnden Gesellschaft
2.2 Freiwilligenarbeit als Lückenbüßerin in finanziellen Krisenzeiten?
2.3 Bedeutung von Freiwilligenarbeit für die Behindertenhilfe und Psychiatrie
2.4 Aktuelle Entwicklungen und Projekte in der Praxis
2.5 Selbstverständnis der AWO in Bezug auf Ehrenamtliches Engagement
Teil 3 Empirische Erhebung zu den Fragestellungen der Masterthesis
3.1 Untersuchungsfragen und Hypothesen
3.1.1 Ziele und Erklärung der Vorgehensweise bei der Erhebung
3.1.2 Struktur der AWO – Gliederungen und Zielgruppen der Befragungen
3.2 Methodisches Vorgehen bei der Datenerhebung
3.2.1 Erhebungsmethode I: Befragung mithilfe von Fragebögen
3.2.2 Erhebungsmethode II: Interviews mithilfe eines Leitfadens
3.3 Dokumentation der Befragungen
3.3.1 Dokumentation der Befragung von Experten und Expertinnen
3.3.2 Dokumentation der Befragung von Leitungsverantwortlichen
3.3.3 Dokumentation der Befragung von Nutzerinnen und Nutzern
Teil 4 Diskussion der Ergebnisse und Formulierung von Handlungsmöglichkeiten
4.1 Bewertung der Ergebnisse der Expertenbefragung
4.2 Bewertung der Ergebnisse der Leistungsverantwortlichenbefragung
4.3 Bewertung der Ergebnisse der Nutzerbefragung
4.4 Handlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Sichtweisen
4.5 Fazit
Die Arbeit untersucht den aktuellen Stellenwert der Freiwilligenarbeit in Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie innerhalb der AWO, analysiert bestehende Vorbehalte sowie Chancen und Risiken durch eine empirische Erhebung auf drei verschiedenen Akteursebenen und leitet daraus Handlungsempfehlungen für ein zukunftsorientiertes Freiwilligenmanagement ab.
1.1 Einführung
Interviewerin: „Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie in Ihrer Freizeit gerne öfter unternehmen?“
Frau S.: „Ich würde mich gerne öfter mit meinen früheren Schulkameraden treffen oder auch daheim öfter was machen. Wenn ich was einzukaufen hab, mal was einzukaufen.“
Interviewerin: „Woran scheitert das?“
Frau S.: „Weil man ja auch die Leute dazu braucht...“
Jede empirische Studie ist ein Prozess, bei dem die Entdeckung und Formulierung des Problems am Anfang steht (Friedrichs, 1980, S. 119). Um die Frage zu klären, welches Problem denn im Folgenden zu lösen versucht wird, bedarf es eines Blickes in die Leitlinien der AWO. Im Grundsatzprogramm steht verankert: „Die Arbeiterwohlfahrt stellt sich in ihren Gliederungen, Einrichtungen und Diensten auf veränderte Motivlagen zum ehrenamtlichen Engagement ein. Sie entwickelt zeitgemäße Formen und Gelegenheiten zur Eigeninitiative, Selbsthilfe und aktiver Einflussnahme in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten….Die Bedeutung ehrenamtlicher Tätigkeit wird in Zukunft auch für die hauptamtlich wahrgenommenen Aufgaben wachsen. Die Beteiligten werden mehr und mehr aufeinander angewiesen sein, dadurch werden sich gleichberechtigte Formen der Zusammenarbeit entwickeln. Diese Zusammenarbeit wird zum Gradmesser menschlicher Zuwendung und Anteilnahme und zudem ein Qualitätsmaßstab sozialer Arbeit werden“ (Arbeiterwohlfahrt Bundesverband, 1999).
Teil 1 Neue Anforderungen an Hilfesysteme für Menschen mit Behinderung: Skizziert den historischen Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe hin zu Inklusion, Teilhabe und Empowerment und beleuchtet die veränderte Lebens- und Wohnsituation der Betroffenen.
Teil 2 Freiwilligenarbeit in der Praxis der Behindertenhilfe und Psychiatrie: Beleuchtet den Strukturwandel des Ehrenamts, diskutiert Freiwilligenarbeit im Kontext von Wohlfahrts-Mix und ökonomischem Druck und stellt AWO-Projekte sowie das verbandseigene Verständnis von bürgerschaftlichem Engagement dar.
Teil 3 Empirische Erhebung zu den Fragestellungen der Masterthesis: Beschreibt das methodische Design der empirischen Studie, die mittels Fragebögen und Experteninterviews auf Experten-, Leitungs- und Nutzerebene die Situation der Freiwilligenarbeit untersucht.
Teil 4 Diskussion der Ergebnisse und Formulierung von Handlungsmöglichkeiten: Bewertet die empirischen Ergebnisse kritisch, vergleicht die unterschiedlichen Sichtweisen der Akteure und leitet daraus konkrete Handlungsoptionen für die zukünftige Implementierung eines Freiwilligenmanagements ab.
Freiwilligenarbeit, Ehrenamtliches Engagement, Behindertenhilfe, Psychiatrie, Arbeiterwohlfahrt (AWO), Inklusion, Teilhabe, Empowerment, Sozialraumorientierung, Freiwilligenmanagement, Nutzerbefragung, Qualitätsmanagement, Zivilgesellschaft, Netzwerkbildung, Lebensqualität.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Rolle und dem Entwicklungspotenzial von ehrenamtlicher Arbeit in den Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie innerhalb des Verbandes Arbeiterwohlfahrt (AWO).
Zu den zentralen Feldern gehören die Inklusionsdebatte, der Wandel des Ehrenamtsbegriffs, das Selbstverständnis der AWO sowie die tatsächliche Praxis und Hindernisse beim Einsatz von Freiwilligen in Wohneinrichtungen.
Das Ziel ist es, Transparenz über Vorbehalte und Chancen gegenüber Ehrenamtlichen herzustellen und fundierte Handlungsempfehlungen für ein professionelles, qualitätsgestütztes Freiwilligenmanagement zu entwickeln.
Die Autorin nutzt einen multiperspektivischen Forschungsansatz der Aktionsforschung, der schriftliche Fragebögen bei Experten und Leitungsverantwortlichen sowie mündliche Interviews mit Nutzern kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Behindertenhilfe-Diskurs, die Darstellung der aktuellen Freiwilligen-Praxis in der AWO und eine detaillierte Auswertung der empirischen Daten.
Wichtige Schlagworte sind Freiwilligenarbeit, Inklusion, AWO, Behindertenhilfe, Sozialraumorientierung, Empowerment und Freiwilligenmanagement.
Während Nutzer vor allem den Wunsch nach mehr sozialen Kontakten und Teilhabe äußern, fokussieren Leitungsverantwortliche primär auf den organisatorischen Mehraufwand, die Anleitungsbedarfe und rechtliche Rahmenbedingungen.
Die Autorin betont, dass ehrenamtliches Engagement professionelle Arbeit nicht ersetzen kann und darf, sondern als qualitative Ergänzung und Brücke in die Gemeinde verstanden werden muss.
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